Diplomatische Lösung: Russlands Syrien-Vorstoß macht Öl und Gold billiger

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Diplomatische Lösung: Russlands Syrien-Vorstoß macht Öl und Gold billiger

Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung der Syrien-Krise hat unter den Rohstoffanlegern für Entspannung gesorgt. Vor allem der Ölpreis geriet am Dienstag ins Rutschen.

Die syrische Regierung begrüßte den russischen Vorstoß umgehend, ohne ausdrücklich zuzustimmen. Ein Militärschlag der USA gegen Syrien sei zwar noch immer möglich, aber die Wahrscheinlichkeit sei inzwischen doch kleiner geworden, sagte Ben Le Brun, Marktanalyst bei OptionsXpress in Sydney.
Öl der Nordseesorte Brent verbilligte sich um bis zu ein Prozent auf 112,61 Dollar je Fass und kostete damit so wenig wie seit einer Woche nicht mehr. Ende vergangenen Monats hatte der Brent-Preis noch auf einem Sechs-Monats-Hoch von mehr als 117 Dollar notiert, weil Investoren im Falle einer Eskalation des Konflikts Versorgungsengpässe fürchteten. Auch der Preis für das US-Öl WTI fiel in der Spitze um mehr als ein Prozent auf 108,20 Dollar je Barrel.

Regionale Player im Syrien-Konflikt

  • Israel

    Ein Einsatz syrischer Massenvernichtungswaffen ist ein Alptraum für Israel, das dem Konflikt bisher eher als Beobachter beiwohnte. Jetzt warnt Jerusalem laut davor, dass Assads Chemie- und Flugabwehrwaffen in die Hände der Hisbollah oder Al-Kaidas fallen könnten. Positiv wäre für Israel, dass sein Erzfeind Iran mit Assad seinen wichtigsten Stützpfeiler in der Region verlieren würde. Mit Assad könnte Israel allerdings auch einen Nachbarn verlieren, der für weitgehende Ruhe an der gemeinsamen Grenze gesorgt hat.

  • Saudi Arabien und Katar

    Die sunnitischen Herrscher vom Golf unterstützen in Syrien - wie schon zuvor in Libyen - die islamisch-konservativen Kräfte. Und versuchen, einen Verbündeten ihres Erzfeindes Iran zu schwächen. Daheim können sie sich so als Unterstützer der Revolution präsentieren, ohne Protesten Vorschub zu leisten. Damaskus will in Saudi-Arabien und Katar die Urheber des „Komplotts“ gegen sich identifiziert haben.

  • Türkei

    Das Nato-Mitglied ist seit langem einer der schärfsten Kritiker des syrischen Regimes. Weiter verschärft wurde das Verhältnis Ende Juni durch den Abschuss eines türkischen Kampfflugzeuges vor der syrischen Küste. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sagte dem syrischen Volk daraufhin Unterstützung bis zur Befreiung von „Diktator“ Assad zu, bei weiteren Zwischenfällen werde sein Land mit Gewalt zurückschlagen. Ein Teil des Nachschubs der syrischen Rebellen wird durch die Türkei geschleust, die allerdings offiziell keine Waffen liefert.

  • Libanon

    Das westliche Nachbarland Syriens ist zerrissen - eine gefährliche Lage. Die Sunniten im Libanon stehen mehrheitlich auf der Seite der syrischen Opposition, die zum Großteil ebenfalls aus Sunniten besteht. Über die Grenze werden auch Waffen geliefert. Die schiitische Hisbollah-Miliz hingegen, die in Beirut in der Regierung sitzt, ist mit dem Assad-Regime verbündet. Die Waffen, mit denen sie ihre Herrschaft sichert, kommen aus Damaskus. Seit einigen Wochen gibt es im Libanon Auseinandersetzungen zwischen pro- und anti-syrischen Gruppierungen, dabei gab es auch Tote.

  • Iran

    Aus iranischer Sicht darf das syrische Regime keinesfalls fallen. Im Frühjahr erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad, er kenne keine Grenzen bei seiner Unterstützung für Präsident Assad. Angeblich schickte Teheran Militärberater und Kämpfer. Ohne Assads Regime würde es für den Iran schwerer, die eigene anti-israelische Ideologie zu verbreiten. Auch die pro-iranischen Milizen, besonders die Hisbollah in Libanon, würden geschwächt. Zuletzt bestätigte der Iran Gespräche mit Regimegegnern in Syrien und brachte sich als Vermittler ins Gespräch.

  • Al-Kaida

    Das Terrornetzwerk Al-Kaida versucht einmal mehr, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Die Terroristen wollen sich als Speerspitze der Revolution präsentieren und das anschließende Tohuwabohu für ihre Zwecke nutzen.

Von Gold nahmen die Anleger am Dienstag ebenfalls Abstand. Der Preis für das vor allem in unsicheren Zeiten gefragte Edelmetall gab um 0,6 Prozent auf 1378 Dollar je Feinunze nach. Zusätzlich belastet wurde Gold auch von Spekulationen auf eine baldige Straffung der ultralockeren Geldpolitik der Fed. Die nächste Zinssitzung der US-Notenbank findet am 17. und 18. September statt. Einer Reuters-Umfrage zufolge dürfte sie dann den Startschuss zu einer Reduzierung ihrer Konjunkturhilfen geben, die Ersatzwährung Gold sollte damit an Beliebtheit einbüßen. Allerdings stellt sich die Mehrheit der befragten Primärhändler von US-Staatsanleihen erst einmal auf eine moderatere Drosselung ein. Die Notenbank pumpt derzeit jeden Monat 85 Milliarden Dollar in die Wirtschaft - über den Kauf von Immobilienpapieren und Staatsanleihen.

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