Credit Default Swaps: Wertpapierversicherungen sollen zuverlässiger werden

Credit Default Swaps: Wertpapierversicherungen sollen zuverlässiger werden

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Der Internationale Derivateverband will Kreditausfallversicherungen für Händler und Anleger sicherer und durchschaubarer machen.

Vor dem griechischen Schuldenschnitt haben Banken heiß diskutiert: Kreditereignis, ja oder nein? Springen Kreditausfallversicherungen ein oder nicht? Ein Jahr später sollen die sogenannten CDS jetzt auf den Prüfstand - sie sollen zuverlässiger werden.

Gut ein Jahr nach dem griechischen Anleihentausch will der Derivatehändlerverband (International Swaps & Derivatives Association, kurz: ISDA) den sogenannten CDS-Markt umkrempeln. Zuletzt wurde das System der Kreditausfallversicherungen oder Credit Default Swaps (CDS) im Jahr 2003 neu geordnet. Laut einem Sprecher der ISDA sind derzeit CDS im Wert von 24 Milliarden Dollar (rund 18,4 Milliarden Euro) im Umlauf. Und für die könnten sich künftig die Bedingungen ändern. Sprich: Die ISDA will neu verhandeln, wann eine solche Wertpapierversicherung einspringen muss - und wann nicht.

Umstrittenes Geschäft

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Credit Default Swaps funktionieren in etwa wie eine Hausratversicherung: Investoren sichern sich mit einem CDS gegen die Pleite eines Staates oder eines Unternehmens ab. Tritt der "Schadensfall" dann tatsächlich ein, springt die Versicherung ein. Seit der Lehman-Pleite ist das Geschäft mit den Kreditausfallversicherungen aber recht umstritten, weil damals nur wegen der 180 Milliarden Dollar teuren Verstaatlichung des US-Versicherers AIG eine Kettenreaktion verhindert werden konnte. AIG hatte CDS auf Lehman-Anleihen im Wert von mehr als 500 Milliarden Dollar verkauft, hätte die Gläubiger aber nie entschädigen können. Dementsprechend forderten verschiedene Politiker im Vorfeld des griechischen Schuldenschnitts, dass keine Kreditausfälle bezahlt würden. Allerdings hat nicht die Politik darüber zu entscheiden, wann ein Kreditereignis eintritt und wann nicht - zumindest nicht bis heute. Diese Entscheidung trifft der Derivateverband ISDA.

Zehn Banken, der größte Rentenfondsmanager der Welt und vier Hedgefonds sind die Vertreter im für Europa zuständigen Komitee des Derivatehändlerverbands ISDA. Sie entscheiden darüber, ob ein Kreditereignis vorliegt und CDS ausbezahlt werden müssen.

CDS-Händler

CDS-Investoren 

Bank of America/Merrill Lynch

Goldman Sachs

Pimco (Rentenfonds)

Barclays

JPMorgan Chase

Citadel

BNP Paribas

Morgan Stanley

D.E. Shaw Group

Credit Suisse

Société Générale

Elliott Management Corporation

Deutsche Bank

UBS

BlueMountain Capital

Im Falle Griechenlands haben sich die Mitglieder der ISDA, insgesamt 15 CDS-Händler beziehungsweise CDS-Investoren, entschieden, dass der Schuldenschnitt ein Kreditereignis ist, Investoren ihre Verluste also erstattet bekommen. Die ausbezahlte Summe lag laut ISDA bei rund 2,6 Milliarden Euro.

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Um künftige Unstimmigkeiten, was nun ein Kreditereignis ist und was nicht, auszuräumen, hat der ISDA Marktteilnehmer dazu aufgefordert, zu einer Reihe von möglichen Änderungen Stellung zu beziehen. Mit einer Änderungen der Marktstandards soll mehr Sicherheit für Emittenten und Anleger geschaffen werden. Einen konkreten Zeitplan für die Änderungen hat der Derivateverband jedoch noch nicht.

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