Edelmetalle: Draghis "heißer" Tipp

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GastbeitragEdelmetalle: Draghis "heißer" Tipp

Wenn Notenbanken völlig außer Rand und Band geraten, dann ist es mehr als nur Zeit, sich grundlegende Gedanken über Edelmetallinvestments zu machen.

Ihre Spareinlagen bringen keine Zinseinkünfte mehr? Kein Problem, meinte kein Geringerer als der EZB-Chef Mario Draghi in Richtung seiner deutschen Kritiker, soll doch nach dessen jüngster Aussage der Realzins (Verzinsung minus Inflation) "heute höher als im Durchschnitt der 1990er Jahre" liegen. Für Deutschland stimmt das jedoch keinesfalls. Neben dieser glatten Falschbehauptung hatte der EZB-Chef für die Deutschen aber auch noch einen heißen Tipp auf Lager. Nicht etwa in der EZB-Nullzinspolitik wäre die Schuld für die Renditelosigkeit der deutschen Sparer zu suchen, sondern in deren fehlender Risikobereitschaft, denn schließlich haben es die Investoren laut Draghi doch "mit ihren Anlageentscheidungen selbst in der Hand, wie hoch ihre Erträge ausfallen - auch in Zeiten niedriger Zinsen."

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Zu den Autoren

  • Martin Mack

    Martin Mack, ist geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Vermögensverwaltung Mack & Weise, die in zwei vermögensverwaltenden Aktienfonds über 300 Millionen Euro Kundengelder verwaltet.

  • Herwig Weise

    Herwig Weise ist geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Vermögensverwaltung Mack & Weise.

Dass an den Finanzmärkten Erträge weder garantiert, noch selbst bestimmt werden können, sollte auch der einstige Goldman-Sachs-Banker wissen. Doch welche Alternativen würden sich nun den Anlegern bieten, die sich angesichts der weit über das Jahr 2017 hinausgehenden EZB-Nullzinsankündigung überlegen, ihre Ersparnisse nicht länger zu absurden Null- oder Negativzinsen an einen völlig maroden europäischen Bankensektor zu verleihen und so einem latenten "bail in"-Verlust-Risiko auszusetzen?

Auch an den Anleihemärkten müssen die Renditen inzwischen ebenfalls mit der Lupe gesucht werden. Haben doch die Notenbanken mit ihren exzessiven Manipulationen via Zins- und "QE"-Planwirtschaft dafür gesorgt, dass die Zinsen nicht nur auf den niedrigsten Stand seit 5.000 Jahren gefallen sind, sondern der Investor sogar bei rund 45 Prozent aller europäischen Staatsanleihen per Negativrendite zur Kasse gebeten wird.

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Obendrein sind die Risiken ohne Ertragschancen an den Anleihemärkten noch ausgeprägter. Denn sollten die Zinsen einmal steigen, etwa weil die Anleger Zahlungsausfälle fürchten oder es der Gelddrucker-Kolonne gelingt, der Inflation ankündigungsgemäß (!) "Flügel zu verleihen", dann drohen hier erhebliche Verluste. So würde der Kursverlust einer aktuell zu null Prozent verzinsten zehnjährigen Anleihe bei einem Zinsanstieg auf lediglich zwei Prozent rund 20 Prozent betragen. Deshalb sollte man diese "Party der Pleitiers" besser verlassen, solange dazu noch Zeit ist.

Auch die zu Publikumslieblingen avancierten, vereinzelt ebenfalls schon negativ rentierenden Unternehmensanleihen sind nur noch mit größter Vorsicht zu genießen. Schließlich muss man im Falle einer Trendwende angesichts der bereits bestehenden und immer weiter zunehmenden Illiquidität in vielen Segmenten dieses Marktes zusätzlich damit rechnen, noch nicht einmal mehr seine Verluste selbst bestimmen zu können, wie die plötzliche Schließung einiger US-High Yield-Fonds zu Jahresanfang schon gezeigt hat.

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Zwar genießen Aktien angesichts des Zinsumfeldes den Ruf der Alternativlosigkeit, doch haben die teilweise heftigen Korrekturen im ersten Quartal bereits deutlich gezeigt, dass es naiv ist, nur deshalb auch an risikolose Aktienrenditen zu glauben. Denn trotz einer inzwischen achtjährigen Konjunktur-Permanentstimulierung durch Notenbanken und Politik ist der versprochene selbsttragende Aufschwung weiter entfernt denn je, so dass sich die Unternehmensgewinne vielerorts wieder deutlich abschwächen (USA: minus acht Prozent im ersten Quartal). Da sich zudem die aktuellen Bewertungen der Unternehmen im historischen Vergleich als sehr ambitioniert erweisen und deren noch hohen Gewinnmargen nur zyklischer Natur sind, sollte man die enormen Risiken an den Aktienmärkten nicht unterschätzen.

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