Euro-Krise: Szenario für das D-Mark-Comeback

Euro-Krise: Szenario für das D-Mark-Comeback

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Was passiert mit den Ersparnissen, wenn der Euro verschwindet und die D-Mark zurückkehrt?

von Annina Reimann und Christof Schürmann

Es wäre fahrlässig, nicht darüber nachzudenken: Wie könnte eine Rückkehr zur D-Mark beim Zerfall der Euro-Zone aussehen und was droht Anlegern? Annäherung an ein Extrem-Szenario.

Frank Fischer spricht große Dinge gelassen aus: „Ich weiß von einem guten Freund, der Kontakte zur Bundesbank hat, dass D-Mark gedruckt werden.“ Ein Spinner? Wie man’s nimmt: Fischer ist Profi, in seinem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen managt er erfolgreich rund 50 Millionen Euro. Kann er seine Quelle näher beschreiben? Sein Freund, sagt Fischer, sei Professor, und der wüsste es von einem Ex-Partner eines großen Wirtschaftsprüfers, dem wiederum habe es ein Freund aus der Bundesbank beim Wein erzählt.

Im Wein liegt die Wahrheit? Nein, sagt die Bundesbank – und lässt ausrichten, sie könne definitiv ausschließen, dass bereits neue D-Mark gedruckt würden.

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Jeder zweite will die D-Mark zurück

Gerüchte über eine Rückkehr der D-Mark fallen derzeit auf fruchtbaren Boden. Im Internet wird Fischer 100-fach zitiert. Rund die Hälfte der Deutschen, sagen Umfragen von Forsa und Emnid, wünscht sich die Mark zurück. Wie innig, zeigt eine Ausstellung, die gerade in der Kölner Volksbank eröffnet wurde: „Warum die D-Mark noch immer in unseren Herzen ist“.

Die Politik demonstriert zwar den Willen, einen Zusammenbruch der Euro-Zone – die Rückkehr zur D-Mark wäre die Konsequenz daraus – um jeden Preis zu verhindern (siehe Seite 38). Doch kluge Köpfe machen sich Gedanken darüber, was passieren könnte, wenn es nicht gelingt. So berichtete das „Wall Street Journal“ am Donnerstag über Notfallpläne europäischer Notenbanken. Pläne für den Fall, dass Euro-Länder die Währungsunion verlassen oder die Euro-Zone auseinanderbricht. Ein Thema in den Etagen der Notenbanken sei, wie eine Wiedereinführung der jeweiligen Altwährung zu bewerkstelligen sei. Dies seien „vorläufige“ Planspiele, will das Blatt aus Notenbankkreisen erfahren haben.

Experten rechnen mit Aufwertung

Die Credit Suisse skizziert die Konsequenzen in einer Studie („Der Euro: was wäre wenn?“). Sie reichen von der 40-prozentigen Aufwertung der „neuen DM“ gegen den Dollar bis hin zu Handelskriegen.

US-Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman hält es für möglich, dass Italien 2012 den Euro aufgibt. Kunden ziehen Einlagen ab, Banken schließen, Spanien und Frankreich werden infiziert, so sein Crash-Szenario, das er dem „Handelsblatt“ vortrug: „Konsequenz: Der Euro mutiert zu einer erweiterten Deutschen Mark. Ich kann kaum glauben, was ich da sage.“

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8 Kommentare zu Euro-Krise: Szenario für das D-Mark-Comeback

  • Rücktauschkurs: 1 Euro = 2 neue DM !
    Wehe wenn nicht.

  • Sehr schoener Artikel, der die vielfaeltigen Auswirkungen eines Zusammenbruchs des Euro-Verbundes beschreibt. Was stoert sind die vielen "Wenn" und "Aber". Alleine schon die zwangslaeufig notwendigen Kapitalverkehrskontrollen wuerden das Wirtschaftswachstum in Deutschland belasten. Gerade Exportunternehmen wuerden darunter leiden, von den Auswirkungen der Aufwertung einer neuen D-Mark mal ganz abgesehen. Mittel- bis langfristig sind die Probleme fuer Deutschland in den Griff zu bekommen. Kurzfristig drohen aber Verwerfungen. Ich bin mir nicht so sicher ob die Bundesregierung (je nach politischer Coleur) fuer den Sparer generell rettend eingreifen wird. Wenn es die Situation erfordert werden "Notmassnahmen" getroffen, die die Verfuegbarkeit der Anleger ueber ihre Einlagen deutlich einschraenken wird. Wie auch immer, man sollte sich darauf einstellen, dass es keine relative ruhige und reibungslose Umstellung wie die von Ost-Mark auf DM und spaeter auf den Euro geben wird.

  • Die Fakten

    Im Jahr 1950:
    1 Dollar = 2,5 Euro = 5 DM
    1 Pfund = 6 Euro = 12 DM

    Im Jahr 2011 im Durchschnitt (nicht gerade heute):
    1 Dollar = 0,70 Euro:
    Dollarentwertung gegenüber DM oder Euro auf 0,7/2,5 = 28 %
    1 Pfund = 1,15 Euro:
    Pfundentwertung gegenüber DM oder Euro auf 1,15 / 6 = 19 %

    Immer ruhig!! Der Dollar ist also bis auf 28 % Restwert gegenüber unserer Währung nahezu komplett verfallen. Das Pfund besitzt nur nach 19 % Restwert. Das Problem liegt also bei 'denen'. Deswegen versuchen sie auch, unsere weit stabilerer Währung kaputt zu reden, nur um so von ihrem viel größeren Problem abzulenken.

    Im Ablenken sind sie Meister. Wir fallen leider allzu leicht auf so etwas herein. Wir sind Meister in einer stabilen Währung. Die Überschrift täuscht insofern gewaltig und arbeitet den anderen in die Hände.

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