Bundesbankbericht: Warum sich Sparen trotz Niedrigzinsen lohnen kann

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Bundesbankbericht: Warum sich Sparen trotz Niedrigzinsen lohnen kann

Seit Jahren warnen Ökonomen vor den Folgen mickriger Zinsen für deutsche Sparer. Sogar von schleichender Enteignung war die Rede. Jetzt beruhigt die Bundesbank: Es gebe wenig Anlass für solche Befürchtungen.

Trotz der anhaltend niedrigen Zinsen kann sich das Sparen für Privatanleger nach Überzeugung der Bundesbank nach wie vor lohnen. Befürchtungen, dass es sich für die Deutschen nicht mehr rentiere, Geld auf die hohe Kante zu legen, seien unbegründet, schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht.

Die tatsächlichen (realen) Renditeeinbußen seien dank der ebenfalls sehr mickrigen Inflation gar nicht so groß, wie man angesichts der niedrigen Zinsen denken könnte. Denn der geringe Preisauftrieb führe dazu, dass die Rendite auf gespartes Geld unter Berücksichtigung der Inflation nicht so klein sei wie oft befürchtet.

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So sieht die Geldanlage der Deutschen aus

  • Lebensversicherung

    35 Prozent der Deutschen haben eine Lebensversicherung abgeschlossen.

  • Bausparvertrag

    Fast ebenso viele, nämlich 32 Prozent, besitzen einen Bausparvertrag oder Bausparplan.

  • Tagesgeld

    In Deutschland besitzen 29 Prozent der Bürger ein Tagesgeldkonto.

  • Immobilien

    Ebenso viele, nämlich 29 Prozent, sehen ihre Immobilie als Geldanlage an.

  • Fondsanteile, Festgeld, Aktien

    20 Prozent besitzen Fondsanteile, 17 Prozent Festgeld/Termingeld und 12 Prozent Aktien.

  • Edelmetalle

    Deutlich geringer ist dagegen der Anteil der Edelmetallbesitzer: sieben Prozent haben in Goldbarren oder -münzen investiert und vier Prozent zählen Silberbarren oder -münzen zu ihrem Besitz.

  • Kunst und Antiquitäten

    Sechs Prozent sehen ihre Antiquitäten (z. B. einen sehr alten Schrank) als Geldanlage und vier Prozent besitzen wertvolle Kunstgegenstände.

  • Anleihen und Zertifikate

    Jeweils zwei Prozent haben Geld in Anleihen bzw. Zertifikate angelegt.

Zum anderen hielten die Deutschen neben den vergleichsweise renditeschwachen Bankeinlagen auch renditestärkere Anlageformen wie Aktien, Investmentfonds oder Lebensversicherungen. So bewegte sich die reale Rendite beispielsweise bei Lebensversicherungen laut Bundesbank stets im positiven Bereich. Seit 2012 sei sie wegen der gesunkenen Inflationsrate wieder auf das Niveau der frühen 1990er und mittleren 2000er Jahre gestiegen. Noch größer ist die Rendite bei Aktien, wenn auch mit dem Nachteil, dass die Kurse stark schwanken.

Betrachte man alle Anlageformen der Haushalte zusammen, dann lag die durchschnittliche Rendite laut Bundesbank zwischen 2008 und 2015 bei 1,5 Prozent. Zwar ist das deutlich weniger als zwischen 1991 und 2007, als es durchschnittlich 3,5 Prozent waren. Hauptursache für den Renditeverlust sei aber gewesen, dass die privaten Haushalte ihr Geld von Termin- und Spareinlagen in geringer oder gar negativ verzinste Sichteinlagen umgeschichtet hätten.

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Ohnehin lassen sich die Deutschen durch die Niedrigzinsen die Lust am Sparen nicht nehmen. Die Haushalte legten weiterhin 9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens zurück, betonte die Bundesbank. Das sei genauso viel wie zur Jahrtausendwende, als die nominalen Zinsen deutlich höher waren - die Inflation aber auch.

Dabei beobachtet die Bundesbank allerdings schon seit längerem, dass die Niedrigzinsen nicht dazu führen, dass die Verbraucher von Bankeinlagen abrücken und stattdessen riskantere Anlageformen wählen. Im Gegenteil: Der Anteil der als sicher geltenden Sichteinlagen bei den Banken ist seit der Krise sogar noch gestiegen. Die Experten der Bundesbank führen dies unter anderem auf eine „ausgeprägte Risikoaversion“ der Bundesbürger zurück: Die Deutschen gehen lieber auf Nummer sicher und nehmen im Zweifel reale Verluste in Kauf, als für die Aussicht auf eine höhere Rendite Risiken einzugehen.

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