Edelmetall teurer: Wetten auf steigenden Goldpreis nehmen zu

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Edelmetall teurer: Wetten auf steigenden Goldpreis nehmen zu

von Andreas Toller und Anton Riedl

Der Goldpreis hat einen kräftigen Satz nach oben gemacht. Schon wächst die Hoffnung auf einen anhaltenden Anstieg. Das könnte sich aber auch als trügerisch erweisen. Womit Goldanleger rechnen müssen.

Während weite Teile Deutschlands am Feiertag Fronleichnam die Füße hochlegen konnten, ging der internationale Rohstoffhandel ungebremst weiter. Vor allem Goldanleger dürften sich darüber freuen: Der Goldpreis stieg am Abend kurzzeitig wie eine Rakete in die Höhe und legte von 1277 Dollar auf 1314 Dollar je Feinunze zu. Es war der größte Tagesgewinn seit Oktober 2013. Zwar gab es am Freitag zunächst wieder einen Dämpfer, aber der Goldpreis hat ein paar Hürden genommen, die zumindest charttechnisch einen weiter steigenden Goldpreis begünstigen. Im Fahrwasser von Gold stieg auch der Silberpreis überproportional und übersprang die Marke von 20 Dollar je Unze.

Mit dem Sprung auf über 1300 Dollar hat der Goldpreis den seit März bestehenden Abwärtstrend gebrochen. Er ist damit wieder in die Schiebezone vorgedrungen, die er im April und Mai gebildet hatte. Zugleich bestätigt dieser kleine Trendbruch den größeren vom Jahresanfang, als der Goldpreis den steilen Abwärtstrend von 2013 übersprang.

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Kurzfristig ist Gold nun an dem Trend angestoßen, der seit Ende 2012 besteht. Es könnte also zunächst eine kleine Schaukelpartie um den Bereich 1300 geben, bevor es dann in Richtung 1360/1380 geht. Hier verläuft in einigen Wochen die Dachlinie der Schwankungen, die seit Frühjahr 2013 bestehen.

Bodenbildung wahrscheinlich

Insgesamt verdichtet sich damit das Bild, dass der Goldpreis in der Spanne 1200 bis knapp 1400 eine größere Bodenbildung vollzieht. Abgeschlossen mit einem starken Kaufsignal wäre sie bei einem Anstieg über 1400. Das wäre dann das entscheidende Zeichen dafür, dass sich die große Goldhausse wieder fortsetzt.

Die jüngste Goldpreisentwicklung bestätigt erneut, dass die Goldoptimisten in der Überzahl sind. Neben der Charttechnik gibt es auch fundamentale Gründe, die für einen weiter ansteigenden Goldpreis sprechen. Da wären zum einen die geopolitischen Risiken für die Wirtschaft, die aus den Konfliktherden in der Ukraine und dem Irak erwachsen. Ohne eine Lösung ist durchaus mit negativen Folgen für die Wirtschaft ab. Beim Ölpreis ist das sehr deutlich zu beobachten.

Wie Anleger die Geldanlage Gold beurteilen

  • 76 Prozent

    Die deutliche Mehrheit – 76 Prozent – der Bürger ist der Meinung, dass Gold eine gute Ergänzung zu anderen Geldanlagen ist.

  • 68 Prozent

    68 Prozent halten Gold für eine sichere Geldanlage.

  • 58 Prozent

    58 Prozent finden, dass Gold für risikoscheue Anleger geeignet ist.

  • 46 Prozent

    Der Aussage 'Gold ist zur Zeit eine lohnende Anlage, weil die Kurse steigen werden' stimmt knapp jeder zweite Bürger zu.

Dieser hat sich nach den Rückgängen der vergangenen Monate deutlich erhöht - insbesondere, weil eine Ausbreitung des Konflikts auf weitere Länder im Nahen Osten auch die wichtigsten Ölförderländer und die Transporte für den Rohstoff belasten könnten. Ein hoher Ölpreis bremst wiederum die Wirtschaft, weil diese den wichtigen Rohstoff dann entsprechend teurer bezahlen müssten. Ängstliche Anleger könnten dann wieder vermehrt zum Gold greifen, um mehr Sicherheit im Depot zu haben.

Wenig Gold, viele Schulden

Viele Marktbeobachter wie etwa Edelmetallexperte Thorsten Schulte - besser bekannt als der Silberjunge - sehen den Boden für einen weiteren Anstieg beim Gold jedoch vor allem in der expansiven Geldpolitik der Notenbanken bereitet. Die global betrachtet rund 100 Billionen Dollar Schulden stünden in keinem angemessenen Verhältnis mehr zu den Goldbeständen weltweit, sagte Schulte gegenüber dem Nachrichtensender N24.

Rohstoffanalyst Eugen Weinberg von der Commerzbank sieht die Entscheidung der US-Notenbank Fed vom Mittwochabend als Auslöser für die Preisrally bei Gold und Silber. Überraschendes habe die Fed jedoch gar nicht mitgeteilt. "Dabei handelte es sich aber nicht um physische Goldkäufe, sondern diese erfolgten vielmehr am Futures-Markt", analysierte Weinberg in seinem täglichen Kommentar zu den Rohstoffmärkten.

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Mit über 245 Tausend Kontrakten wetteten Spekulanten offenbar überdurchschnittlich stark auf einen steigenden Goldpreis in der Zukunft. Diese Investorengruppe war auch für den historischen Goldpreisrekord 2011 sowie mit ihren Verkäufen im Jahr 2013 für die Abstürze beim Goldpreis maßgeblich verantwortlich. Kehren sie nun an den Gold-Terminmarkt zurück, wächst auch wieder die Gefahr von kräftigen Preisrückschlägen, wenn sie ihr Engagement aufgeben.

Investoren in physisches Gold und insbesondere Privatanleger behalten ihr Gold hingegen meist über viele Jahre - unter anderem, weil der Werterhalt und die Funktion als Versicherung vor Vermögensverlust bei ihnen im Vordergrund stehen.

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