Engelmanns Eigenhandel: Mit Bundesanleihen auf Kursgewinne zu spekulieren ist riskant

kolumneEngelmanns Eigenhandel: Mit Bundesanleihen auf Kursgewinne zu spekulieren ist riskant

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Zum Jahreswechsel war sich die Analystenzunft weitestgehend darüber einig, dass es mit den Renditen für Bundesanleihen eigentlich nur bergauf gehen könnte.

Kolumne von Oliver Engelmann

Die Krim-Krise ist bald Geschichte, kurze wie langlaufende Bundesanleihen bieten mehr Risiken als Chancen für private Anleger: Zu Beginn des neuen Quartals wagt unser Kolumnist eine Prognose für die kommenden Monate.

Erinnern wir uns kurz an die Ausgangslage zu Beginn des neuen Jahres. Die Analystenzunft war sich zum Jahreswechsel weitestgehend darüber einig, dass es mit den Renditen für Bundesanleihen eigentlich nur bergauf gehen könnte. Betonung auf „eigentlich“. Denn wie so oft an der Börse kam es erstens anders und zweitens als man dachte. Kaum hatten die Händler für Staatsanleihen am 2. Januar an ihren Tischen Platz genommen, da setzten die Renditen auch schon zu einem steilen Sinkflug ein. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sackte von 1,97 Prozent auf 1,598 Prozent ab, bevor der Markt Anfang Februar in eine Seitwärtsbewegung überging.

Schwache Schwellenländer

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Ursächlich für den Verfall der Renditen war die Schwäche verschiedener Schwellenländer-Währungen. Diese Schwäche schürte Sorgen, das Wirtschaftswunder, das jene ökonomischen Musterknaben, vor allem die in Asien, seit vielen Jahren erleben, könnte sich abrupt seinem Ende nähern. Dies hätte auch die Konjunktur in den Vereinigten Staaten und in Europa belastet, beziehen doch viele jener Unternehmen, die zu Dumpinglöhnen in Asien Massenprodukte herstellen, ihre Maschinen aus den alten Industrieländern. Auch der Absatz hochwertiger Konsumgüter wie zum Beispiel der von Autos deutscher Nobelmarken wäre dann gefährdet gewesen.

Sicherer Hafen

In der Logik der Rentenhändler war diese Schwäche der riskanteren Währungen ein klares Kaufsignal für den sicheren Hafen Bund ­ fallende Bund-Renditen versprechen steigende Kurse. Ebenso dürften Umschichtungen aus den Kapitalmärkten der aufstrebenden Staaten in  Bundesanleihen für die starke Nachfrage nach deutschen Bonds ausschlaggebend gewesen sein. Im Anschluss ging der Markt in eine Seitwärtsbewegung über. Nach annähernd sechs Punkten Kursgewinn im Bund-Future ist das wenig verwunderlich. In der Folge pendelten die Renditen einige Tage zwischen 1,598 und 1,724 Prozent, bevor die Krise auf der Krim für einen  erneuten Schub sorgte. Ihren vorläufigen Tiefpunkt erreichte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen am 14. März mit knapp 1,5 Prozent.

Kurze Beine

„Politische“ Börsen sind in der Regel kurze Börsen – so weiß man in der Kulisse. Das dürfte auch der Grund dafür gewesen sein, warum der Bund-Future nach seinem Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung bei 142,25 nur bis auf 144 anstieg, um sofort anschließend wieder auf das Ausbruchsniveau zurückzufallen und seitdem munter zwischen diesen Polen hin und her zu handeln. Die Darstellung der Vorkommnisse rund um das Referendum auf der Krim und die sich direkt anschließende, mit großem Tamtam im Kreml proklamierte Einverleibung jener für Russland strategisch wichtigen Halbinsel wurde in Presse, Funk und Fernsehen zu einem ähnlich dramatischen Ereignis wie die Kubakrise hochstilisiert. Dies war zwar reichlich übertrieben, entspricht aber im Ergebnis jener Sensationsgier, die viele Redaktionen, aber auch viele Politiker kultivieren.

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