Engelmanns Eigenhandel: Schuldenkrise: Auf ein Neues!

kolumneEngelmanns Eigenhandel: Schuldenkrise: Auf ein Neues!

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Mit dem Gruß "Frohes Neues" wird zu Neujahr gegrüßt. Das neue Jahr wird für die Konjunktur aber nicht sehr froh.

Kolumne von Oliver Engelmann

Die Schuldenproblematik wird den Kapitalmarkt auch in diesem Jahr in ihrem unerbittlichen Würgegriff halten, daran ändern auch alle guten Wünsche nicht, sagt unser Kolumnist. Dass die Banken billiges Zentralbankgeld dazu nutzen werden, Staatsanleihen der Euro-Zone zu kaufen, ist keineswegs ausgemacht. Fazit: Es geht 2012 weniger darum, sein Kapital zu  vermehren, als es zu erhalten.

"Frohes Neues!", "Frohes Neues!", "Frohes Neues!" - so tönt es einem dieser Tage wieder allerorten entgegen. Wo man geht und steht, trifft man auf herzensgute Menschen, die einem ihre besten Wünsche für das neue Jahr gebündelt entgegenschleudern - zumeist begleitet von einem kräftigem Händedruck, oftmals sogar von leider nicht minder kräftigen Schlägen auf Schultern und Rücken.

"Frohes Neues!" - diese zwei Worte sollen Glück, Gesundheit, Frohsinn, Erfolg und vieles mehr bewirken. Und auch, wer einem in Wirklichkeit Pest und Cholera an den Hals wünscht (und das dürfte wohl die Mehrzahl sein), ruft einem ein heiter klingendes "Frohes Neues!" entgegen. Doch wie froh wird das neue Jahr werden?

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Zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht scheinen Bedenken angebracht. Selbst die sonst stets Optimismus verbreitende Bundeskanzlerin gab sich in ihrer Grußbotschaft zum Jahreswechsel skeptisch. "2012 wird zweifellos schwieriger als 2011", so verkündete Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache an die Nation.

Der Traum von der weltweiten Leitwährung

"Der Weg, die Krise zu überwinden, bleibt lang und wird nicht ohne Rückschläge sein.", erklärte die Kanzlerin, ließ zugleich aber Raum für ein wenig Hoffnung, indem sie einen ihrer schon im Jahre 2008 litaneihaft wiederholten Glaubenssätze auf eine höhere Ebene hob. War es damals noch Deutschland, das "stärker aus der Krise hervorgehen werde, als es in sie hineingegangen ist", so gilt dieser fromme Wunsch Angela Merkels nun für ganz Europa.

Noch euphorischer in Bezug auf die langfristigen Zukunftsaussichten zeigte sich der Präsident der französischen Nationalbank, Christian Noyer. Der gab zu Protokoll, der Euro könne binnen eines Jahrzehnts zur weltweiten Leitwährung aufsteigen, sollten die Länder der Euro-Zone ihre Pläne für eine stärkere Abstimmung der Wirtschaftspolitik umsetzen.

Horch, horch! Blickt man auf den derzeitigen Zustand der Währungsunion und ihrer Mitgliedsstaaten, möchte man mit Deutschlands berühmtesten Dichter Goethe ausrufen: "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!"

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