EU-Vorlage: Banken wehren sich gegen Marktöffnung beim Online-Banking

EU-Vorlage: Banken wehren sich gegen Marktöffnung beim Online-Banking

von Andreas Toller

Die EU will den digitalen Zahlungsverkehr für Nicht-Banken öffnen. Die Bankenverbände machen in Brandbriefen an die Regierung Sicherheitsrisiken geltend. Aber offenbar fürchten sie vor allem um ihre Vormachtstellung.

Anfang dieser Woche startete der digitale Bezahldienst Apple Pay im Einzelhandel der USA. Mit dem neuen Smartphone iPhone 6 können Nutzer dieses Dienstes fortan in den Filialen von Macy’s, McDonald’s oder Subway statt mit einer Kreditkarte zahlen. In 220.000 Geschäften soll das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone möglich sein. Damit Apple Pay zuverlässig und sicher funktioniert, hat die Kultfirma aus dem kalifornischen Cupertino Kooperationsverträge mit mehr als 500 Banken geschlossen. Zudem muss ein Sensor am iPhone den Fingerabdruck des Kunden erkennen.

Apple Pay, Bezahldienste wie PayPal oder der deutsche Direktüberweisungsdienst sofort.com machen das Konsumentenleben komfortabler und schneller. Bislang ersetzen sie nur die Kreditkarte und noch nicht die Bank. Unstrittig ist aber: die digitalen Bezahldienste gewinnen an Bedeutung. Die EU-Kommission hat das erkannt und will diesen Dienstleistungsmarkt fördern. Weil es im Bankenwesen und Zahlungsverkehr nicht ohne verbindliche Regularien geht, arbeiten die europäischen Politiker seit geraumer Zeit an der „Payment Service Directive 2“, kurz PSD2.

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Wo die Deutschen gerne mit dem Smartphone zahlen würden

  • An Tankstellen

    33 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um an Tankstellen zu bezahlen.

  • Im Öffentlichen Personennahverkehr

    33 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um im Öffentlichen Personennahverkehr zu bezahlen.

  • In Supermärkten und Drogerien

    30 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um in Supermärkten und Drogerien zu bezahlen.

  • In lokalen Geschäften

    29 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um in lokalen Geschäften wie Elektronik- oder Modehändlern zu bezahlen.

  • In der Gastronomie

    29 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um in der Gastronomie zu bezahlen.

  • In Online-Shops

    27 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um in Online-Shops zu bezahlen.

  • Im Taxi

    25 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um im Taxi zu bezahlen.

  • Bei Rechnungszahlungen

    23 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne für Rechnungszahlungen nutzen.

  • An Kiosken

    15 Prozent der befragten Personen würden ihr Smartphone gerne nutzen, um an Kiosken zu bezahlen.

  • Methodik

    Auswahl der Interviews: 1002 Interviews in Deutschland

    Grundgesamtheit: Personen in Privathaushalten in Deutschland ab 14 Jahren

    Erhebungsmethode: Befragungen durchgeführt als Telefoninterviews

    Herausgeber: Yapital Financial AG

PSD2 hat zum Ziel, den Zahlungsverkehr auch für Nicht-Banken zu öffnen. Davon erhofft sich die EU mehr Innovation und Wettbewerb zum Wohl der Verbraucher. Die sollen dadurch von niedrigeren Preisen und EU-weit uneingeschränkt nutzbaren Instrumenten zur kreditkartenlosen Bezahlung profitieren. Insbesondere der Online-Zahlungsverkehr per Smartphone und via Internet bietet hier großes Potenzial.

Den klassischen Banken ist dieses Vorhaben jedoch ein Dorn im Auge. Wie das "Handelsblatt" berichtet, haben sich die in der Kreditwirtschaft zusammengeschlossenen Bankenverbände in Brandbriefen an die Bundesministerien für Verbraucherschutz, Wirtschaft und Finanzen gewandt, und gegen die Marktöffnung beim Online-Banking in Europa gewettert. Ein Einspruch vor dem Kartellamt ist bereits gescheitert.

Bezahlsysteme der Zukunft "Viele Banken haben mobiles Bezahlen unterschätzt"

Mit Apple Pay soll das Smartphone endlich zum Geldbeutel werden, die EU will neue Bezahlsysteme regulieren. Worum es beim Bezahlen von Morgen wirklich geht, erklärt der Forscher Jürgen Bott im Gespräch.

Demonstration von Apple Pay Quelle: dpa Picture-Alliance

Weil die neuen Zahlungsdienstleister letztlich nicht ohne einen sicheren Kontozugang beim Kunden auskommen, befürchten sie unkalkulierbare Risiken bei der Herausgabe von Bankzugangsdaten wie PIN und TAN durch die Kontoinhaber. „Wir bitten Sie eindringlich darum, an dem Prinzip festzuhalten, dass die höchstpersönlichen Zugangsschlüssel nicht von Dritten genutzt werden dürfen“, zitiert das "Handelsblatt" aus den Briefen, die der Zeitung vorliegen.

Das Schreckensszenario der Banken: Drittanbieter könnten die Daten missbrauchen oder Opfer von Hackerattacken werden. Sie äußerten zudem die Befürchtung, dass Kundenprofile genutzt werden könnten, um Geschäfte damit zu machen.

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