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Exotische Geldanlage: Wetten auf ein Wirtschaftswunder in Afrika

von Andreas Toller

Afrika steht kurz davor, eine wirtschaftliche Aufholjagd zu starten. Deshalb setzten immer mehr Profi-Investoren auf Länder wie Nigeria, Ghana oder Kenia. Wie Privatanleger von der Aufbruchstimmung profitieren können.

Afrika hat das Potenzial zur neuen Boomregion. Unternehmen aus aller Welt entdecken den Kontinent. Im Krisenjahr 2009 wuchs die afrikanische Wirtschaft um einen Prozent, bald könnte sich die Rate auf 5,5 Prozent erhöhen. In den wachstumsstarken Regionen entstehen neue Mittelschichten, die die aussichtsreiche Entwicklung vorantreiben.

 

wiwo.de stellt die wirtschaftsfreundlichsten afrikanischen Staaten und die größten Rohstoffproduzenten vor, Foto: Getty Images

Bild: Getty Images

Die großen Industrienationen kämpfen mit Verschuldung, schwächelnder Konjunktur und mauen Wachstumsraten, gleichzeitig sind die Zinsen im Keller. Für Anleger eine schwierige Kombination, denn eine gute Investment-Story ist hier selten geworden, lukrative Investments sind nur schwer auszumachen. Auch Schwellenländer wie China oder Brasilien dürften schon einen großen Teil ihrer Erfolgsstory hinter sich haben. Wo sind sie also, die Märkte der Zukunft?

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Wer außerhalb der großen Volkswirtschaften investieren will, um sein Geld unempfindlich gegen die mächtigen Trends aus Amerika, Europa und Fernost zu machen, und zugleich in einen der am schnellsten wachsenden Märkte der Welt investieren will, kann auf Afrika setzen. Auf dem schwarzen Kontinent entwickelt sich seit ein paar Jahren die Basis für eine Erfolgsstory, wie sie etwa in Brasilien bereits in vollem Gange ist. Wer jetzt einen Teil seiner Geldanlagen in afrikanische Märkte steckt, dürfte von den rasantesten Wachstumsjahren profitieren – muss allerdings aufgrund der mancherorts noch instabilen politischen Verhältnisse auch mit starken Schwankungen und herben Rückschlagen rechnen.

Mark Mobius, Chef der Schwellenländer-Fonds beim Fondsanbieter Franklin Templeton, erwartet auf Sicht der kommenden 20 Jahre hohe jährliche Wachstumsraten in afrikanischen Ländern. „Sechs von zehn der wachstumsstärksten Märkte der vergangenen zehn Jahre finden wir in Afrika“, sagt Börsenguru Mobius, der sich mit seinem Riecher für starke asiatische Märkte Kultstatus erworben hat. Für ihn zählen zu den wichtigsten Faktoren, die eine Aufholjagd Afrikas wahrscheinlich machen, vor allem die deutlich verbesserte Wirtschaftspolitik gepaart mit der steigenden Nachfrage aus Industrie- und Schwellenländern nach den Rohstoffen des Kontinents. Auch die Experten der Großbank HSBC gehen davon aus, dass bis 2017 sieben afrikanische Staaten zu den zehn wachstumsstärksten Volkswirtschaften in der Welt gehören. Interessant ist ein Afrika-Investment deshalb vor allem für Anleger, die einen Anlagehorizont von fünf Jahren und mehr haben.

Exportorientierte Wirtschaft

Der zweitgrößte Erdteil nach Fläche und Bewohnerzahl ist nach wie vor geprägt von Landwirtschaft und seinem Reichtum an Bodenschätzen. Dementsprechend exportorientiert ist die Wirtschaft. Afrika ist einer der wichtigsten Rohstofflieferanten weltweit, nicht zuletzt für die riesige und wachstumsstarke chinesische Volkswirtschaft.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.11.2012, 09:23 UhrVolkerseitz

    Korruption in Afrika ruiniert die Institutionen und untergräbt die Zukunftschancen eines Landes. Die Regierungen sind mehr an Machterhalt als an demokratischen Idealen interessiert. Afrika kommt nur im Schneckentempo voran, während die anderen Entwicklungsländer in Asien und Südamerika mit voller Geschwindigkeit davonstürmen. Aber fast jede Woche überraschen uns die Medien mit Meldungen über den wirtschaftliche Aufschwung und Bedeutungszuwachs Afrikas . Afrika sei demokratischer und rechtsstaatlicher geworden. Nach den "asiatischen Tigern" ist jetzt die Rede von den "afrikanischen Löwen oder Elefanten". Argumente sind günstige Aktienbewertungen, Konjunkturprognosen und eine kleine Mittelschicht, denen mehr als 3000 Dollar pro Jahr(!) zur Verfügung stehen. Letztere würden einen riesigen Konsummarkt eröffnen. Wer Politik in vielen Staaten Afrikas vor Ort miterlebt reibt sich die Augen.Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert"

  • 08.11.2012, 12:47 UhrCuibono

    Für mich ist dieser gepushte Hype um sog. Emerging Märkte, New Frontiers, etc. bloßer aber wichtiger Contra-Indikator.
    Kurz vor dem Lehman Crash wurden auch erst Immobilienfonds und anschließend Afrika beworben.
    Im Ergebnis wird es wieder gleich enden: Im Krisenfall ziehen Anleger sofort alles Kapital durch die viel zu kleinen Börsen der Entwicklungsläner ab um nicht zu spät zu kommen; die Verluste werden horrend sein. Die Märkte sind überall schon viel zu weit gelaufen. Die Quartalsberichte werden immer schlechter, die Höchststände sind erreicht, denn wer will die Kurse noch weiter nach oben treiben?
    Also versucht man Geld für die 3.Welt-Märkte locker zu machen.
    Viel Freude dabei ;-).

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