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Drei Strategien, drei Depots: „Gewinne schmelzen dahin“

Quelle: Handelsblatt Online

Italien versetzt die Märkte weltweit in eine Schockstarre. Der Abverkauf trifft unsere Redakteure besonders hart. Und in wenigen Tagen steht bereits das nächste Großereignis vor der Tür.

Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Quelle: Jens Dietrich
Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Quelle: Jens Dietrich

Die Amerikaner scheinen den Italien-Schock erstaunlich schnell zu verdauen – vielleicht voreilig. Sie schauen lieber wieder auf den eigenen Markt. Und da bringt der Case-Shiller-Index, der den US-Immobilienmarkt abbildet, eine freudige Überraschung: Er lag im Dezember um fast sieben Prozent über dem Stand des Vorjahres. Das war der größte Sprung seit 2005. In 19 von 20 Städten ging es 2012 aufwärts.

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Im November hatte dieser wichtige Index noch eine leichte Schwäche gezeigt, die aber von den Experten – zu Recht, wie sich zeigt – als vorrübergehend und eher technischer Natur eingestuft wurde. Damit bleibt der Immobilienmarkt der wichtigste Motor der amerikanischen Konjunktur, die von der Politik eher Gegenwind spürt.

Ich persönlich bin etwas überrascht, dass die internationalen Investoren die Italien-Wahl, wenn man auf die Kurse schaut, eher noch auf die leichte Schulter nehmen.

Italien ist nicht Griechenland, sondern ein Schwergewicht der Euro-Zone. Und da geben jetzt Politiker zumindest AUCH den Ton an, bei denen man nicht ernsthaft den Willen spürt, notwendige Reformen einzuleiten und am Euro festzuhalten. Nach meiner Meinung ist die Situation daher letztlich ernster als viele andere zuvor, wo die Märkte weitaus nervöser reagiert haben. Wir können gespannt sein, wie lange die noch gefasste Stimmung der Investoren hält.


Erneuter Sturz von der Fiskalklippe droht

Die Wahl in Italien sorgt an den internationalen Märkten weiter für Verunsicherung. Börsianer fürchten, dass das Land von seinem Reformkurs abweichen könnte und das drückt die Kurse. Die wenigsten Aktien können sich im Plus halten, und auch in meinem Depot schmelzen die Gewinne dahin. Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten – allerdings müssen die Investoren noch etwas Geduld haben.

Denn wenn sich die Märkte von dem Schock über das Wahlergebnis in Italien erholt haben, droht neues Ungemach: Zum 1. März steht die US-Wirtschaft wieder vor der Fiskalklippe. Sie erinnern sich? Zu Jahresbeginn hatten die US-Politiker in ihrem Streit über den Staatshaushalt in letzter Minute einen Kompromiss gefunden und damit automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen abgewandt.

Aber es war eben nur ein Kompromiss, durch den Entscheidungen aufgeschoben wurden – bis zum 1. März. Somit könnten nun doch Ausgabenkürzungen in Kraft treten. Den Börsenexperten der Commerzbank zufolge geht es um eine Summe von 42 Milliarden Dollar für das (bis zum 30. September laufenden Haushaltsjahr) 2013, ein Betrag, durch den die US-Wirtschaft nach Meinung vieler Volkswirte nicht ins Wanken käme. Aber gute Nachrichten für die Börse sehen anders aus.


„Jammern hilft nicht“

Was für ein Börsentag. Tiefrote Vorzeichen, wohin man blickt. Mir geht es ähnlich wie Kollegin Kerstin: Die Gewinne in meinem Musterdepot schmelzen dahin. „Short“ hätte ich gehen sollen, auf fallende Kurse setzen. Hätte, würde, wäre – wer kennt sie nicht, die verpassten Chancen oder gar Fehlentscheidungen an der Börse.

Besonders hart hat es am Dienstag meine Positionen in den südeuropäischen Krisenländern getroffen. Wen wundert es nach dem Wahlausgang in Italien? Jammern hilft nicht. Jetzt heißt es: Aussitzen oder aussteigen.

Ich entscheide mich für das Aussitzen, denn bekanntlich haben politische Börsen kurze Beine. Wichtig ist allerdings, dass aus dem politischen Patt in Mailand keine wochen- oder gar monatelange Hängepartie wird. Und noch wichtiger ist, dass sich das Land nicht von seinem Sparkurs abwendet. Es bleibt spannend.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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