Bild: Sebastian_WolfBargeld
In Krisenzeiten ist es sinnvoll, das Portemonnaie voll zu haben. Möglicherweise werden ec-Karten zur Bezahlung nicht akzeptiert, und Geldautomaten spucken kein Geld mehr aus. Sehr Vorsichtige horten das für vier Wochen nötige Bargeld im heimischen Safe. Nach einer Bankpleite müssen die EU-weit vorgeschriebenen gesetzlichen Einlagensicherungstöpfe einspringen. Sie sollen Guthaben von Girokonten, Tagesgeldern und Sparbüchern bis zur Höhe von 100.000 Euro nach maximal 20 Arbeitstagen wieder bereitstellen. Diese Zeit ist zu überbrücken.
Graue Flamme = Sicher bei Bankpleite, fünf rote Flammen = hohes Risiko
Bild: dpaGoldbarren und -münzen
Das Edelmetall ist die Notfallreserve außerhalb des Finanzsystems schlechthin. Wer mit dem Schlimmsten rechnet, hofft, dass er kleinere Goldmünzen gegen Lebensmittel oder Medikamente tauschen kann, wenn Banken ihn nicht mehr mit Bargeld versorgen. Verwahren Anleger ihr Gold allerdings im Bankschließfach, kann es nach einer Bankpleite dauern, bis sie Zugriff bekommen. In Krisenzeiten fällt der Goldpreis mitunter. Großanleger wie Hedgefonds müssen ihren Goldbestand verkaufen, um flüchtende Anleger auszuzahlen. Da in Panikphasen andere Anlagen wie Aktien oder Anleihen stark an Wert verlieren oder illiquide werden, ist Gold dann eine der wenigen Anlagen, die sie noch zu Geld machen können.
Bild: dpaSpareinlagen: Sparkassen/Volksbanken
Ihren Kunden versprechen Sparkassen, Landesbanken sowie Genossenschaftsbanken, dass sie Pleiten der zu ihrer jeweiligen Gruppe gehörenden Institute im Vorfeld verhindern. Meist geschieht das über Fusionen von schwachen mit stärkeren Mitgliedern. Kommt es zu keiner Pleite, muss auch kein Geld gerettet werden. Dadurch sollen auch Zertifikate und Anleihen vor einem Totalverlust sicher sein. Das ist ein Unterschied zu anderen Einlagensicherungssystemen. Die Solidarität funktionierte bislang, könnte aber bei der Schieflage großer Institute überstrapaziert werden.
Bild: PressebildUnternehmensanleihen
Ausgerechnet Banken sind die eifrigsten Herausgeber von Unternehmensanleihen. Deren Papiere sollten sicherheitsbewusste Anleger meiden, sonst droht ihnen ein Totalverlust bei der Pleite. Experten trauen hingegen international tätigen Unternehmen mit soliden Finanzen zu, dass sie auch in Krisen immer die Zins- und Rückzahlung ihrer Anleihen stemmen können. Für viele sind Papiere der Konzerne der sichere Hafen schlechthin, sie haben diesen Rang den Staatsanleihen streitig gemacht. Viele sichere Unternehmensbonds bieten aber mit niedrigen Renditen keinen Inflationsausgleich mehr. Anleger sollten deshalb lange Laufzeiten meiden. Nur wer schnell in besser verzinste Angebote wechseln kann, entkommt einem Geldverzehr. Im Depot sind Unternehmensanleihen vor dem Zugriff einer Pleitebank geschützt.
Bild: dapdAktien
Kaum ein Anleger kann Aktien als Urkunden zu Hause verwahren, sie werden nach dem Kauf ins Bankdepot gebucht. Dem kann eine Bankpleite nichts anhaben, der Inhalt bleibt Eigentum des Kunden, vorausgesetzt, er wurde nicht verpfändet. Der Anleger kann die Übertragung des Depots auf eine andere Bank verlangen. Der Depotwert wird sich allerdings in der Zwischenzeit verringern. Nahezu alle Aktienkurse fallen bei einem Bankencrash, weil Börsianer die damit verbundene Ansteckungsgefahr für weitere Banken und die Konjunktur fürchten. Bei sorgfältig ausgewählten Aktiengesellschaften können Anleger darauf hoffen, dass sie den Kursverfall an den Börsen zwar mitmachen, sich danach aber wieder erholen und nicht selbst in die Pleite rutschen, falls dem Crash eine lange Rezession folgt. Als Sachwert können Aktien in der Krise eine gewisse Sicherheit bieten, wenn sich der Anleger an wenig verschuldeten Unternehmen beteiligt, die viel Substanz bieten in Form von Maschinen, Grundstücken, Guthaben, Produkten, Patenten oder gefragten Dienstleistungen. Wer auf Unternehmen aus anderen Kontinenten setzt, ist weniger abhängig von der Krise im Euro-Raum.
Bild: Wolfgang - S - FotoliaInvestmentfonds
Sie reduzieren das Risiko einzelner Pleiten von Unternehmen oder Staaten, weil sie das Anlegergeld breit streuen durch gesetzliche Regeln. Der Fondsmanager darf in ein Unternehmen nicht mehr als zehn Prozent des Fondsvermögens investieren – bei neueren Fonds 20 Prozent. Also wird nur der Teil wertlos, der auf die Pleitebank entfällt. Als Sondervermögen, das bei einer Bankpleite Eigentum der Anleger bleibt, können Investmentfonds nicht wertlos verfallen. Allerdings weiß der Anleger nie genau, wo der Fonds investiert ist. Und massive Kursverluste müssen Anleger vor allem bei Aktienfonds tolerieren. Viele Fondsmanager nutzen Derivate, um Aktienbestände abzusichern. Das funktioniert nur, wenn die nicht von einer Pleitebank herausgegeben wurden. Ein Risiko ist auch, dass verliehene Aktienbestände nicht zurückgegeben werden. Und in Rentenfonds stecken oft Bankanleihen, deren Kurse nach Pleiten fallen.
Bild: Edel RodriguezIndexfonds (ETF)
Die börsengehandelten Indexfonds bauen einen Index nach, dürfen einzelne Papiere aber mit weit mehr als 20 Prozent ins Portfolio aufnehmen. Das erhöht die Kursrisiken, wenn Papiere einer Pleitebank ein großes Gewicht bekommen. Kaufen Indexfonds die Werte, die im Index stecken (physische Nachbildung), nutzen sie oft einen Trick, um mehr einzunehmen: Sie verleihen die Wertpapiere. Organisiert werden die Geschäfte von Banken. Eine Pleite wäre in dem billionenschweren Markt fatal.

Euro-Land-Staatsanleihen
Wackelt eine Bank, springen die Europäische Zentralbank sowie Euro-Land-Politiker mit Rettungsaktionen ein. Lange profitierten die Kurse der Bundesanleihen von diesem Reflex und der Kapitalflucht aus der Euro-Peripherie. Doch mit jeder Rettungsaktion steigt das Risiko, dass sich Kapital auch aus Deutschland verabschiedet, weil Anleger an der Zahlungsfähigkeit des Landes zweifeln. Noch stärker absturzgefährdet sind Staatsanleihen der Euro-Südländer, die zu ihren massiven Staatsschulden jetzt noch Schulden ihres überdimensionierten Bankensektors übernehmen sollen. Kurzlaufende Bundesanleihen sind für viele Großinvestoren ein Rettungsanker ohne Rendite, aber: Sie sind die liquidesten Anlagen und schnell zu verkaufen.
Bild: ReutersSpareinlagen: Deutsche Privatbanken
Die Sparmilliarden deutscher Anleger sind vielfach doppelt geschützt: Für Privatpersonen bietet die europäische Einlagensicherung Schutz. Sie garantiert eine Rückzahlung von Spargeldern bis zu 100 000 Euro pro Sparer. Es macht dabei keinen Unterschied, ob Ehepaare ein Gemeinschaftskonto oder zwei Konten führen, sie bekämen im Pleitefall bis zu 200 000 Euro zurück. Für das Geld haften die Staaten, wenn die Mittel in den nationalen Entschädigungstöpfen nicht reichen. Bei der zu Vorwerk und Oetker gehörenden akf bank, der C&A-Bank, der zu Ikea gehörenden Ikano-Bank sowie der Umweltbank gäbe es im Pleitefall nur die gesetzlich garantierten 100 000 Euro, die durch die deutsche Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) ausgezahlt würden.
Bei privaten Banken wie Deutsche Bank und Commerzbank sowie Tochtergesellschaften ausländischer Banken, die eine deutsche Banklizenz haben, zum Beispiel ING-DiBa, HypoVereinsbank und Santander Bank, greift ein weiterer Schutz: Für Girokonten, Spareinlagen sowie Tages- und Termingelder gibt der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) ein freiwilliges Rettungsversprechen ab. Die Sicherungssumme ist utopisch hoch: Sie beträgt bei der Deutschen Postbank pro Konto (!) 1,6 Milliarden Euro, bei der HypoVereinsbank bis zu 7,1 Milliarden Euro. Der Schutz wirkt immens, ist aber – anders als das gesetzliche Versprechen – kaum einklagbar und nicht solidarisch aufzubringen bei Großpleiten. Vorsichtige teilen ihr Geld auf verschiedene Banktypen auf – Privatbank, Sparkasse, Volksbank.
Bild: dpa/picture-allianceSpareinlagen: EU-Banken
Die besten Zinsen gibt es nicht unbedingt von deutschen Banken. MoneYou ist die Online-Marke der niederländischen Bank ABN Amro, die deutsche Anleger mit Tagesgeldzinsen in Höhe von 2,45 Prozent lockt. MoneYou- oder Credit-Europe-Bank-Kunden müssen sich im Pleitefall mit der niederländischen Zentralbank auseinandersetzen, die in englischer Sprache informiert. Bei der Deniz-Bank ist Österreich die Anlaufstelle, bei der Big Bank Estland. Dass die Entschädigung deutscher Sparer bei einem Crash dort nicht erste Priorität hat, liegt nahe. Bekannte Banken wie Cortal Consors (Tochter der französischen BNP Paribas) und Royal Bank of Scotland haben neben dem gesetzlichen EU-Schutz aus dem Ausland noch den Schutz durch den Einlagensicherungsfonds des BdB.
Bargeld
In Krisenzeiten ist es sinnvoll, das Portemonnaie voll zu haben. Möglicherweise werden ec-Karten zur Bezahlung nicht akzeptiert, und Geldautomaten spucken kein Geld mehr aus. Sehr Vorsichtige horten das für vier Wochen nötige Bargeld im heimischen Safe. Nach einer Bankpleite müssen die EU-weit vorgeschriebenen gesetzlichen Einlagensicherungstöpfe einspringen. Sie sollen Guthaben von Girokonten, Tagesgeldern und Sparbüchern bis zur Höhe von 100.000 Euro nach maximal 20 Arbeitstagen wieder bereitstellen. Diese Zeit ist zu überbrücken.
Graue Flamme = Sicher bei Bankpleite, fünf rote Flammen = hohes Risiko
Das bedruckte Papier ist nach wie vor ein großer Renner und das trotz der Bemühungen von Kreditkartenfirmen und Banken, die sich Bemühen die kleinen viereckigen Chipkarten populärer zu machen. Täuschend ähnlich sehen die echten und gefälschten Geldscheine auf den ersten Blick aus. An verschiedenen Merkmalen kann erkannt werden, ob es sich tatsächlich um eine Fälschung handelt. Denn bei der Überprüfung der Sicherheitsmerkmale zeigt sich zwar, dass die Fälscher sich auf eine Nachahmung konzentrieren, aber häufig nicht alle Merkmal berücksichtigen.
Mit diesen Tipps erkennen sie die gefälschten Scheine.
Fälschungen
Tipp1: Material
Die Banknoten bestehen aus Baumwolle. Ein Schein sollte sich also griffig und fest anfühlen. Oft lässt sich eine Fälschung bereits am Material erkennen.
Tipp 2: Kippen und Fühlen - der Schnelltest
Dieser eignet sich insbesondere dann, wenn die Banknote unauffällig auf ihre Echtheit überprüft werden soll. Durch Kippen werden Hologramme und Farbwechsel sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite sichtbar. Das geht manchmal schon, wenn der Schein mit ausgestrecktem Arm entgegen genommen wird, weil sich der Betrachtungswinkel verändert hat. Bei den fünf bis 20 Euro Scheinen wandern die Regenbogenfarben parallel durch den Hologrammstreifen. Bei 50 bis 200 Euro Scheinen sind es die konzentrischen Kreis auf die zu achten sind. Außerdem sollten - im Gegenlicht betrachtet - Wasserzeichen wie das Architketurmodel und die Wertzahl erscheinen. Die Polizeiberatung empfiehlt die Banknote mit Daumen und Zeigefinger an dem trapezförmigen Feld anzufassen. Dort sollten sich die Wertzahl, die Abbildungen von Fenster bzw. von Toren und die Abkürzungen für die Europäische Zentralbank deutlich von der Oberfläche abheben.
Tipp 3: Sicherheitsfaden
Alle Banknoten verfügen über einen sogenannten Sicherheitsfaden, der etwa in der Mitte des Scheines in das Papier eingebettet ist und nur im Gegenlicht sichtbar ist. Über die gesamte Breite läuft außerdem eine dunkle Linie. In dem Faden erscheint das Wort "Euro" und die Wertzahl, die jeweils seitenrichtig oder seitenverkehrt lesbar sind.
Tipp 4: Ganz kleinen Merkmale
Nur mit der Lupe erkennbar sind diese kleinen Schriftzeichen, die sich an einigen Stellen auf Vorder-und Rückseite der Banknote finden. Auf echten Banknoten müssen diese an allen Stellen gestochen scharf sein. In keinem Fall aber dürfen sie verschwommen sein. Unregelmäßige Zeichen, die auf die Vorder-und Rückseite gedruckt sind, bilden im Gegenlicht eine vollständige Zahl. Dieses Durchsichtregister befindet sich in der linken oberen Ecke auf der Vorderseite der Banknote.
Die polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes macht deutlich, dass alle bislang aufgetretenen Fälschungen auch als solche erkannt werden konnten. Wer befürchtet, falsche Geldscheine im Portmonee zu haben, sollte möglichst viele Sicherheitsmerkmale überprüfen. Bargeld sei ein "zutiefst emotionales Produkt“, sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Privatbankenverbandes BdB in einem Interview im Oktober.
118 Euro Bargeld haben die Deutschen im Schnitt im Portemonnaie. Beträge zwischen 20 und 50 Euro werden fast ausschließlich bar beglichen. Dabei werden derzeit vor allem 20-Euro-Scheine gefälscht. Insgesamt bleibt die Zahl der falschen Banknoten aber überschaubar. 19.000 falsche Euro-Banknoten hat die Bundesbank in den ersten sechs Monaten 2012 im Zahlungsverkehr registriert. Damit ist diese Zahl gegenüber dem zweiten Halbjahr 2011 um fünf Prozent gesunken. Pro Jahr entfallen fünf "Blüten" auf 10.000 Einwohner. Der durch Falschnoten verursachte Schaden liegt bei rund 1,1 Millionen Euro.
Ungefähr zwei Drittel der in Deutschland registrierten Euro-Fälschungen im Jahr 2011 entfielen zu etwa gleichen Teilen auf die 20-Euro und die 50-Euro-Banknoten. Im Jahr 2010 war die 50-Euro-Banknote die am häufigsten sichergestellte Fälschung. Qualitativ hochwertige Fälschungen stammten überwiegend aus Süd- und Osteuropa mit Schwerpunkt Italien. Ein ähnliches Bild zeigt auch die Statistik der Beschuldigten, die überwiegend aus Italien, Deutschland und der Türkei kommen. 1.408 Menschen konnten im Zusammenhang mit Falschgelddelikten ermittelt werden, wie es in einer Mitteilung des Bundeskriminalamtes heißt.
Mit rund acht Prozent liegt Deutschland im europäischen Vergleich an vierter Stelle des "Blüten"-Aufkommens. Allerdings sinkt auch in den EU-Mitgliedstaaten die Anzahl des Falschgeldes. Die Europäische Zentralbank registrierte 667.417 falsche Euro-Banknoten mit einer Gesamtsumme von rund 40 Millionen Euro.






















