EZB: Verdient die EZB die Bezeichnung als Satansbank?

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EZB: Verdient die EZB die Bezeichnung als Satansbank?

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Zwischen der EZB und ihrem Gastland herrscht eine tiefe Entfremdung. Doch verdient sie die Bezeichnung "Satansbank"?

von Mark Fehr

Die Europäische Zentralbank ist in Deutschland zuhause, trotzdem könnte die Entfremdung zwischen beiden nicht größer sein. Ein bekannter Kolumnist hat den Konflikt jetzt mit besonders spitzer Feder aufgespießt.

EZB-Präsident Mario Draghi und sein Chefvolkswirt Peter Praet haben heute in Frankfurt bekräftigt, dass die Europäische Zentralbank an ihrer extrem expansiven Geldpolitik festhalten wird. Trotz wieder anziehender Inflation und sich aufhellenden Konjunkturdaten in Europa bleibt die EZB also unbeirrt bei ihrem umstrittenen Kurs.

Besonders in Deutschland sorgt das für Entsetzen. Hier lässt der Niedrigzins Aktienkurse und Immobilienpreise explodieren, während die gerade bei deutschen Sparern beliebten Bankeinlagen an Wert verlieren. Viele Banker und Ökonomen fordern daher eine baldige Normalisierung der Geldpolitik. Das ist nichts Neues.

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Europäische Zentralbank Draghi hält an lockerer Geldpolitik fest

Der EZB-Präsident Draghi will an der lockeren Geldpolitik der Notenbank festhalten, da eine Neubewertung des Kurses derzeit nicht gerechtfertigt sei.

Mario Draghi bleibt Minuszinsen treu. Quelle: REUTERS

Doch jetzt hat der ZEIT-Kolumnist und Tagesspiegel-Redakteur Harald Martenstein dem Frust vieler Deutscher angesichts der nicht mehr nachvollziehbaren EZB-Geldpolitik öffentlichkeitswirksam Luft verschafft. ZEIT und Tagesspiegel gehören zur gleichen Verlagsgruppe wie die WirtschaftsWoche. „Mir hat noch kein Manager in die Tasche gegriffen und direkt etwas weggenommen, aber diese Satansbank tut es“, schreibt Martenstein unter seinem wöchentlichen Kommentar, dieses Mal mit der Titelzeile „Über Inflation und Gerechtigkeit“.

Mit dem Griff in die Tasche meint Martenstein die Entwertung von Bankeinlagen, die aus der Kombination von zwei Prozent Inflation und den bei null festgeschraubten Zinsen entsteht. Die EZB hat eine knapp zweiprozentige Inflationsrate im langfristigen Durchschnitt als Zielmarke definiert. Allein, dass sie dies als Geldwertstabilität bezeichnet, ist schon hoch umstritten.

Martenstein dürfte sich nicht als geldpolitischen Experten sehen. Doch anders als so mancher Ökonom besitzt der bekannte Journalist das Talent, komplizierte Themen mit wenigen Worten auf den Punkt zu bringen. Die seit vielen Jahren im Zeitmagazin etablierte Martenstein-Kolumne greift oft alltägliche Beobachtungen auf, um die dahinter liegende Skurrilität zu entlarven.

Dabei bedient Martenstein sich gern der Satire oder des Spotts. Seine Bezeichnung der EZB als Satansbank sollte man daher auch nicht wörtlich nehmen, nach dem Motto, bei der Notenbank handele es sich um eine Institution des Teufels auf Erden und bei deren Personal um dessen Abgesandte. So meint es Martenstein auch mit Sicherheit nicht. Das Scherz-Schimpfwort „Satansbraten“ zum Beispiel ist ja in der Regel auch eher augenzwinkernd gemeint.

Doch die Kritik, die hinter Martensteins neuester Wortschöpfung namens „Satansbank“ steht, sollte man auf jeden Fall ernst nehmen. Deutschland ist das Mitgliedsland der Eurozone, in dem die Europäische Zentralbank ihren Sitz hat. Die Bundesrepublik hat daher eine besondere Verantwortung für die EZB, die sich auch in gesetzlichen Vorschriften niederschlägt.

So sind deutsche Behörden verpflichtet, alles für den Schutz der Notenbank und ihrer Mitarbeiter zu tun. Die hessische Polizei stellt das jedes Mal eindrucksvoll unter Beweis, wenn in Frankfurt internationale Chaoten die Kritik an der EZB-Politik als Vorwand für Randale hernehmen.

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