Commerzbank: Geldhaus will Geschäft mit Mittelstand aufspalten

Commerzbank: Geldhaus will Geschäft mit Mittelstand aufspalten

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Die Commerzbank will offenbar ihr Mittelstandsgeschäft aufspalten.

Die Commerzbank erwägt laut einem Bericht, die Mittelstandssparte aufzuspalten und das Investmentbanking zu verkleinern. Die Folge wäre ein massiver Stellenabbau.

Die Commerzbank erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, ihre Mittelstandsbank aufzuspalten und das Investmentbanking weiter massiv zu verkleinern. Um kleinere Firmenkunden solle sich nach den Plänen künftig die Privatkundensparte unter Michael Mandel kümmern, international ausgerichtete Großkunden sollen der Investmentbank unter Michael Reuther zugeschlagen werden, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Personen, die mit den Überlegungen vertraut seien.

Für Vorstand Markus Beumer, der die lange Zeit sehr erfolgreiche Mittelstandsbank führt, sei in der neuen Struktur wohl kein Platz mehr. Die Commerzbank wollte sich dazu nicht äußern.

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Die zweitgrößte deutsche Bank arbeitet derzeit mit Hilfe der Unternehmensberatung McKinsey an einer neuen Strategie. Der seit Mai amtierende Vorstandschef Martin Zielke dürfte sie Ende des Monats vorstellen. Dann trifft sich der Aufsichtsrat zu seiner jährlichen Strategiesitzung. In Unternehmenskreisen wird vor allem ein Sparprogramm erwartet. Vor allem die Mittelstandsbank und der Handel dürften von Stellenstreichungen betroffen sein. Allein im Geschäft mit dem Mittelstand könnte eine verstärkte Digitalisierung mehr als 1000 Stellen überflüssig machen.

So soll das neue Filialnetz der Commerzbank aussehen

  • Flagship-Filialen

    Die Commerzbank hat aktuell 1.050 Filialen mit 12.000 Mitarbeitern. Langfristig sollen an zentralen Standorten – an Bahnhöfen, in Fußgängerzonen - 65 bis 100 Flagship-Filialen entstehen, die sich sowohl an Geschäfts- als auch an Privatkunden richten und auch die Vermögensberatung – Stichwort: Wealth Management - übernehmen. Die ersten dieser Filialen wurden in Berlin und Stuttgart getestet. "Das hat im Großen und Ganzen funktioniert", sagte Privatkundenvorstand Michael Mandel. Die nächsten sollen in Bochum, Bremen und Hannover eröffnet werden.

  • Klassische Filialen

    Die klassische Filiale mit einer Kasse sowie den typischen Schalterbeamten und den entsprechenden Beratungsangeboten soll erhalten bleiben.

  • Beratungsfilialen

    Zusätzlich soll es reine Beratungsfilialen geben. Geld einzahlen, abheben oder Währungen wechseln geht hier nicht.

  • Cityfiliale 2.0

    In den geplanten Cityfilialen werden Kunden die alltäglichen Bankgeschäfte erledigen können, aber keine Beratung für komplexe Finanzprodukte  bekommen. Für eine Baufinanzierung oder Vermögensberatung müssen die Kunden größere Zweigstellen aufsuchen.

Die Kapitalmarktsparte soll sich dem Bericht zufolge künftig stärker auf das Geschäft mit Unternehmenskunden konzentrieren. Dagegen solle der Handel mit Wertpapieren schrumpfen, die damit verbundenen Risikopositionen drastisch verkleinert werden. Das Szenario gelte als "favorisierte Option", entschieden sei noch nichts. Im Investmentbanking spielt die Commerzbank vor allem bei Eigenkapitalprodukten eine immer geringere Rolle. Dort hat sie sich bereits im Frühjahr aus Teilbereichen wie der Wertpapierleihe zurückgezogen.

In der Mittelstandsbank betreut die Commerzbank bisher auch Kunden mit Umsätzen von wenigen Millionen Euro. Der Konkurrent Deutsche Bank hat solche Kunden schon lange dem Privat- und Firmenkundensegment zugeordnet.

Commerzbank-Aufsichtsrat Eine Lösung, aber keine gute

Die gute Nachricht: die Commerzbank hat endlich einen neuen Aufsichtsratschef gefunden. Die schlechte: Es ist wieder ein interner Kandidat. Mehr Unabhängigkeit hätte der Bank gut getan.

Schmittmann soll neuer Commerzbank-Aufsichtsratschef werden. Quelle: dpa

Mit der Aufspaltung der Mittelstandsbank ließen sich unnötige Doppelarbeiten sparen, berichtete die Zeitung. "Man kann mit so einer neuen Struktur immens im Backoffice sparen", zitierte sie einen Manager.

Mit Mittelstandsbank-Chef Beumer würden Gespräche über eine Lösung geführt, hieß es in dem Bericht. Er arbeite zwar aktiv an der neuen Strategie mit, werde aber voraussichtlich den Vorstand verlassen. Beumer hatte neben Zielke als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge des ehemaligen Vorstandschefs Martin Blessing gegolten.

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