Edelmetallanlage: Gold ermattet und richtungslos

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Edelmetallanlage: Gold ermattet und richtungslos

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Das Jahr begann für Goldanleger gut, dann sank der Preis. Bald entscheidet sich, wie sich der Goldpreis weiter entwickeln wird

von Andreas Toller

Gold ist bei Privatanleger beliebt wie nie, aber zuletzt geriet der Goldpreis wieder unter Druck. Das Edelmetall steht am Scheideweg.

Für Goldanleger hat das Jahr gut begonnen. Noch vor zwei Wochen hatte es so ausgesehen, als würde sich der Goldpreis wieder in einen Aufwärtstrend begeben, das Edelmetall notierte zeitweise nur knapp unter 1400 Dollar je Feinunze. Aber die dynamischen Anstiege nahmen ein jähes Ende, der Goldpreis sank zuletzt wieder unter 1300 Dollar. In den nächsten Tagen und Wochen steht nun eine Richtungsentscheidung an. Kehrt Gold in seinen Aufwärtstrend zurück, geht es wieder abwärts, oder wird das Edelmetall in der Region um 1300 Dollar stagnieren?

Gold steht am letzten Handelstag des Monats März vor seinem ersten Monatsverlust in diesem Jahr. Anzeichen für eine Konjunkturerholung in den USA stärkten die Erwartungen, dass die US-Notenbank ihre geldpolitischen Maßnahmen weiter zurückfahren wird. “Yellen hat eine Zinsanhebung angedeutet, was das Gold unter Druck setzte”, sagte Sun Yonggang von Everbright Futures Co. in Schanghai. “Die Investoren sollten aber nicht vergessen, dass die US-Wirtschaft noch lange nicht stark ist, bloß weil sich die Daten verbessern.”

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Gold wird unattraktiver für Anleger

Das Edelmetall war schon am Mittwoch wegen der unerwartet starken US-Auftragseingänge unter Druck geraten und hatte den niedrigsten Preis seit fast sechs Wochen markiert. Positive Konjunkturdaten werten die Märkte als Anlass für die US-Notenbank Fed, ihre Geldpolitik zu straffen. Fed-Chefin Janet Yellen hatte am 19. März erklärt, dass der Leitzins der US-Notenbank sechs Monate nach Ende der geldpolitischen Stimuli im Lauf dieses Jahres steigen dürfte.

Wenn das geschieht, werden festverzinsliche Geldanlagen attraktiver, das unverzinste Gold hingegen für Anleger unattraktiver. Schließlich ist Gold unter Anlegern immer dann besonders gefragt, wenn die Inflationssorgen besonders hoch und die Wahrscheinlichkeit für eine Wirtschafts- und Währungskrise gestiegen ist. Mit der Krim-Krise war der Goldpreis daher weiter geklettert. Jetzt, wo die Krise zunächst an Brisanz verliert, fällt Gold wieder zurück. Auch der Silberpreis gab nach. Zumindest vorübergehend.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

  • Goldnachfrage

    Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.

    Quelle: World Gold Council

  • Schmucknachfrage

    Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.

  • Industrienachfrage

    Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.

  • Goldbarren- und Münznachfrage

    Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).

  • EFTs und ähnliche Produkte

    Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.

  • Notenbanken

    Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).

  • Investment gesamt

    Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Für den Anstieg bis zum 17. März hatten institutionelle Investoren gesorgt, indem sie zunehmend auf einen steigenden Goldpreis wetteten. Im Zuge der Krim-Krise war Gold unter ihnen offenbar als Versicherung wieder gefragter. Unter anderem dank der Käufe von Gold-Futures und -Optionen waren die Notierungen seinerzeit auf ein Sechs-Monats-Hoch gestiegen. Seitdem sind sie wieder um mehr 7,5 Prozent zurückgegangen.

Vor allem die Finanzanleger wenden sich derzeit eher ab. “Es gibt umfangreiche Glattstellungen”, sagte Bernard Sin, Leiter des Handels mit Währungen und Rohstoffen bei MKS SA in Genf. Die Positionen auf steigende Goldpreise seien zuvor spekulativ aufgebaut worden, vor allem durch Hedgefonds. Jetzt, wo die Zeichen auf höhere US-Zinsen stünden und so lange der Konflikt zwischen Russland und dem Westen nicht weiter eskaliere, dürften sie zögern, noch mehr von dem Edelmetall zu kaufen, kommentierte Edel Tully, UBS-Analystin in London. Auch Wetten auf einen fallenden Goldpreis wurden jüngst zurückgezogen.

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