Fairvesta: Der Fondsgesellschaft gehen die Neukunden aus

Fairvesta: Der Fondsgesellschaft gehen die Neukunden aus

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Schwabens Glanz: Fondsanbieter Fairvesta residiert in Tübingen

von Melanie Bergermann und Niklas Hoyer

Fairvesta konnte in Deutschland zuletzt kaum noch Geld einsammeln. Seit 2014 wird wegen möglichem Anlagebetrug ermittelt. In Frankreich lief das Geschäft noch - doch nun könnte auch dort der Absatz einbrechen.

Im Heimatmarkt Deutschland konnte Fairvesta, Anbieter geschlossener Immobilienfonds mit rund einer Milliarde Euro Zeichnungsvolumen, zuletzt kaum noch Geld einsammeln. Die strengere Regulierung geschlossener Fonds brachte das Neugeschäft 2014 phasenweise zum Erliegen. Die WirtschaftsWoche hatte früh über Fairvesta berichtet (Ausgaben 42/2013 und 15/2014). Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seit Juli 2014 nach anonymen Anzeigen wegen möglichen Kapitalanlagebetrugs gegen Fairvesta-Manager. Die Manager bestreiten die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung.

Wenigstens im Nachbarland Frankreich schaffte Fairvesta es mit dem dortigen Ableger noch – unter Verweis auf solide deutsche Immobilien –, Anleger zu locken. Doch nun könnte auch dort der Absatz einbrechen.

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In Frankreich konnten Anleger eine Lebensversicherung mit dem Namen Robustus zeichnen, die der dortige Fairvesta Ableger, Robustus France, an Dravya Life vermittelte. Der Liechtensteiner Versicherer hatte nach einem Eigentümerwechsel 2014 jedoch alle Produkte auf den Prüfstand gestellt. Fairvesta erwartete noch im August, dass „das Neugeschäft ab September wieder ordentlich laufen“ werde. Ein Irrtum: Dravya Life teilte der WirtschaftsWoche nun mit, die Versicherung werde „auch zukünftig nicht mehr angeboten“, die bestehende Partnerschaft „aufgelöst“. Zu den Gründen sagte Dravya Life „aufgrund der aktuellen Situation“ nichts. Fairvesta bestätigte, dass nun keine Versicherungen mehr vermittelt würden.

2013 hatte schon ein österreichischer Versicherer eine Kooperation mit einem Unternehmen der Fairvesta-Gruppe abgelehnt – laut Fachmedium „Procontra“ wegen der kritischen Medienberichte, die nicht zweifelsfrei widerlegt werden konnten.

Im August warnte dann die französische Finanzaufsicht ACPR, dass die Robustus Lebensversicherung schon seit September 2014 nicht mehr angeboten werden dürfe, weil aktuell keine Genehmigung der Liechtensteiner Finanzaufsicht vorliege.

Deutsche Anleger will Fairvesta derweil mit dem neuen Fonds Alocava locken, der von der Münchner Gesellschaft Avana Invest verwaltet und von der Liechtensteiner Gesellschaft fairAM (ehemals Fairvesta Vermögensverwaltung International) gemanagt wird. Bis Mai 2016 will Fairvesta 100 Millionen Euro Kapital einwerben. Anlegern werden sieben Prozent Rendite in Aussicht gestellt.

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