
DüsseldorfDer Deutsche Aktienindex (Dax) stemmt sich gegen die Krise. Während Europas Politiker noch immer keine Lösung für das Schulden-Problem der Euro-Zone gefunden haben, steigen die Kurse an der Börse in Frankfurt kräftig. Mittlerweile notiert der Dax wieder bei mehr als 6700 Punkten – und damit rund sieben Prozent höher als noch vor vier Wochen. Viele Investoren habe die Minirally überrascht, sagte ein Händler an der Frankfurter Börse gestern. Sie seien davon ausgegangen, dass es in den Sommerferien wegen der Eurokrise noch weiter deutlich nach unten gehe mit den Kursen. Falsch gedacht. Zumindest bislang.
Die große Frage, die sich derzeit viele stellen, lautet: Hat der Dax seinen Boden gefunden – oder waren die Kursgewinne der vergangenen Tage nichts weiter als ein Strohfeuer? Burkhard Wagner von der Partners Vermögens-Management AG jedenfalls ist überzeugt, dass derzeit ein guter Zeitpunkt ist, einzusteigen. Viele solide deutsche Standardwerte seien nach wie vor unterbewertet, sagt der Münchener Vermögensverwalter. Im Blick hat er dabei vor allem die beiden Versorger – Eon und RWE.
Wagner ist einer von insgesamt 30 Vermögensverwaltern, die sich seit Anfang Januar in einem Wettbewerb der Münchener Direktbank messen. Wer macht am meisten aus einer Million Euro Spielgeld, wer findet die aussichtsreichsten Aktien, Anleihen oder Fonds. Die DAB Bank unterscheidet zwischen drei verschiedenen Depotkategorien: „Sicherheit“, „Ausgewogen“ und „Chance“. Wer will, kann die Bewegungen in den einzelnen Portfolien unter www.depot-contest.de mitverfolgen.
Wagner ist bei zwei Wettbewerben dabei; in der Kategorie „Sicherheit“ und in der „Ausgewogen“-Wertung. Beide Depots sind derzeit rund vier Prozent mehr wert als noch zu Spielbeginn am Jahresanfang. Damit liegt er jeweils im Mittelfeld beider Ranglisten. Führend in der Kategorie Sicherheit ist derzeit das Consulting Team Vermögensverwaltung AG mit einem Plus von mehr als sechs Prozent. Bei den „ausgewogenen“ Portfolien liegt Wolfgang Müller von der gleichnamigen Vermögensverwaltung vorn. Sein Depot hat bislang mehr als zehn Prozent zugelegt. Und damit mehr als der führende in der Chance-Kategorie, die Vermögensverwaltung Sand & Schott, die das eingesetzte Kapital bislang um knapp zehn Prozent vermehrt hat.
Zuletzt haben vor allem die Depots mit hohem Aktienanteil zugelegt. Andere dagegen, die nicht mit Mini-Rally gerechnet haben, sind zumindest vorübergehend zurück gefallen. So wie Alexander Seibold von der gleichnamigen Vermögensverwaltung. Vor nicht allzu langer Zeit lag sein Depot noch ganz vorn in der Kategorie „Chance“. Mittlerweile ist er weit zurückgefallen in der Rangliste, sein Portfolio hat seit Jahresanfang mehr als drei Prozent verloren. Vor zwei Wochen lag es noch gut sechs Prozent im Plus. Seibold hatte darauf gewettet, dass die Märkte weiter nachgeben.
Wagner dagegen hält an seinem Jahresziel fest: 7200 Punkte hatte er vorausgesagt für den Dax. Daran werde er nichts ändern. „Die meisten haben derzeit die Hosen voll“, sagt der Münchener. Wenn die Ängstlichen zurückkehrten an die Börse, könnten die Kurse nochmal um einiges zulegen, ganz ähnlich wie im Januar.
Etwas vorsichtiger ist Andreas Müller von Performance IMC. „Derzeit haben wir Aktien noch untergewichtet“, sagt der Vermögensverwalter. Man wisse noch nicht, ob der Boden in den vergangenen Wochen erreicht worden und der aktuelle Aufwärtstrend intakt sei. Mittelfristig, also auf Sicht der nächsten 12 bis 18 Monate, geht Müller allerdings davon aus, „dass viele Investoren von Anleihen in Aktien umschichten und die Kurse steigen.“






















