Fonds und Zertifikate: Investieren in die besseren Börsenindizes

Fonds und Zertifikate: Investieren in die besseren Börsenindizes

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Indizes, ob fundamental oder gleichgewichtet, können sich für Anleger als wahre Zauberformel für den Börsenerfolg erweisen

von Ulrich W. Hanke

Anleger lieben günstige Papiere, die einfach den Dax und Co. abbilden. Mehr Erfolg versprechen intelligent konstruierte Indizes. Wie das mit börsennotierten Fonds und Zertifikaten funktioniert.

Einen Dax ohne die angeschossenen Finanzwerte – das wünschen sich immer mehr Anleger. Die Deutsche Börse hat reagiert und den Dax ex Financials-Index eingeführt. Das Barometer besteht statt aus 30 aus 25 Titeln – Allianz, Commerzbank, Deutsche Bank, Deutsche Börse und Münchener Rück wurden aussortiert. In der Vergangenheit schnitt dieser 25er-Index deutlich besser ab. Seit 2007 legte er um rund elf Prozent zu, der Dax 30 nur um 5,5 Prozent. Die Deutsche Börse will mit diesem Index den Trend zu passiven Investments reiten. Passiv heißt, dass Anleger nicht einen von einem Manager bestückten Fonds kaufen, sondern auf die Kursentwicklung eines Index setzen, meist über einen börsengehandelten Indexfonds (ETF), der stur die Entwicklung eines Index nachbildet.

Index mit Schwächen

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Die meisten teuer bezahlten Fondsmanager können ihren Vergleichsindex nicht schlagen. Warum dann nicht gleich sein Geld in den Index stecken? Doch wie das Beispiel des Dax inklusive Finanzwerte zeigt, hat auch ein Index seine Schwächen. „Ein Index bildet die Marktkapitalisierung der einzelnen Titel ab, über deren Qualität und künftige Chancen sagt er aber nichts aus“, sagt Andreas Kotula vom französischen ETF-Anbieter Lyxor. Das Problem: Ein Index wie der Dax wird starr nach dem Börsenwert der Unternehmen konstruiert. Dieser errechnet sich aus der Zahl der Aktien eines Unternehmens mal deren Kurs. Aktien von großen Unternehmen, die womöglich auch stark gestiegen sind, sind also überproportional stark im Index vertreten. Die T-Aktie – im Jahr 2000 auf mehr als 100 Euro gestiegen – war, bis ihr Gewicht gekappt wurde, zeitweise für rund 25 Prozent der Dax-Entwicklung verantwortlich, heute sind es bei gut acht Euro nur noch 4,2 Prozent. Günstige, stark gefallene Papiere mit einem niedrigen Kurs sind dagegen im Dax unterrepräsentiert. Doch gerade diese haben oft am meisten Kurspotenzial.

Verzerrtes Bild

Produkte zu alternativen Indizes
NameISIN
Indexfonds
PowerShares FTSE  RAFI Europe (1)IE00B23D8X81
Lyxor ETF FTSE RAFI  Europe (2)FR0010400770
Indexzertifikate
RBS Fundamental  Value Europa TR (3)DE000AA0G6U3
Raiffeisen Centrob. ATX FND (Aktien Österreich)AT0000A0DYD8
HVB CECE Fundamental(Aktien Osteuropa) DE000HV5CD61
Zum Vergleich: Euro Stoxx 50
(1) Gebühren p. a.: 0,50 Prozent; (2) Gebühren: 0,75 Prozent;  (3) Gebühren: 1,25 Prozent; Quelle: Morningstar, Banken

„Indizes dienten lange Zeit nicht als Investmentvehikel, sondern als Maßstab dafür, wie sich Märkte entwickeln“, sagt Andreas Mittler vom Indexanbieter Russell. Nutzt man Indizes für Investments, sind neue Konzepte nützlich, zum Beispiel gleichgewichtete Indizes. Der Dax etwa besteht zu fast zehn Prozent aus Siemens-Aktien, aber zu weniger als einem Prozent aus Metro-Papieren – das verzerrt das Bild. Würde man Siemens, Metro und alle anderen Titel mit je einem Dreißigstel gewichten, wäre der Dax ausbalanciert.

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