Fed: Janet Yellen lässt Tür für Zinserhöhung offen

Fed: Janet Yellen lässt Tür für Zinserhöhung offen

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Die Chefin der Federal Reserve, Janet Yellen

Die US-Notenbank Fed belässt den Leitzins in der Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent. Fed-Chefin Janet Yellen schlägt aber optimistischere Töne an. Experten rechnen erst zum Jahresende mit einer Straffung.

Trotz des EU-Austrittsvotums der Briten hält die US-Notenbank Fed die Tür für eine weitere Straffung der Geldpolitik offen. Sie entschied am Mittwochabend, den Schlüsselsatz für die Versorgung der Banken mit Geld weiter in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent zu halten. Zugleich erklärten die Währungshüter um Fed-Chefin Janet Yellen, dass sich das Risiko für den US-Wirtschaftausblick auf kurze Sicht verringert habe. Dies gilt als Fingerzeig, dass sie die Zinszügel noch 2016 anziehen könnten. Die Fed hatte Mitte Juni signalisiert, dass sie 2016 noch zwei Schritte nach oben wagen will. Viele Experten rechnen jedoch nur mit einer Anhebung im Dezember, wenn die Auswirkungen des Brexit-Votums abgeschätzt werden können und sich zudem der Rauch des US-Präsidentschaftswahlkampfs verzogen hat.

Die Fed verwies nach dem Zinsentscheid auf die moderat wachsende Wirtschaft und den starken Stellenzuwachs im Juni. Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner hält den Ton der Fed-Erklärung für "deutlich optimistischer" als noch im Juni. Damit könnte der Weg für eine Zinserhöhung in September gebahnt werden. Doch sei eine Anhebung im Dezember wahrscheinlicher.

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Biografische Daten der Fed-Chefin

  • Name

    Janet L. Yellen

  • Alter und Geburtsort

    67 Jahre; Brooklyn, New York

  • Ihre Vision

    „Ich hoffe und vertraue darauf, dass die Tage des 'Niemals-Erklärens, Niemals-Entschuldigens' für immer vorbei sind und dass die Federal Reserve es fortsetzt, die Früchte des deutlichen Erklärens ihrer Handlungen gegenüber der Öffentlichkeit zu ernten.“ (Janet Yellen bei einer Rede vor der Gesellschaft amerikanischer Wirtschaftsredakteure und Autoren am 4. April 2013)

  • Ausbildung

    Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Brown University (US-Staat Rhode Island, 1967); Doktor in Wirtschaftswissenschaften von der Yale University (US-Staat Connecticut, 1971)

  • Berufserfahrung

    Seit 2010 stellvertretende Präsident der Fed; von 2004 bis 2010 Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco; von 1997 bis 1999 Vorsitzende des Rats der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses (Council of Economic Advisers); von 1994 bis 1997 Mitglied des Federal Reserve Board of Governors; von 1980 bis 1994 Lehrkraft an der University of California, Berkeley; von 1978 bis 1980 Dozentin an der London School of Economics and Political Science; von 1977 bis 1978 Ökonomin bei der Federal Reserve; von 1971 bis 1976 Assistenzprofessorin an der Harvard University.

  • Familie

    Verheiratet mit George A. Akerlof, Wirtschaftsnobelpreisträger und Professor an der kalifornischen Berkeley-Universität; ein Sohn: Robert Akerlof

Die Notenbank hatte zuletzt Ende 2015 die geldpolitischen Zügel gestrafft und danach stillgehalten. Inzwischen hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft zurückgenommen und dabei auch die Schätzungen für Großbritannien massiv reduziert. Dem Land mit dem global wichtigen Finanzplatz London droht nach dem EU-Austrittsvotum der Briten vom 23. Juni nach Ansicht vieler Experten eine Rezession. Die Bank of England (BoE) könnte vor diesem Hintergrund nächste Woche den historisch niedrigen Leitzins von derzeit 0,5 Prozent senken und damit der Konjunktur einen Schub verpassen.

Fed soll für Vollbeschäftigung sorgen

Die US-Wirtschaft, die zu Jahresbeginn schwächelte, dürfte sich im zweiten Quartal hingegen wieder gefangen haben. Experten erwarten für die am Freitag anstehenden Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) einen aufs Jahr hochgerechneten Anstieg um 2,6 Prozent. Licht und Schatten lagen zuletzt jedoch dicht beieinander: Während die Industrie im Juni einen unerwartet starken Auftragseinbruch erlitt, heuerten Firmen und Staat unerwartet viel neues Personal an.

Die Fed soll für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen: Sie hat bei einer Arbeitslosenquote von zuletzt 4,9 Prozent ihr Ziel fast erreicht. Doch ist die Notenbank von ihrer für die Konjunktur als ideal angesehenen Preissteigerungsrate von zwei Prozent noch ein gutes Stück entfernt.

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Quelle: REUTERS

Die heraufziehende heiße Phase im US-Präsidentschaftswahlkampf zwischen dem Republikaner Donald Trump und der Demokratin Hillary Clinton dürfte eine Zinserhöhung Anfang November - und damit kurz vor dem Urnengang - unwahrscheinlich erscheinen lassen. Denn ein solcher Schritt könnte als Politikum gewertet werden - zumal Trump angekündigt hat, als Präsident langfristig einen Republikaner an die Spitze der Fed berufen zu wollen.

Seine umstrittenen Pläne für radikale Steuersenkungen und ein Abkehr vom Freihandel sorgen zudem für Zündstoff. "Es gibt viele Unwägbarkeiten in der Wirtschaft. Dazu gehören auch die anstehenden Wahlen", sagte jüngst der Chef des Fed-Ablegers in Philadelphia, Patrick Harker

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