Drei Strategien, drei Depots: Wenn die Notenbank aufhört, Geld zu drucken

14. Februar 2013, aktualisiert 14. Februar 2013, 20:05 Uhr
Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Quelle: Jens DietrichBild vergrößern
Good Bye: Frank Wiebe, Korrespondent in New York, verabschiedet sich beim spekulativem Depot mit einer Rendite von 8,1 Prozent. Quelle: Jens Dietrich
Quelle: Handelsblatt Online

Der Markt für Staatsanleihen in den USA wird im zweiten Halbjahr einen Ausstieg der Notenbank aus der Staatsfinanzierung vorwegnehmen. Davon hängt maßgeblich ab, wie es an den Aktienmärkten weitergeht.

Wie werden die Aktien bis zum Ende des Jahres laufen? Die Frage hängt eng damit zusammen, wie die Anleihen sich entwickeln. Und da glauben die Analysten der Deutschen Bank, dass der Markt für Staatsanleihen in den USA im zweiten Halbjahr einen Ausstieg der Notenbank aus der Staatsfinanzierung vorwegnehmen wird.

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Das heißt: Die Kurse sinken, die Renditen steigen auf ein Niveau irgendwo über zwei Prozent. Das könnte die Aktienbörse ziemlich in Bewegung setzen. Nur wie? Einerseits dürften manche Anleger aus Furcht vor Kursverlusten bei Anleihen umschichten in Aktien. Auf der anderen Seite sind steigende Zinsen meist Gift für die Börse. Vielleicht läuft es so: Es gibt kurz vor dem Zinsanstieg noch einen – aber dann den letzten – Schub für Aktien.

Wann die Notenbank dann tatsächlich aufhört, Staatsanleihen zu kaufen, ist die zweite Frage. Nach Schätzung der Deutschen Bank müsste die Rendite auf ein Niveau von rund drei Prozent steigen, damit der Markt wieder funktioniert, also private Investoren genügend Schuldtitel kaufen. Nach ihrer Ansicht wäre so eine Rendite im historischen Vergleich auch nicht allzu hoch und daher alles andere als eine Katastrophe.

Dahinter steht die Philosophie: Ein steigender Zins ist in Ordnung, wenn dafür die "richtigen" Gründe ausschlaggebend sind. Und "richtig" wäre eben: Die Konjunktur belebt sich, der Staatshaushalt stabilisiert sich, die Notenbank hört auf Geld zu drucken - anders gesagt, die Welt ist wieder in Ordnung.


Heinz-Aktionär müsste man sein!

Warren Buffett hat wieder einmal zugeschlagen. Der Superinvestor hat sich Heinz Ketchup einverleibt. Buffetts Firma Berkshire Hathaway und der Finanzinvestor 3G Capital erklärten am Donnerstag, den US-Ketchup-Riesen Heinz für 28 Milliarden Dollar (umgerechnet 21 Milliarden Euro) zu übernehmen. „Heinz hat ein starkes und nachhaltiges Wachstumspotenzial“, sagte Buffett. Die Übernahme ist eine der größten, die je im Lebensmittelsektor abgewickelt wurden.

Heinz-Aktionär müsste man sein! Sie sollen 72,50 Dollar je Aktie bekommen. Das ist ein Zuschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Kein Wunder, dass das Papier schon vorbörslich um 20,2 Prozent hochschnellte. Dabei hat die Aktie bereits seit März 2009 gut 85 Prozent an Wert gewonnen. Der Preis liegt 19 Prozent über dem Allzeithoch der Aktie, 23 Prozent über dem 90-Tage-Durchschnitt und 30 Prozent über dem Ein-Jahres-Schnitt. Ein lukratives Geschäft für die Anteilseigner. Zumindest auf den ersten Blick.

Warren Buffett hat in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen, dass er ein gutes Händchen für Investments hat. Es ist also gut möglich, dass die Heinz-Aktie weiter steigt. Diese Wette ist mir aber erst einmal zu heiß.


Commerzbank: Nicht fürs konservative Depot

Investmentexperten wie Asoka Wöhrmann sind optimistisch: Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis seien Aktien günstig, sagt der DWS-Chef im Handelsblatt-Interview. Er ist nicht der einzige, der diese Ansicht vertritt. Trotzdem kommt der Dax derzeit nicht vorwärts. Am Donnerstag versetzten unerwartet schwache Zahlen zum Wirtschaftswachstum der Eurozone der Stimmung einen Dämpfer. Denn die Rezession im Euro-Raum und die weltweite Konjunkturschwäche haben Deutschland zum Jahresende stärker erfasst als erwartet.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Schlussquartal 2012 bereinigt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. In ihrer ersten Schätzung hatte die Behörde noch minus 0,5 Prozent angenommen. Der Einbruch war der heftigste seit Anfang 2009. Auch die Wirtschaft im Euro-Raum brach zum Jahresende so stark ein wie seit fast vier Jahren nicht mehr.

Kaum eine Dax-Aktie konnte sich nach diesen Nachrichten im Plus halten. Die Commerzbank gehörte zu den größten Verlierern. Am Freitag legt die Bank Zahlen für das vergangene Jahr vor. Ich bin gespannt, ob die Ergebnisse der Aktie wieder Auftrieb geben. Aber so unstet wie die Aktie ist, bin ich froh, dass das Papier nicht in meinem Depot ist - auch wenn sich die Investition für meine Kollegin Jessica gelohnt hat.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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Kommentar | 1Alle Kommentare
  • 15.02.2013, 17:38 Uhrwulff

    Die Notenbank wird nicht aufhören, Geld zu drucken!

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