Die Rechnung mit der Liebe: Heiraten und Steuern sparen

Die Rechnung mit der Liebe: Heiraten und Steuern sparen

, aktualisiert 27. November 2011, 09:27 Uhr
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Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 382.000 Ehen geschlossen, in diesem dürften es ähnlich viele sein. Dabei spielen auch finanzielle Vorteile eine Rolle.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Liebe ist nicht der einzige Grund für die Eheschließung. Bei vielen Paaren spielen auch die finanziellen Vorteile eine Rolle. Welche Steuerklassen günstig sind und was es bei Versicherungsverträgen zu beachten gibt.

FrankfurtManche Übertreibungen sind so nahe an der Realität, dass sie auf den ersten Blick gar nicht als solche auffallen. „Warum hoffen 75 Prozent aller Frauen, dass sich ihr Mann im Laufe der Ehe ändert, 75 Prozent der Männer aber, dass sich ihre Frau nicht ändert?“, fragt der Kolumnist Axel Hacke in seinem neuesten Bestseller „Das Beste aus meinem Liebesleben“. Gerade heute müssen sich viele Paare diese Frage stellen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 382.000 Ehen geschlossen, in diesem dürften es ähnlich viele sein.

Mit dem Ja-Wort kommen aber gerade in finanzieller, steuerlicher und versicherungstechnischer Hinsicht jede Menge Veränderungen auf die frisch Vermählten zu. Immerhin hat der Versicherer Cosmos Direct gerade rausgefunden, dass es bei jedem dritten Paar um finanzielle Vorteile geht.

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Meist sind damit steuerliche Vorteile gemeint. Die Grundidee dahinter ist einfach: Singles finden sich normalerweise in der Steuerklasse I und zahlen relativ viel an Steuern. Wer verheiratet ist, kann wählen, ob er sich zusammen oder getrennt veranlagen lässt. Das gilt bereits für das Jahr der Eheschließung.

Dabei ist die gemeinsame Veranlagung die geläufige Variante und normalerweise auch günstiger. Geht man hier doch aus steuerlicher Sicht davon aus, dass beide Ehepartner gleich viel zum gemeinsamen Einkommen beitragen. Das ist in der Praxis jedoch selten der Fall, meist verdient einer der Partner mehr als der andere. Dann hat sich die Eheschließung bereits gelohnt. Generell gilt: Je größer der Einkommensunterschied, umso größer die Steuerersparnis.


Trennung von Vermögen und Einkommen ist die Ausnahme

Der besser verdienende Partner ist dann in der günstigeren Lohnsteuerklasse III, während der schlechter Verdienende mit der unattraktiven Klasse V vorliebnehmen muss. Am größten ist der steuerliche Vorteil übrigens, wenn einer der Partner überhaupt nicht arbeitet. „Splittingtarif“ ist das Zauberwort. Der Finanzbeamte ermittelt anfangs zwar die Steuereinkünfte beider Partner getrennt. Danach rechnet er den Gesamtbetrag aber zusammen. Der Clou dabei: Der eine kann von bestimmten Frei- und Pauschbeträgen des anderen profitieren, so dass am Ende insgesamt weniger Steuern zu zahlen sind.

Nun soll es aber auch Paare geben, bei denen gerade beim Geld die Liebe aufhört. Das beginnt im Kleinen bei getrennter Kontoführung und endet im Großen bei getrennter Steuerveranlagung und Gütertrennung. Sollte die Beziehung nicht von Dauer sein – immerhin wurden im vergangenen Jahr in Deutschland auch 187.000 Ehen geschieden –, dann sind zumindest die finanziellen Dinge geklärt.

Doch der Reihe nach. Dass Partner ihr Vermögen und ihre Einkünfte strikt trennen, ist zwar eher die Ausnahme, aber auch nicht ungewöhnlich. Gerade bei Akademikerpaaren ohne Kinderwunsch kommt es immer wieder vor. Gewöhnlich haben sich diese Paare dann auch für Gütertrennung entschieden. Das heißt, dass alle in der Ehe erwirtschafteten Einkünfte getrennt betrachtet werden.

Der Regelfall sieht jedoch anders aus und heißt Zugewinngemeinschaft. In diesem Fall gehört jedem der beiden Ehepartner das alleine, was er in die Ehe eingebracht hat. Was anschließend in der Ehe gekauft oder erwirtschaftet wird, gehört beiden zu gleichen Teilen. Damit soll beispielsweise ein Ausgleich geschaffen werden für Frauen, die für die Kindererziehung beruflich kürzertreten.


Den Partner als Begünstigten eintragen lassen

Daneben existiert die eher seltene Gütergemeinschaft, bei der auch das, was in die Ehe eingebracht wurde, beiden zugleich gehört. Wenn wie in den meisten Fällen kein notariell beurkundeter Ehevertrag angelegt wurde, dann lebt man nach der Eheschließung automatisch in einer Zugewinngemeinschaft.

Aber auch bei den Versicherungen muss vieles geändert werden. Das gilt besonders für die Lebensversicherung, die vor der Ehe abgeschlossen wurde. Auch wenn man im ehelichen Hochgefühl nicht an das eigene Ableben denkt, so sollte doch der Partner als Begünstigter eingetragen werden.

Sparen lässt sich bei Rechtsschutz- und Sachversicherungen wie Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung. Hatten beide Partner hiervon eine, so kann laut Versicherungsvertragsgesetz (VVG) der neuere Vertrag gekündigt werden.

Die andere Police gilt dann für die Familie. Schwieriger wird dies bei der Hausratversicherung, bei der man auf die Kulanz einer Gesellschaft angewiesen ist, um aus dem Vertrag zu kommen. Hier gilt, dass die Versicherung des einzelnen Partners das abdeckt, was der in die Ehe eingebracht hat. Generationen von Brautpaaren schüttelten über diese praxisfremde Regelung bereits den Kopf.


Die Fallstricke

Wer nach dem Ja-Wort nichts unternimmt, ist zwar automatisch die teure Lohnsteuerklasse los. Beide Partner landen dann aber in Klasse IV, die im Vergleich zur I keinen steuerlichen Unterschied ergibt. Um die Vorteile des Ehegattensplittings zu nutzen, sollte derjenige, der mehr verdient die Klasse III wählen, der andere die Klasse V. Wer jetzt heiratet, muss sich mit dem Wechsel beeilen. Bis zum 30. November muss dieser bei Gemeinde oder Bürgeramt beantragt werden.

Gewöhnlich gilt, was vor der Ehe erwirtschaftet oder angeschafft wurde, gehört diesem Ehepartner. Was danach kommt, beiden zusammen. Wer es anders will, der muss zum Notar und einen Ehevertrag aufsetzen lassen. Ansonsten gilt der sogenannte gesetzliche Güterstand, auch Zugewinngemeinschaft genannt. Egal, für was man sich entscheidet: Auf jeden Fall ratsam ist es, dem Ehepartner eine Verfügungsmacht für die eigenen Konten einzuräumen.

Bei den Haftpflicht-, Wohngebäude- und Rechtschutzversicherungen genügt jetzt jeweils eine. Wer später seine Versicherung abgeschlossen hat als sein Partner, der kann diese kündigen. So lassen sich einige Hundert Euro im Jahr sparen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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