ThemaFonds & ETFs

Exotische Geldanlage: Wetten auf ein Wirtschaftswunder in Afrika

08. November 2012
von Andreas Toller

Afrika steht kurz davor, eine wirtschaftliche Aufholjagd zu starten. Deshalb setzten immer mehr Profi-Investoren auf Länder wie Nigeria, Ghana oder Kenia. Wie Privatanleger von der Aufbruchstimmung profitieren können.

Die großen Industrienationen kämpfen mit Verschuldung, schwächelnder Konjunktur und mauen Wachstumsraten, gleichzeitig sind die Zinsen im Keller. Für Anleger eine schwierige Kombination, denn eine gute Investment-Story ist hier selten geworden, lukrative Investments sind nur schwer auszumachen. Auch Schwellenländer wie China oder Brasilien dürften schon einen großen Teil ihrer Erfolgsstory hinter sich haben. Wo sind sie also, die Märkte der Zukunft?

Anzeige

Wer außerhalb der großen Volkswirtschaften investieren will, um sein Geld unempfindlich gegen die mächtigen Trends aus Amerika, Europa und Fernost zu machen, und zugleich in einen der am schnellsten wachsenden Märkte der Welt investieren will, kann auf Afrika setzen. Auf dem schwarzen Kontinent entwickelt sich seit ein paar Jahren die Basis für eine Erfolgsstory, wie sie etwa in Brasilien bereits in vollem Gange ist. Wer jetzt einen Teil seiner Geldanlagen in afrikanische Märkte steckt, dürfte von den rasantesten Wachstumsjahren profitieren – muss allerdings aufgrund der mancherorts noch instabilen politischen Verhältnisse auch mit starken Schwankungen und herben Rückschlagen rechnen.

Mark Mobius, Chef der Schwellenländer-Fonds beim Fondsanbieter Franklin Templeton, erwartet auf Sicht der kommenden 20 Jahre hohe jährliche Wachstumsraten in afrikanischen Ländern. „Sechs von zehn der wachstumsstärksten Märkte der vergangenen zehn Jahre finden wir in Afrika“, sagt Börsenguru Mobius, der sich mit seinem Riecher für starke asiatische Märkte Kultstatus erworben hat. Für ihn zählen zu den wichtigsten Faktoren, die eine Aufholjagd Afrikas wahrscheinlich machen, vor allem die deutlich verbesserte Wirtschaftspolitik gepaart mit der steigenden Nachfrage aus Industrie- und Schwellenländern nach den Rohstoffen des Kontinents. Auch die Experten der Großbank HSBC gehen davon aus, dass bis 2017 sieben afrikanische Staaten zu den zehn wachstumsstärksten Volkswirtschaften in der Welt gehören. Interessant ist ein Afrika-Investment deshalb vor allem für Anleger, die einen Anlagehorizont von fünf Jahren und mehr haben.

Exportorientierte Wirtschaft

Der zweitgrößte Erdteil nach Fläche und Bewohnerzahl ist nach wie vor geprägt von Landwirtschaft und seinem Reichtum an Bodenschätzen. Dementsprechend exportorientiert ist die Wirtschaft. Afrika ist einer der wichtigsten Rohstofflieferanten weltweit, nicht zuletzt für die riesige und wachstumsstarke chinesische Volkswirtschaft.

Anzeige
Kommentare | 2Alle Kommentare
  • 08.11.2012, 12:47 UhrCuibono

    Für mich ist dieser gepushte Hype um sog. Emerging Märkte, New Frontiers, etc. bloßer aber wichtiger Contra-Indikator.
    Kurz vor dem Lehman Crash wurden auch erst Immobilienfonds und anschließend Afrika beworben.
    Im Ergebnis wird es wieder gleich enden: Im Krisenfall ziehen Anleger sofort alles Kapital durch die viel zu kleinen Börsen der Entwicklungsläner ab um nicht zu spät zu kommen; die Verluste werden horrend sein. Die Märkte sind überall schon viel zu weit gelaufen. Die Quartalsberichte werden immer schlechter, die Höchststände sind erreicht, denn wer will die Kurse noch weiter nach oben treiben?
    Also versucht man Geld für die 3.Welt-Märkte locker zu machen.
    Viel Freude dabei ;-).

  • 09.11.2012, 09:23 UhrVolkerseitz

    Korruption in Afrika ruiniert die Institutionen und untergräbt die Zukunftschancen eines Landes. Die Regierungen sind mehr an Machterhalt als an demokratischen Idealen interessiert. Afrika kommt nur im Schneckentempo voran, während die anderen Entwicklungsländer in Asien und Südamerika mit voller Geschwindigkeit davonstürmen. Aber fast jede Woche überraschen uns die Medien mit Meldungen über den wirtschaftliche Aufschwung und Bedeutungszuwachs Afrikas . Afrika sei demokratischer und rechtsstaatlicher geworden. Nach den "asiatischen Tigern" ist jetzt die Rede von den "afrikanischen Löwen oder Elefanten". Argumente sind günstige Aktienbewertungen, Konjunkturprognosen und eine kleine Mittelschicht, denen mehr als 3000 Dollar pro Jahr(!) zur Verfügung stehen. Letztere würden einen riesigen Konsummarkt eröffnen. Wer Politik in vielen Staaten Afrikas vor Ort miterlebt reibt sich die Augen.Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert"

Alle Kommentare lesen
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.