Drei Strategien, drei Depots: Einzelwerte suchen und zugreifen

17. Februar 2013, aktualisiert 17. Februar 2013, 15:28 Uhr
Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Quelle: Jens DietrichBild vergrößern
Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Quelle: Jens Dietrich
Quelle: Handelsblatt Online

Der Gesamtmarkt kommt kaum von der Stelle. Dafür geht es bei Einzelaktien hoch her. Übernahmen und Börsengänge kommen wieder in Mode. Frank Wiebe sieht darin Potenzial. Dafür muss man allerdings sehr schnell sein.

Die Übernahme von Heinz durch Warren Buffett macht deutlich: Es geht wieder was. Wir bewegen uns in eine neue Börsenphase hinein. Der breite Markt hat vielleicht gar nicht mehr so viel Potenzial und die Unterstützung von der „realen“ Wirtschaft für die Börse hält sich in Grenzen, wie in den schwachen Wachstumszahlen zum Ausdruck kommt.

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Aber wenn Übernahmen wieder häufiger werden und die Firmen mutig genug sind, ihre gehorteten Bargeldbestände zu investieren, dann ist zumindest für einzelne Aktien Potenzial zu erkennen. Vielleicht wird es in der nächsten Zeit wichtiger, sich einzelne Unternehmen anzuschauen, oder schnell zu reagieren, wenn Übernahmephantasien spürbar werden.

Die nächste Phase wäre eine, wo plötzlich wieder sehr viele Unternehmen neu an die Börse drängen oder Konzerne große Kapitalerhöhungen durchziehen. Das freut dann die Banken. Allerdings ist in dieser Phase klar: Wenn Unternehmen Eigenkapital als „billig“ einschätzen, dann heißt das umgekehrt, dass Unternehmen teuer sind. Häufig ist das die Endphase gut laufender Börsen - aber da sind wir noch nicht.


Der Börse steht keine leichte Woche bevor

Die vergangene Woche war nicht sehr erfreulich für Dax-Investoren. Vor allem schwache Konjunkturdaten aus Europa drückten die Stimmung. Letztlich ging der Dax mit einem Abschlag von rund einem halben Prozent aus der Woche.

Die Konjunkturdaten werden in den kommenden Tagen aber nicht enttäuschen, davon sind viele Volkswirte überzeugt: Sowohl der ZEW-Indikator morgen als auch der am Freitag anstehende Ifo-Geschäftsklimaindex dürften gut ausfallen, heißt es. Auch die anderen Konjunkturtermine sollten keine böse Überraschung bereiten. Unternehmensergebnisse stehen ebenfalls auf dem Terminkalender: Am Dienstag legt die Deutsche Börse Zahlen vor, am Donnerstag die Allianz. Aus der zweiten Reihe veröffentlichen unter anderem Pfeiffer Vacuum, Aareal Bank und Kabel Deutschland Ergebnisse.

Sorgen bereiten den Börsianern aber andere Themen. So wurde am Wochenende in Zypern ein neuer Regierungschef gewählt, und in Italien beginnen in ein paar Tagen die Parlamentswahlen. Auch den Schmiergeldskandal in Spanien haben viele Anleger noch nicht vergessen. Die Sorge um die Folgen der Schuldenkrise in Europa ist wieder in den Vordergrund gerückt.

Der Börse steht somit keine leichte Woche bevor. Da haben es die US-Investoren etwas besser: Sie starten wegen eines Feiertags erst am Dienstag in die Woche.


Erholung der Commerzbank-Aktie fällt aus

Commerzbank-Aktionäre sind Kummer gewöhnt, vor allem wenn sie schon länger bei Deutschlands zweitgrößtem Kreditinstitut investiert sind. Dem schmerzhaften Absturz des Aktienkurses in der Finanzkrise folgte nicht, wie bei so vielen anderen Häusern, die Erholung. Im Gegenteil. Die Aktie dümpelt vor sich hin, hat im vergangenen Jahr sogar noch mal kräftig verloren. Und das, obwohl der Dax fast 30 Prozent zugelegt hatte. Eine weitere Enttäuschung.

Auch ich habe auf die Erholung des Papiers gesetzt, als ich Mitte November eingestiegen bin. Immerhin hat die Aktie seither gut zehn Prozent zugelegt. Ob die Commerzbank-Aktie weiteres Potenzial hat, wird sich zeigen.

Denn was am Freitag bei Vorlage der Bilanz aus der Bank zu hören war, verstimmte Börsianer eher. Die vorgelegten Zahlen und der Ausblick für 2013 vermochten keine Begeisterung auszulösen. Analysten bestätigten reihenweise ihre Empfehlungen, die Aktie zu halten.

Es gab allerdings auch zwei Kaufempfehlungen: Equinet und Alpha Value glauben weiter die Commerzbank mit Kurszielen von 2,10 beziehungsweise 1,84 Euro. Das durchschnittliche Kursziel der vom Börseninformationsdienst Bloomberg befragten Experten liegt allerdings nur bei 1,49 Euro – und damit exakt auf dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Damit hätte die Aktie dann kein Potenzial mehr. Ich bin allerdings etwas optimistischer.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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