ThemaAnlagestrategie

alles zum Thema
_

Bulle & Bär: Anleger in der Renditefalle

von Andrea Cünnen Quelle: Handelsblatt Online

Deutsche Staatsanleihen bieten derzeit so gut wie keine Rendite. Deswegen setzen viele Anleger auf Unternehmensanleihen. Allerdings tun das inzwischen zu viele. Das drückt die Renditen.

Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe seit Januar 2010

Des einen Leid, des anderen Freud: Die Bundesrepublik Deutschland kann sich so billig verschulden wie nie zuvor. Damit Anleger ihre Euros in vergleichsweise sicheren Bundesanleihen parken durften, zahlten sie sogar zeitweise einen negativen Zins für kurzlaufende (bis zu einem Jahr laufende) Papiere. Anders gesagt: Die Bundesregierung zahlte auf neue Schulden keine Zinsen, sondern bekam sogar noch Geld geschenkt. Bei der Bundesanleihe mit zehn Jahren Laufzeit stieg die Rendite nach dem ersten Rettungspaket der EU zwar wieder bis auf 3,5 Prozent an. Mit dem Schuldenschnitt bei griechischen Staatsanleihen und der wachsenden Sorge um die Euro-Länder Italien und Spanien sanken sie aber auf rund 1,2 Prozent. Seit diesem Tief ging es nur wenig aufwärts.

Bild: Bloomberg

Unternehmensanleihen sind schon lange der Liebling aller Anleger, denen relativ sichere Staatsanleihen wie zum Beispiel aus Deutschland zu wenig Rendite bringen und denen Staatsbonds der Euro-Krisenländer zu riskant sind. Dabei argumentieren die Firmenbond-Fans, dass die soliden Unternehmen aus den Euro-Kernländern trotz aller Krisenängste Gewinne erwirtschaften und sich Bilanzen besser analysieren und kalkulieren lassen als Staatshaushalte. So weit so gut. Das Problem ist aber, dass die Papiere inzwischen schon zu beliebt sind. Die Folge: Die Kurse sind gestiegen und im Gegenzug die Renditen für viele Unternehmen aus den Euro-Kernländern auf historische Tiefs gesunken. Im Schnitt bringen auf Euro lautende Anleihen von Konzernen mit guter Bonität abseits der Euro-Krisenländer nur noch 1,9 Prozent Rendite.

Anzeige

Unternehmensanleihen als attraktivste Papiere bewertet

Das ist ein voller Prozentpunkt weniger als noch im Januar. Dabei liegt die durchschnittliche Laufzeit bei fünf Jahren. Wer jetzt fünfjährige Anleihen von deutschen Blue Chips wie zum Beispiel Linde, Siemens, Deutscher Telekom, Eon, BMW, Volkswagen oder Daimler kauft, bekommt sogar nur zwischen 1,2 und 1,6 Prozent Rendite. Die meisten Analysten und Investoren ficht das aber nicht an.

Underberg

Underberg ist auf gesättigten Märkten unterwegs, Anleger dürsteten trotzdem nach der anleihe des Spirituosenherstellers.

Bild: Creative Commons-Lizenz

Im Gegenteil: Die Analysten von zum Beispiel Goldman Sachs haben gerade Unternehmensanleihen erneut als die attraktivste Anlage im Bond-Universum bezeichnet. Und auch für den Vermögensverwalter Blackrock gehören Unternehmensanleihen weiter zu den attraktivsten Papieren.

Gerechtfertigt ist diese Einschätzung angesichts der niedrigen Renditen kaum. Die Verzinsung passt einfach nicht mit den sich verschlechternden Konjunkturaussichten in der Euro-Zone zusammen. Dazu kommt, dass die Unternehmen zwar in den vergangenen Jahren Schulden abgebaut haben und als besser gerüstet für eine Rezession gelten als vor drei Jahren.

Weitere Artikel

Aber: Die Analysten von Morgan Stanley haben ausgerechnet, dass sich die Schuldenkennziffern von 60 Prozent aller europäischen Firmen in diesem Jahr zumindest wieder leicht verschlechtert haben. Attraktiv sind die Anleihen höchstens im Vergleich zu dem guten halben Prozent Rendite, das es für zum Beispiel fünfjährige Bundesanleihen gibt. Aber auch hier ist Vorsicht angesagt. Schließlich sind die Renditen von Bundes- und bonitätsstarken Unternehmensanleihen eng korreliert. Das heißt: Wenn die Bund-Renditen steigen, wird das auch die Renditen der Anleihen von Unternehmen mit nach oben ziehen - und deren Kurse nach unten drücken.

Tool: Immobilienscout24

Immobilien-Wertfinder

Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet.

weitere Fotostrecken

Blogs

Es kann bis 9000 gehen
Es kann bis 9000 gehen

Die Rally läuft, und sich dagegen zu stemmen, ist gefährlich. Mindestens ein kräftiger Schub sollte noch kommen – nach...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.