Erfolgsgebühren: Union Invest und DWS sollen Kunden abgezockt haben

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Erfolgsgebühren: Union Invest und DWS sollen Kunden abgezockt haben

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Zwei Fondsgesellschaften sollen von ihren deutschen Kunden verbotenerweise Erfolgsgebühren verlangen.

Die Fondgesellschaften Union Invest und DWS sollen ein lukratives Schlupfloch aufgetan haben und ihren Kunden Erfolgsgebühren berechnen, die in Deutschland verboten sind. Union Invest sieht das anders.

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung umgehen die Fondsgesellschaften Union Invest und DWS deutsche Gesetze, was ihnen jährliche Mehreinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe einbringt. Laut Süddeutscher Zeitung berechnen die Gesellschaften ihren Kunden Erfolgsgebühren, die in Deutschland verboten seien. Bei besagten Erfolgsgebühren, sogenannten Performance-Fee, geht es um Gebühren, die Kunden zahlen müssen, wenn sich ein Fonds über einen bestimmten Zeitraum hinweg sehr gut entwickelt. Schlägt ein Aktienfonds beispielsweise fünf Jahre lang den Dax, lassen sich viele Anbieter diesen Erfolg vergolden. Noch im Jahr 2011 hatte Union Investment einen besonders hohen Anteil an Fonds mit Performance-Fee: Bei 95 von 194 angebotenen Publikumsfonds wurden erfolgsabhängige Gebühren fällig.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

  • Aktienfonds

    Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

  • Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

    Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

  • Geldmarktfonds

    Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

  • Immobilienfonds

    Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

  • Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

    Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

  • Mischfonds

    Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Aktienkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

  • Rentenfonds

    Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Verbraucherschützer kritisieren diese Praxis seit langem, verboten ist sie aber nicht. Seit dem 30. Juni gilt für die Fondsgesellschaften in Deutschland allerdings eine neue Regel: Demnach dürfen die Häuser die Erfolgsgebühr nicht mehr vor Abzug der jährlichen Fixkosten erheben. Die Finanzaufsicht BaFin befürchtete nämlich, dass die Häuser sonst Erfolgsprovisionen für ein einzelnes Jahr kassieren, obwohl dazwischen mehrere schlechte Jahren lagen. Um Missbrauch vorzubeugen, dürfen die Fondsanbieter nur noch dann Performance-Fee berechnen, wenn der Fonds - bezogen auf die letzten fünf Jahre - einen neuen Höchststand erreicht hat. Demnach verstoßen weder Union Invest noch DWS gegen deutsches Recht, wenn sie von ihren Kunden Erfolgsgebühren verlangen.

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Investmentfonds BaFin verbietet unfaire Kostenmodelle

Drei Viertel ihrer Fonds legen deutsche Anbieter in Luxemburg auf - und kassieren kräftig ab.

Quelle: dapd

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung hätten beide Häuser bestätigt, dass sie diese Regel nicht auf im Ausland aufgelegte Fonds anwenden. Angeblich verdienen die Gesellschaften an Fonds in Luxemburg durch die Gebühren jährlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

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Das bestreitet Barkhausen auch gar nicht. "Die in Luxemburg aufgelegten Fonds werden nach Luxemburger Recht geführt und die deutschen Fonds nach deutschem Recht", sagt er. Dementsprechend müssen Anleger auf Luxemburger Fonds eben schon vor Ablauf der fünf Jahres-Frist Erfolgsgebühren zahlen, wenn ihr Fonds eine gute Rendite abgeworfen hat. Andere Fondsgesellschaften kassieren von ihren Kunden in Luxemburg im Übrigen auch, wenn die Wertentwicklung negativ ist, wie Barkhausen erzählt. So werden beispielsweise bei Deka oder DWS Gebühren fällig, wenn der Fonds zwar besser als der Vergleichsindex lief, dem Anleger aber trotzdem binnen Jahresfrist ein Minus bescherte. "Sowas machen wir nicht", betont Barkhausen. "Der Fonds muss schon eine absolut positive Wertentwicklung aufweisen." Union Invest kassiert also nur dann eine Erfolgsprämie, wenn auch wirklich Gewinn erwirtschaftet wurde.

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