Constantin Medien: Druck steigt auf Kreditgeber

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Der Vorstandsvorsitzende der Constantin Medien AG, Fred Kogel (l), und Aufsichtsratschef und Großaktionär Dieter Hahn.

von Peter Steinkirchner

Schon lange will Constantin Medien ein Darlehen zurückzahlen. Der Plan scheitert, weil der Empfänger Stella Finanz als Sicherheit hinterlegte Aktien nicht herausgibt. Nun kommt Bewegung in die verfahrene Situation.

Der Vorgang dürfte Seltenheitswert haben unter börsennotierten Unternehmen in Deutschland: Constantin Medien versucht seit mehr als einem Jahr, ein Darlehen in Höhe von 38 Millionen Schweizer Franken zurückzuzahlen – und scheitert bislang damit, weil der Empfänger Stella Finanz als Sicherheit hinterlegte Aktien nicht herausgibt. Der ursprünglich vereinbarte Rückzahlungstermin am 30. Juni verstrich zuletzt ohne Annäherung der Streitparteien. Jetzt erhöht Constantin-Vorstandschef Fred Kogel den Druck und verlang über eine Züricher Anwaltskanzlei die Rückzahlung des Darlehens bis zum 10. Juli.

Die Weigerung der Stella spielt eine zentrale Rolle in dem erbittert geführten Kampf um die Macht bei Constantin. Hier stehen sich Ex-Constantin-Chef Bernhard Burgener und Aufsichtsrat Dieter Hahn unversöhnlich gegenüber. Beide verfügen über knapp 30 Prozent der Anteile. Hahn will das Filmgeschäft rund um Constantin Film verkaufen, Burgener nicht. Hahn hat keinen direkten Zugriff auf das traditionsreiche Unternehmen. Es ist eine Tochter der Schweizer Highlight Communications, an der Constantin Medien noch die Mehrheit von 60 Prozent hält. Highlight-Chef ist Burgener.

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Eine wichtige Verteidigungslinie von Burgener besteht in dem Millionen-Darlehen: Als er es vor einigen Jahren noch als Constantin-Chef vereinbarte, erhielt die Stella Highlight-Aktien aus dem Besitz der Constantin als Pfand. Diese entsprechen 50 Prozent der Stimmrechte, die Constantin nicht ausüben kann. Ein Versuch der Constantin, das Darlehen im Sommer 2016 vorzeitig zurückzuzahlen scheiterte, beide Parteien zogen vor Gericht. Die Verfahren laufen noch. Anhängig ist auch eine Klage der Constantin gegen den früheren Stella-Eigentümer, Martin Hellstern. Hellstern sitzt im Verwaltungsrat der Highlight.

Nun hat Constantin bei der Schweizer Bank UBS rund 42 Millionen Franken auf einem Konto hinterlegt, um das Darlehen Zug für Zug gegen Rückgabe der Aktien zurückzuzahlen. Ob Stella dem zustimmt, ist völlig offen. Aus dem Umfeld von Burgener heißt es, dieser habe „weder mit der Stella Finanz noch mit dem Darlehen etwas zu tun“.

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