Engelmanns Eigenhandel: Spanien-Renditen: Draghis Meisterstück

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Man übertreibt wohl nicht, wenn man die Hausse der Anleihen aus Staaten der Euro-Land-Peripherie als das Meisterstück Mario Draghis bezeichnet.

Kolumne von Oliver Engelmann

Nur mit Worten hat der Präsident der EZB es geschafft, die Märkte über ein Jahr lang in Schach zu halten ­ und das, obwohl es zwischenzeitlich an schlechten Nachrichten keineswegs gemangelt hat. Spanien befindet sich weiter in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Rechnung für Draghi und den Euro kommt später.

Immer, wenn ich im Büro auf meinen Bildschirm schaue und die Notierungen spanischer Staatsanleihen verfolge, dann beschleicht mich das Gefühl, als lebte Norbert Maria Berger noch. Denn wenn ich sehe, in welch luftige Höhen sich die Kurse der Anleihen Spaniens seit dem denkwürdigen Versprechen Mario Draghis, (nahezu) unbeschränkt Staatsanleihen der Euro-Zone am Sekundärmarkt kaufen zu wollen, sollte dies zur Rettung des Euro erforderlich sein, empor geschwungen haben, meine ich den Klang jener Gitarren zu vernehmen, denen Bert Berger - gemeinsam mit seiner Frau Cindy - bereits in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein musikalisches Denkmal setzte. "Spaniens Gitarren, die geben sie uns wieder, die Freude am Leben", so trällerten Cindy und Bert und stellten ganz zum Schluss ihres fröhlichen Liedchens fest: "Es muss Nacht sein, es muss Nacht sein, dann kommt Spanien so spanisch Dir vor!"

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Freifahrschein für Anleihebesitzer

Wüsste man nicht um Draghis Freifahrschein für Besitzer europäischer Staatsanleihen, könnte einem schon tagsüber so manches spanisch vorkommen. Vor allem die Renditen der Staatsanleihen aus Madrid. Die bewegen sich seit dem Sommer des vergangenen Jahres, seit eben jenem denkwürdigen 26. Juli 2012, an dem der Präsident der Europäischen Zentralbank erklärt hatte, "alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten", kontinuierlich abwärts. Im Zehnjahressegment sank die Rendite beispielweise von einem Mehrjahreshoch bei 7,75 Prozent binnen Jahresfrist auf unter 4 Prozent. Und das, obwohl sich die Äußerungen Mario Draghis eigentlich auf das Segment ein- bis dreijähriger Anleihen bezogen hatten. Auch der Renditeabstand zu deutschen Staatsanleihen verringerte sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich.

Anleihe-Auktion Hohe Nachfrage bei Spanien-Bonds

Investoren fassen wieder mehr Vertrauen in die Euro-Krisenländer. Bei einer Anleihe-Auktion am Dienstag konnte sich Spanien zu günstigeren Konditionen frisches Geld am Kapitalmarkt besorgen.

Spanische Anleihen: Erneut große Nachfrage Quelle: ap

Man übertreibt wohl nicht, wenn man die Hausse der Anleihen aus Staaten der Euro-Land-Peripherie als das Meisterstück Mario Draghis bezeichnet. Nur mit Worten hat der Präsident der EZB es geschafft, die Märkte über ein Jahr lang in Schach zu halten, und das, obwohl es zwischenzeitlich an schlechten Nachrichten keineswegs gemangelt hat. Am Beispiel Spaniens: Das Land befindet sich weiter in einer schweren Wirtschaftskrise, die Arbeitslosenzahlen gehen durch die Decke und auch die politische Situation erscheint bisweilen instabil. Die interessante Frage ist: Wo handelten italienische, spanische und andere Anleihen finanziell angeschlagener Länder der Euro-Zone wohl, wäre das freie Spiel der Marktkräfte nicht durch die Notenbank außer Kraft gesetzt worden? Einerseits möchte man gar nicht darüber nachdenken. Andererseits muss man es wohl!

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