Flexible Geldanlage: Jetzt sind aktive Anleger gefordert

Flexible Geldanlage: Jetzt sind aktive Anleger gefordert

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Wer in Zeiten drohender Blasenbildung an Börse und Immobilienmarkt sowie anziehenden Daumenschrauben des Staates erfolgreiche Geldanlage betreiben will, muss flexibel investieren und sein Depot aktiv managen.

von Stefan Hajek und Christof Schürmann

Niedrigzinsen unterhalb der Inflationsrate lassen Ersparnisse real schrumpfen. Die Flucht in Aktien oder Immobilien birgt das Risiko, zunehmend in Blasen zu investieren. Anleger müssen ihr Depot flexibel aufteilen und aktiver kaufen und verkaufen – gerade weil die Politik die Daumenschrauben immer stärker anzieht.

Diese Geschichte muss Niklas Richter seit Kurzem auf jeder Party zum Besten geben: Der Jurist hatte nach fast dreijähriger Suche ein Reihenhaus in Aussicht, 140 Quadratmeter auf drei Etagen. Einen hohen sechsstelligen Betrag sollte das Häuschen im Münchner Westen kosten. „Wir wollten uns das noch zwei, drei Tage überlegen“, sagt Richter. Schließlich ging es um viel Geld. Die Maklerin drängte, es gebe Dutzende Interessenten. Als Richter zwei Tage später zusagen wollte, beschied sie ihm, das Haus sei noch zu haben – koste jetzt aber 120.000 Euro mehr. Ein krasser Einzelfall? Kaum. In vielen deutschen Städten galoppieren die Immobilienpreise; die Preise etwa für Eigentumswohnungen sind in Großstädten seit 2010 um mehr als 25 Prozent gestiegen.

Nun warnt die Bundesbank, die Preise für Wohnimmobilien seien vielerorts „fundamental nicht mehr zu rechtfertigen (...) überschießende Erwartungen und Spekulationsmotive“ seien im Spiel. So klingt im Behördendeutsch, was viele längst aus eigener Erfahrung wissen: In Deutschland pumpt sich eine Immobilienblase auf. Richtig teuer wird es für Renditejäger, wenn die neue schwarz-rote Koalition wie erwartet jetzt auch noch eine Mietpreisbremse gesetzlich verankert.

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Neben Inflationsängsten, die viele Anleger in Immobilien treiben, haben die Bundesbanker die niedrigen Zinsen als Pumpe für die Blase ausgemacht. Um eine Schockstarre am Kreditmarkt und damit den Kollaps der Weltwirtschaft zu verhindern, haben die Notenbanken weltweit seit 2009 die Zinsen gesenkt und die Geldmenge ausgeweitet. Sie fluteten die zögerlichen und verängstigten Banken mit Geld, damit die wieder Kredite vergeben.

So blieb der Systemzusammenbruch aus, doch nun kommen die Nebenwirkungen ans Licht: Fast alle Anlageklassen zeigen Blasensymptome. Am Anleihemarkt sind die Kurse oben und die Renditen für vermeintlich sichere Anlagen, in die etwa Versicherer investieren dürfen, auf Rekordtiefs. „Sollten die Zinsen auf dem Niveau bleiben, würden die Versicherer letztlich Verluste machen“, warnte am 24. Oktober die Ratingagentur Moody’s in einer aufsehenerregenden Studie. Übersetzt: Die mehr als 90 Millionen Lebensversicherungen, die deutsche Sparer abgeschlossen haben, könnten im Extremfall nicht einmal die Mindestzinsen von aktuell 1,75 Prozent erwirtschaften. Auch deshalb suchen mehr und mehr Assekuranzen ihr Heil im Verkauf ihrer Bestände oder in Fusionen, die oft zulasten ihrer Kunden gehen.

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