Edelmetallnachfrage: Chinas Goldrausch macht Pause

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Edelmetallnachfrage: Chinas Goldrausch macht Pause

von Andreas Toller

Im Jahr 2013 überstieg die Goldnachfrage aus China die aller anderen Staaten. Eine Studie kommt nun zu dem Schluss, dass der Nachfrageschub eine Ausnahme bleibt. Was das für den Goldpreis bedeutet.

Im vergangenen kauften die Chinesen sogar mehr Gold als die bis dahin größte Goldkäufernation Indien. Chinas Privatwirtschaft kaufte insgesamt 1132 Tonnen des Edelmetalls - das entspricht einem Goldwürfel von rund vier Metern Kantenlänge. Den Grund für den erstaunlichen Nachfragezuwachs um rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahr sehen die Experten des World Gold Council, einem internationalen Verband der Goldindustrie, in dem deutlich gefallenen Goldpreis auf dem chinesischen Markt. Dort war der Goldpreis im Jahresverlauf um 29 Prozent gesunken. Die Gelegenheit dürften viele Chinesen genutzt haben, um Goldkäufe vorzuziehen.

Gerade deshalb, so der World Gold Council (WGC), sei es wahrscheinlich, dass die private Nachfrage nach Goldschmuck und -barren im laufenden Jahr zurückgehe. Seit dem Jahr 2002 war die Goldnachfrage in China Jahr für Jahr gestiegen.

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Zudem sei damit zu rechnen, dass das Handelsangebot in Ermangelung zusätzlicher Kapazitäten nur langsam wächst. Insgesamt würde der niedrige Goldpreis aber die private Nachfrage nach Gold weiter unterstützen, insbesondere nach 24-karätigem Goldschmuck. Es wird damit gerechnet, dass die Preise für Gold im Verbrauchermarkt weiterhin attraktiven bleiben - auch weil drei von fünf Chinesen damit rechnen, dass der Goldpreis wieder steigt.

Negative Folgen für den Dax Chinas Immobiliencrash ist in vollem Gange

Warnungen vor einem Immobiliencrash in China verhallen ungehört, ähnlich wie in den USA vor der Subprime-Krise 2007. Doch jetzt spitzt sich die Situation zu – und das dürfte auch den Dax nicht unbeeindruckt lassen.

Quelle: dpa

Mittelfristig dürften die privaten Goldkäufe in China jedoch weiter zulegen. Dafür sollte schon der wachsende Wohlstand und die zunehmende Kaufkraft der chinesischen Konsumenten sorgen. Die Unternehmensberatung Ernst & Young schätzt, dass die Zahl der Mittelschicht-Haushalte in China von heute 300 Millionen bis 2020 auf 500 Millionen steigt. Zugleich sitzen die Chinesen auf einem enormen Sparvermögen. Davon liegen 7500 Milliarden US-Dollar auf Bankkonten, der private Goldbesitz der Chinesen entspricht hingegen nur einem Gegenwert von 300 Milliarden US-Dollar. Die Ersparnisse geben Chinas Sparern also weiterhin ausreichend Spielraum für Goldkäufe.

Unter dem Strich rechnet der WGC damit, das die private Goldnachfrage in den kommenden drei Jahren auf 1350 Tonnen ansteigt. Gegenüber dem Stand von 2013 wäre das nochmal ein Plus von 19 Prozent. Unterstützt wird diese Prognose von der Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft. Derzeit versucht die Regierung, die Konzentration der Wirtschaft auf Investitionen und Exporte abzubauen und gleichzeitig den Konsum der Bevölkerung anzukurbeln. Auch wenn des Wirtschaftswachstum Chinas zurückgeht, sollte der private Konsum überproportional wachsen - was auch den Schmuckhändlern und -produzenten zu steigenden Absatzzahlen verhelfen sollte. In China ist Gold ein traditionelles Geschenk auf Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten.

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Die Nachfrage chinesischer Investoren nach Gold ist im Vergleich sehr gering. Lediglich 77 Milliarden Dollar betrug der Wert der Goldinvestments Ende 2013. Auch hier bleibt reichlich Spielraum nach oben, da Banken den Markt für Investoren mit dem Segen der Regierung weiter entwickeln wollen. Die WGC-Studie gelangt zu dem Fazit, dass der chinesische Markt für physisches Gold langfristig solide wachsen dürfte, auch wenn zwischenzeitliche Rückschläge möglich sind. Dabei hilft, dass die Anlagealternativen für chinesische Sparer begrenzt sind. Der überhitzte Immobilienmarkt verliert mit seinen überzogenen Preisen jedenfalls an Bedeutung. Vor dem Hintergrund anhaltenden Wachstums, zunehmender Bevölkerung und ihre tief verwurzelten Gold-Kultur dürfte der Goldmarkt in den kommenden Jahren also weiter von China als größtem Produzent und größter Nachfrager dominiert werden.

Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis am Spotmarkt um rund zehn Prozent gestiegen. Es gibt jedoch auch Expertenstimmen, die vor dem Hintergrund der Kreditklemme und dem drohenden Platzen der Immobilienblase in China damit rechnen, dass auch der Goldpreis unter Druck gerät.

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