Fondsfavoriten: Ex-Fonds-Champions: Was ist nur aus denen geworden?

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Fondsfavoriten: Ex-Fonds-Champions: Was ist nur aus denen geworden?

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Erfolg in Stein gemeißelt? Wie einstige Fondschampions heute weitermachen.

An der Börse ist es wie im Fußball: Wer länger sehr erfolgreich ist, wird schnell zur Legende - selbst wenn er sich in die Bedeutungslosigkeit verkrümelt hat. Aber Treue ist beim Blick aufs Fondsdepot deplatziert.

Eigentlich ist das ja auch jedem klar – eigentlich. Denn noch längst nicht jeder handelt nach der einfachen Wahrheit: Bei der Geldanlage in Investmentfonds geht es ausschließlich um die Rendite und um das Risiko, das Anleger bereit sind, dafür in Kauf zu nehmen. Wie ist es anders zu erklären, dass ehemalige Fonds der Spitzenklasse auch heute noch Volumen von vielen Milliarden Euro aufweisen, obwohl sie - auch über Jahre hinweg - kaum noch in der Lage sind, die eigene Benchmark zu schlagen? Vor allem, wenn die Konkurrenz sie längst abgehängt hat?

Dabei ist es im Grunde völlig egal, worin die Ursachen dafür liegen mögen, dass der Fonds keine zufriedenstellenden Renditen mehr erzielt. Die Gründe sind mannigfaltig: Das geht von persönlichen Umständen (gesundheitliche oder private Probleme des Fondsmanagers) über Schwierigkeiten der Fondsgesellschaft (Umstrukturierung etc.) bis hin zu falschen Prognosen und Anlageentscheidungen.

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Da manches davon auch wirklich nicht in die Öffentlichkeit gehört, sind auch den findigsten Journalisten meist die Hände gebunden. Aber Fußball äh… Fondsanlage ist ein ergebnisorientiertes Spiel ... Deshalb gibt es bei vergleichsweise weniger zufriedenstellenden Renditen nur eine Empfehlung: austauschen.

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Welche ETFs brachte Anlegern die höchste Rendite? Quelle: Getty Images, Montage

 

Mit einem Blick auf die langfristige Renditeentwicklung der legendären Fondschampions lassen sich etliche Fondsriesen als kraftlos enttarnen.

Beispiel Nummer 1: First Private Europa Aktien Ulm

Mitte der 2000er Jahre, also vor etwas mehr als zehn Jahren, gehörte der Europa Aktienfonds Ulm, wie er damals noch hieß, permanent zu den besten Performern seines Anlagesektors, den europäischen Standardwerten. Zu Spitzenzeiten verzeichnete das Top-Produkt des relativ kleinen Newcomers unter den deutschen Fondsgesellschaften, First Private vom Frankfurter Mainufer, verwaltete Anlegergelder im Volumen von sieben Milliarden Euro und mehr.

Inzwischen hat der First Private Europa Aktien Ulm viele Anhänger verloren und weist ein Volumen von 442,42 Mio. Euro auf, was in Anbetracht der dürftigen Entwicklung immer noch recht hoch ist. Aktuell belegt der Ulm in seiner Vergleichsgruppe „Europäische Aktien“ (insgesamt 818 Fonds) Rang 338 im Hinblick auf die Drei-Jahres-Performance.

Beispiel Nummer 2: Fidelity European Growth

Auch der Fidelity European Growth hatte seine besten Zeiten Mitte der 2000er Jahre und belegte ebenfalls über viele Jahre hinweg die vorderen Plätze der im Übrigen gleichen Vergleichsgruppe. Damals vertrauten Anleger dem Finanzprodukt Summen von weit über zehn Milliarden Euro an. Daran hat sich soviel nicht geändert, immerhin verwaltet der Fidelity heute noch Anlagekapital in Höhe von knapp 7,7 Milliarden Euro.

Das aktuell hohe Volumen ist vermutlich auch auf das gute Marketing der Fondsgesellschaft zurückzuführen, die den Fidelity European Growth als Klassiker unter den Europa-Fonds preist. Die Performance dürfte allenfalls durchschnittlichen Ansprüchen genügen. Denn derzeit liegt der Fidelity in seiner Vergleichsgruppe „Europäische Aktien“ von 818 Fonds auf Platz 234 (ebenfalls auf Sicht von drei Jahren).

Zum Vergleich: einige Beispiele aus der derzeitigen Spitzengruppe der Peer.

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