Duell der Geldmanager: Wer am meisten aus dem Geld macht

16. Februar 2012, aktualisiert 16. Februar 2012, 14:02 Uhr
Ohne Aktien kommt kein ausgewogenes beziehungsweise chancenorientiertes Depot aus. Quelle: dpaBild vergrößern
Ohne Aktien kommt kein ausgewogenes beziehungsweise chancenorientiertes Depot aus. Quelle: dpa
von Christian Panster Quelle: Handelsblatt Online

Im Depot-Contest der DAB Bank treten derzeit 30 deutsche Vermögensverwalter gegeneinander an. Handelsblatt Online zeigt, wessen Aktien aktuell am besten stehen - und ob die Profis jetzt noch kaufen

FrankfurtDer Deutsche Aktienindex steigt und steigt. Seit Jahresbeginn hat der Leitindex fast elf Prozent zugelegt. So gut ist der Dax schon lange nicht mehr gestartet. Vielen Anlegern ist der rasante Aufschwung mittlerweile aber ein wenig unheimlich geworden. Sie fragen sich, ob es ratsam ist, auf dem aktuellen Kursniveau noch einzukaufen – oder besser abzuwarten.

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Die Profis jedenfalls sind vorsichtig geworden; sie rechnen damit, dass der Dax in den kommenden Wochen stark schwanken wird. Nach oben, vor allem aber auch nach unten. Schaue man sich die Charttechnik an, die 200-Tage-Linie beim Dax etwa, spreche derzeit einiges für einen nochmaligen Rücksetzer, sagt Wolfgang Müller, Chef der gleichnamigen Vermögensverwaltung.

Vorsichtig ist auch Guido von Schemm von Merito Asset Management: „Wir gehen davon aus, dass das Potenzial bis zum Jahresende beim Dax nahezu ausgeschöpft ist“, sagt der Vermögensverwalter. Die Schuldenkrise in Europa sei noch lange nicht gelöst. Und das werde die Märkte weiter belasten.

Von Schemm und Müller sind zwei von insgesamt 30 Vermögensverwaltern, die seit Jahresanfang in einem Wettbewerb der Münchener DAB Bank gegeneinander antreten. Dabei kommt es darauf an, wessen Musterdepot am Ende des Jahres am besten dasteht. Es ist die Suche nach der Zauberformel gewissermaßen. Die DAB Bank unterscheidet zwischen drei verschiedenen Depotkategorien: „Sicherheit“, „Ausgewogen“ und „Chance“.  Insgesamt haben die Geldverwalter eine Million Euro Spielgeld zur Verfügung, das es zu mehren gilt. Anleger können die aktuellen Depots der Profis, ihre Wertpapierkäufe und -verkäufe im Internet mitverfolgen.

Auffällig ist derzeit die Zusammensetzung der meisten Depots in der Kategorie „Sicherheit“. Galten früher Staatsanleihen als solides Fundament eines jeden Depots, sind sie heute so gut wie daraus verschwunden, zumindest die Bonds von europäischen Schuldnern. Jörg Wiechmann von der Top Vermögensverwaltung baut in seinem Musterdepot stattdessen auf eine Auswahl verschiedener Fonds. Immobilienfonds etwa oder Indexfonds, die Anleihen aus den Schwellenländern abbilden.


„Die Bonität der Unternehmen ist höher als die der Staaten“

Einen Großteil seines Spielgelds hat Wiechmann investiert, seine Barquote ist mit knapp 90.000 Euro im Moment eher gering. Seit Jahresanfang hat sein Musterdepot knapp drei Prozent zugelegt. Damit zählt er zu den Führenden in der Kategorie „Sicherheit“.

Noch besser lief es für die Consulting Team Vermögensverwaltung. Ihr Depotwert stieg bisher um 3,17 Prozent. „Die Alternativen zu Staatsanleihen sind Unternehmens- und Wandelanleihen. Die Bonität europäischer Unternehmen ist mittlerweile höher als die der staatlichen Schuldner“, sagt Ingo Theismann. Außerdem hätte sich am Euro- und US-Dollar-Bondmarkt mittlerweile eine riesige Preisblase gebildet.

Auch wenn die Aktienkurse zuletzt deutlich gestiegen sind, eines steht den Profis zufolge fest: Ohne Aktien kommt kein ausgewogenes beziehungsweise chancenorientiertes Depot aus. „Die Inflationsgefahr steigt mit jedem Tag, an dem die Notenbanken die Geldmenge weiter aufblähen, ohne dass dem eine entsprechende Menge an Waren und Dienstleistungen entgegensteht“, sagt Theismann. Aktien sind in so einem Umfeld die bessere Wahl als verzinsliche Anlagen.

Entscheidend ist angesichts des anfälligen Marktumfelds die richtige Auswahl. Vermögensverwalter Müller geht dabei sehr selektiv vor; einen bestimmten Fokus auf bestimmte Branchen oder Regionen habe er nicht, sagt er. Auffällig ist derzeit allerdings sein gesteigertes Interesse an Bankaktien. Einen Teil des Spielgelds hat er in Papiere der Commerzbank, der Deutschen Bank – und der Bank of Ireland gesteckt. Letztere haben seit dem Einstiegszeitpunkt immerhin fast 40 Prozent zugelegt. Insgesamt liegt sein Chance-Depot knapp zwölf Prozent im Plus.

Von Schemm schaut sich bei der Auswahl vor allem außerhalb der Landesgrenzen um. „Unser geografischer Fokus liegt derzeit nicht auf Europa, sondern auf Asien und Russland. Dort sind die Bewertungen günstiger. Wenn Europa, dann nur Unternehmen mit hohem Exportanteil und solider Dividende aus Deutschland.“

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