Euro-Schuldenkrise: "Das Gold ist jetzt unsere Währung, aber euer Problem!"

GastbeitragEuro-Schuldenkrise: "Das Gold ist jetzt unsere Währung, aber euer Problem!"

Wenn es zu einem verlustträchtigen "Privileg" wird, europäischen Pleitestaaten Geld leihen zu "dürfen", könnte bald der Punkt erreicht sein, an dem das System an seiner eigenen Absurdität scheitert!

"In Zeiten universeller Täuschung ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt." (George Orwell). Genau diese "Revolution" wagte in Europa nun die demokratisch frisch gewählte griechische Regierung. "Ich bin Finanzminister eines bankrotten Staates", stellte Yanis Varoufakis nicht nur umgehend fest, er forderte folgerichtig auch gleich die Einstellung der "Hilfsprogramme" für sein Land und einen drastischen Schuldenschnitt. Doch damit sorgte er im EU-Hauptquartier und in Berlin für blankes Entsetzen. Schließlich muss zur Aufrechterhaltung der Euro-Lebenslüge die Solvenz-Scheinwelt der Pleitestaaten um jeden Preis gewahrt werden.

Die prompte Umsetzung der Wahlversprechen der neuen griechischen Regierung fand jedoch nicht nur Finanzminister Wolfgang Schäuble "ziemlich unverantwortlich", zwang doch das Zentralkomitee in Brüssel die "Revolutionäre" nach mehreren Verhandlungsrunden und diverser Ultimaten erst einmal zum Bekenntnis, die bisherigen Spardiktate der "Troika" (jetzt "Die Institutionen" genannt) wenigstens (noch) für die nächsten vier Monate fortführen zu wollen.

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Gbureks Geld-Geklimper Die Anleiheblase wird platzen

Nicht nur Politiker sorgen für eine massive Umverteilung des Geldes, auch Zentralbanken mischen kräftig mit. Die Geheimnistuerei der EZB macht alles noch schlimmer.

Große Blase vor dem Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB): Auf dem Anleihemarkt hat sich eine gewaltige Spekulationsblase gebildet Quelle: dpa

Der Showdown zwischen David und Goliath wurde so zwar noch einmal – direkt in die heiße Wahlkampfphase in Spanien und Portugal – verschoben, doch angesichts der völlig hoffnungslosen ökonomischen Lage des Landes dürften Tsipras & Co noch für einige umwerfende Überraschungen gut sein. Denn es ist eben nur reiner Hohn, wenn der europäischen Bevölkerung die (bisherigen) rund 230-Milliarden-Euro-(Aufschuldungs-)Hilfen an Griechenland als ein Akt der großen Solidarität verkauft werden. In Wahrheit wurde Hellas im Jahr 2010 von seinen Rettern vorsätzlich geopfert, um den – in einem ökonomisch völlig maroden und von seinen Eliten geplünderten Land – dummer- oder gierigerweise mit 217,9 Milliarden Euro investierten europäischen Finanzsektor vor der drohenden Insolvenz zu retten!

Dass den Hellenen seitens der Troika dafür aufoktroyierte Spardiktat hat jedoch nicht nur zu einem vorhersehbar beispiellosen Einbruch der Wirtschaftsleistung um 25 Prozent und einer verheerenden Arbeitslosigkeit geführt, sondern auch für eine humanitäre Katastrophe gesorgt. Obwohl inzwischen rund 60 Prozent der Griechen in Armut leben, sieht – stellvertretend für Europas Gesundbeter – Finanzminister Schäuble das mit 315 Milliarden Euro hoffnungslos überschuldete Land dennoch "auf einem guten Weg". Wie Griechenland aber seinen Schuldenberg jemals abtragen soll, wenn dieses nicht einmal Deutschland bei Rekord-Steuereinnahmen gelingt, bleibt allein das Geheimnis der europäischen Realitätsverweigerer.

Weitere Stationen im griechischen Schuldendrama

  • 18. Februar

    Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB). Dabei könnte eine Aufstockung und Verlängerung der Notfallhilfe für Griechenland bewilligt werden. Die griechischen Banken haben immer größere Probleme, weil Bürger des Landes ihre Konten aus Furcht vor der finanziellen Zukunft abräumen. Seit vergangenen Mittwoch können die Banken griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheit für EZB-Kredite hinterlegen, um an frisches Geld zu kommen.

  • 20. Februar

    Das Ultimatum der Europartner für Griechenland läuft ab. Bis dahin soll Athen einen Antrag für eine sechsmonatige Verlängerung des Hilfsprogramms stellen - zusammen mit verbindlichen Zusagen.

  • 28. Februar

    Das bereits verlängerte Hilfsprogramm der Europäer endet. Aus dem Programm stehen noch 1,8 Milliarden Euro aus.

  • Februar und März

    2,1 Milliarden Euro müssen an den IWF und 1,9 Milliarden Euro an Zinsen gezahlt werden.

  • 9. März

    Die Finanzminister der Euro-Zone kommen routinemäßig zusammen, Griechenland dürfte wieder ein Thema sein.

  • 19. März

    Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU.

  • Juni bis August

    Im Juni sind 2,62 Milliarden an Schulden fällig, im Juli 5,12 Milliarden und im August 3,69 Milliarden Euro. 6,68 Milliarden davon sind Schulden bei europäischen Institutionen. Insgesamt muss Athen 2015 rund 22,5 Milliarden Euro zurückzahlen.

Dass die politisch gewollte Währungsunion längst gescheitert ist, lässt sich nicht nur an dieser größten Insolvenzverschleppung der Geschichte ablesen, sondern auch am beispiellosen wirtschaftlichen Niedergang ganz Südeuropas und insbesondere an dem jetzt anlaufenden 1,14-Billionen-Euro-Gelddruck-Tsunami der Europäischen Zentralbank (EZB).

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