Börsengang von Lending Club: Crowdfunding steigt in die erste Börsenliga auf

Börsengang von Lending Club: Crowdfunding steigt in die erste Börsenliga auf

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Anleger reißen sich um LendingClub-Aktien
von Andreas Toller

Die US-Börse bewertet Lending Club, Amerikas Marktführer beim Crowdfunding, aus dem Stand mit 9 Milliarden Dollar. Das unterstreicht die großen Hoffnungen und die Dynamik der Branche - und freut Europas Marktführer.

Crowdfunding - zu deutsch auch gern als Schwarmfinanzierung bezeichnet - ist seit Jahren ein dynamischer Wachstumsmarkt, der stark vom geschwundenen Vertrauen in die klassischen Banken profitiert. In der öffentlichen Wahrnehmung gilt das Online-Geschäft mit Privatkrediten jedoch noch immer als exotisch, ja sogar abseitig. Das könnte sich jetzt ändern. In den USA hat Lending Club als erste Crowdfunding-Plattform den Sprung an die Börse geschafft - und aus dem Stand einen Börsenwert von neun Milliarden Dollar erreicht.

Schon vor dem Börsendebüt erwiesen sich die Lending-Club-Aktien als der Renner bei den Investoren: Sie fragten angeblich zwanzig mal mehr Aktien nach als angeboten wurden. Bereits zum Ausgabepreis von 15 Dollar je Aktie war das Unternehmen mit stolzen 5,4 Milliarden Euro bewertet - und bewegt sich damit auf Augenhöhe mit den Dax-Schlusslichtern K+S oder Lufthansa.

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Crowdfunding boomt, in den USA ebenso wie in Europa. Die Internet-Plattformen umgehen nämlich bei der Vermittlung von privaten Geldgebern an kreditsuchende Personen und Unternehmen die traditionellen Banken und jagen diesen zunehmend Marktanteile ab.

Ihr Vorteil: vergleichsweise günstige Konditionen für die Kreditnehmer und relativ hohe Renditen für die Geldgeber. Und: Sind die gewöhnlichen Wege der Unternehmensfinanzierung verschlossen, funktioniert oft noch die Finanzierung mit einer Vielzahl privater Geldgeber. Die große Transparenz hinsichtlich der Verwendung des Kredits und zum Hintergrund der Kreditnehmer hilft ihnen bei der Risikoeinschätzung, zudem werden in der Regel nur kleine Beträge investiert.

Lending Club ist beim Thema Crowdfunding die Nummer eins in den USA und hat in den ersten neun Monate des Jahres bereits Kredite im Volumen von rund drei Milliarden Dollar vermittelt - doppelt so viel wie im Vorjahr. Der Umsatz hat sich 2014 ebenfalls mehr als verdoppelt, er stieg auf 143 Millionen Dollar. Vor allem aufgrund hoher Investitionen in Produktentwicklung, Vertrieb und Marketing von mehr als 80 Millionen Dollar erlitt Lending Club allerdings auch einen Verlust von 24 Millionen Dollar.

Gemessen daran ist die Bewertung der Aktie allerdings üppig: die ursprüngliche Preisspanne lag anfangs noch bei 10 bis 12 Dollar je Aktie, stieg jedoch wegen der hohen Nachfrage auf 12 bis 14 Dollar. Der Zuteilungspreis von 15 Dollar lag nochmals einen Dollar höher, der erste im Börsenhandel ermittelte Kurs erreichte schließlich 25 Dollar.

Europas Crowdfunding mit Nachholbedarf

Der Börsengang zählt zu den größten von Internetunternehmen in diesem Jahr. Analysten hatten im Vorfeld des Börsengangs ein Umsatzwachstum bis auf 800 Millionen Dollar bis zum Jahr 2017 geschätzt. Dann könnte der Gewinn bereits auf 150 Millionen Dollar steigen, berichtet das "Wallstreet Journal" unter Hinweis auf Informationen eines Insiders.

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"Das Milliarden-IPO von Lending Club ist der beste Beweis für die globale Relevanz von Crowdfunding", sagt Raffael Johnen, Vorstandschef und Mitbegründer des deutschen Wettbewerbers Auxmoney, der in Deutschland einen Marktanteil von 85 Prozent erreicht. Johnen sieht Auxmoney mit mehr als 800.000 Mitgliedern und Kreditanfragen von mehr als vier Milliarden Euro auf dem gleichen Wachstumspfad wie Lending Club. "Nachdem bei Lending Club die ersten institutionellen Geldgeber in Privatkredite investierten, schoss das Kreditvolumen nach oben. Diesselbe Entwicklung sehen wir derzeit bei Auxmoney", so Johnen. Beobachter schätzen, dass der europäische Markt für Crowdfunding dem amerikanischen um etwa drei Jahre hinterherhinkt.

Für die Altaktionäre von Lending Club ist es jedenfalls ein großer Tag: Ihre Aktien haben sie in einer Finanzierungsrunde vor sieben Jahren für 27 Cent pro Stück erhalten, in einer weiteren Rund vor fünf Jahren gab es sie sogar für nur 19 Cent. Ihre Aktienpakete sind heute mit mehr als einer Milliarde Dollar mehr als das 90- oder sogar 130-fache wert. Aber selbst bei letzten vorbörslichen der Finanzierungsrunde 2012 war der Aktienpreis von 1,75 Dollar im Nachhinein noch ein Schnäppchen. Immerhin ist ihre investierte Summe nun um den Faktor 14 gestiegen.

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