Börsengang der Hess AG: Finanzaufsicht BaFin prüft mögliche Marktmanipulation

exklusivBörsengang der Hess AG: Finanzaufsicht BaFin prüft mögliche Marktmanipulation

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Der Leuchtenhersteller Hess aus dem Schwarzwald ist insolvent. Der Betrieb sei nicht nur zahlungsunfähig, sondern auch überschuldet und obendrein ohne aussichtsreiche Fortführungsperspektive

von Annina Reimann

In den möglichen Bilanzskandal um den Börsenneuling Hess hat sich jetzt die Finanzaufsicht BaFin eingeschaltet.

Eine Sprecherin bestätigte der WirtschaftsWoche, dass die Aufsicht derzeit eine Untersuchung wegen möglicher Marktmanipulation in Bezug auf Aktien der Hess AG durchführe. Bei dem Verdacht auf eine fehlerhafte Bilanzierung kann die BaFin anordnen, dass die Rechnungslegung geprüft wird. Untersucht wird der Vorgang dann durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung.

 

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Derweil hat die Staatsanwaltschaft Mannheim ihre Ermittlungen rund um Hess ausgeweitet und prüft nun auch mögliche Insolvenzdelikte. Der Leuchtenhersteller hatte am 13. Februar keine vier Monate nach dem Börsengang Insolvenz angemeldet. Zuvor waren am 21. Januar Vorstandschef Christoph Hess sowie Finanzvorstand Peter Ziegler fristlos entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des Betruges, des Kapitalanlagebetruges und der unrichtigen Darstellung nach dem Handelsgesetzbuch sowie dem Aktiengesetz. Den ehemaligen Chefs wird vorgeworfen, Scheinrechnungen über im In - und Ausland ansässige Firmen erstellt zu haben, denen keine realen Geschäfte zugrunde lagen. Die möglichen Scheinerlöse sollen in die Bilanz des Jahres 2011 und in die Buchhaltung des Jahres 2012 eingeflossen sein. Die Zahlen waren relevant für den Wertpapierprospekt, mit dem das Unternehmen im Oktober 2012 an die Börse gegangen ist. Da die Bilanzen nicht die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens wiedergegeben haben könnten, besteht der Verdacht, dass der Preis der ausgegebenen Aktien überhöht gewesen sein könnte.

 

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Der geschasste Vorstandschef Christoph Hess streitet alle Vorwürfe ab. „Ich habe bis zum 21. Januar geglaubt, dass wir uns innerhalb der rechtlichen Spielräume befinden, mit allen Vorgängen und Buchungen. Mir ist nicht bekannt, dass aktiv was geschönt oder gefälscht worden ist. Ich kann mir im Moment keine Situation vorstellen, in der ich persönlich zur Verantwortung gezogen werden könnte“, sagte er der WirtschaftsWoche in seinem ersten und bislang einzigen Interview nach seinem Rausschmiss.

Update 19.2.2013, 20.08 Uhr: Wir hatten auch Finanzvorstand Peter Ziegler um eine Stellungnahme gebeten. Er möchte sich zu den Vorgängen in der Hess AG derzeit nicht öffentlich äußern.

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