Quelle: dapdDax
In Deutschland ist Bilanzsaison, die börsennotierten Konzerne legen sich auf eine Dividende für ihre Aktionäre fest. Ausgezahlt wird diese am ersten Handelstag nach der Hauptversammlung. Bis auf ThyssenKrupp und Siemens, die beide bereits im Januar dran waren, halten alle Dax-Konzerne ihre Aktionärstreffen im April oder Mai ab. So manches Unternehmen hat die Dividende nach einem Rekord-Geschäftsjahr deutlich erhöht
Hier erfahren Sie, von welchen Dax-Konzernen die Aktionäre wie viel Dividende erwarten dürfen, wann die Hauptversammlung (HV) stattfindet und wer die größten Aktionäre der Konzerne sind. Alles in alphabetischer Reihenfolge.
Die Dividendenrendite bezieht sich auf den Kurs zum Zeitpunkt der Bilanzpräsentation, bei der auch die Dividendenvorschläge des Vorstands veröffentlicht wurden.
Quelle: Bloomberg, Statista, eigene Recherche.
Quelle: dapdAdidas
Der Sportartikelkonzern hält seine Hauptversammlung am 10. Mai ab. Schon am 7. März hat der Konzern seine Zahlen veröffentlicht und die sehen gut aus. Die Erlöse seien um 11,3 Prozent auf 13,34 Milliarden Euro geklettert, der Nettogewinn um 18,2 Prozent auf 671 Millionen Euro, teilte der zweitgrößte Sportartikel-Hersteller nach Nike in Herzogenaurach mit. Die Dividende soll nun um 25 Prozent auf 1,00 Euro je Aktie erhöht werden. Analysten hatten zunächst eine Dividende in Höhe von 0,95 Euro erwartet, nach 0,80 Euro pro Aktie im Vorjahr.
Rund 30 Prozent der Aktien des Sportartikelherstellers liegen in Nordamerika, nur zehn Prozent sind deutsche Aktionäre. Das Management des Konzerns hält insgesamt zwei Prozent. Die Großaktionäre sind die Blackrock-Gruppe und Thornburg Investment Management.
Quelle: dapdAllianz
Der Versicherungsriese Allianz will an der Dividendenhöhe nicht rütteln und wie im Vorjahr 4,50 Euro je Aktie ausschütten. Angesichts der niedrigen Bewertungen der Finanzwerte an der Börse ist die Dividendenrendite relativ hoch: knapp 5,0 Prozent. Hauptversammlung ist am 9. Mai.
100 Prozent der Allianz-Aktien sind im Streubesitz. Auch hier hält die BlackRock Inc. mehr als fünf Prozent der Anteile.
Quelle: dpaBASF
Der Chemiekonzern hat vom Aufschwung profitiert und will die Dividende von 2,20 Euro im Jahr 2011 in dieser Dividendensaison auf 2,50 Euro je Aktie erhöhen -das ist mehr als erwartet. Die Dividendenrendite läge dann bei 3,81Prozent (gemessen am Kurs vom 5.3.2012). Über den Dividendenvorschlag stimmen die Aktionäre am 27. April ab.
BASF ist das DAX-30-Unternehmen mit dem zweithöchsten Privatanlegeranteil in Deutschland. Rund ein Viertel der Aktien sind in Privathand. Größter Einzelaktionär ist – richtig - BlackRock Inc. mit 5,35 Prozent.
Quelle: dpaBayer
Der Chemiekonzern will die Dividende wie erwartet von 1,50 auf 1,65 Euro je Aktie erhöhen. Die Dividendenrendite würde somit 3,03 Prozent erreichen. HV-Termin ist am 27. April.
Bei Bayer haben Privatanleger einen Anteil am Grundkapital von rund 12 Prozent. Bayer-Mitarbeiter halten circa ein Prozent der Aktien. BlackRock, Inc. hält an der Bayer AG mehr als fünf Prozent. Damit sind sie jedoch nicht Hauptaktionär: Die amerikanische Capital Research and Management Company hat 9,97 Prozent der Anteile des Unternehmens.
Quelle: APBeiersdorf
Beiersdorf hat bereits vorläufige Zahlen vorgelegt. Der Konsumgüterhersteller hat im vergangenen Jahr einen scharfen Gewinneinbruch erlitten. Der Nettogewinn fiel von 326 Millionen Euro auf 259 Millionen Euro. 2011 war belastet durch ein Sanierungsprogramm, mit dem sich der Konzern wieder auf Pflegeprodukte konzentrieren will, sowie durch besonders hohe Werbeausgaben zum 100. Geburtstag der Hauptmarke Nivea. Im laufenden Jahr steht ein Wechsel an der Konzernspitze. Am 1. März hat Beiersdorf endgültige Zahlen vorgelegt und will demnach die Dividende bei 0,70 Euro für 2012 auf dem Vorjahresniveau belassen. Die Dividendenrendite läge dann bei 1,45 Prozent. Hauptversammlungstermin ist der 26. April.
50,89 Prozent der Aktien bei Beiersdorf hält die Maxingvest AG, im Besitz von Beiersdorf sind rund zehn Prozent, der Rest befindet sich im Streubesitz.
Quelle: dpaBMW
Für BMW-Aktionäre gibt es in diesem Jahr ein dickes Dividendenplus. Nach 1,30 Euro je Aktie im vergangenen Jahr will der bayrische Konzern nach der Hauptversammlung am 16. Mai diesmal 2,30 Euro je Aktie ausschütten. Die Dividendenrendite steigt damit auf 3,38 Prozent. Der Konzernüberschuss stieg 2011 um mehr als die Hälfte auf 4,9 Milliarden Euro. Das war allerdings weniger als von Analysten erwartet, die daher auch mit einer Dividende von 2,40 Euro gerechnet hatten. Insgesamt schüttet BMW 30,7 Prozent des Gewinns an die Aktionäre aus
Das freut natürlich besonders die Hauptaktionäre: BMW ist fest in Familienhand. Stefan Quandt hält 17,4 Prozent, Johanna Quandt 16,7 Prozent und
Susanne Klatten 12,6 Prozent der Anteile. Die restlichen 53,3 Prozent sind im Streubesitz.
Quelle: dapdCommerzbank
Das Sorgenkind der deutschen Bankenbranche kann aufgrund der Staatsbeteiligung gar nichts für seine Aktionäre tun. Die Dividende bleibt auch 2012 auf der Nulllinie. Erst wenn das in der Finanzkrise gestützte Geldhaus die stillen Einlagen des Bundes bedient, darf es Dividenden ausschütten. Konzernchef Martin Blessing hat das für 2013 in Aussicht gestellt. Das setzt wiederum einen Gewinn nach HGB voraus. Wenn die Commerzbank die Staatsbeteiligung wieder los wird und Gewinne macht, dürfte es wieder Ausschüttungen geben. Hauptversammlung ist am 23. Mai.
Bei der Commerzbank ist immer noch die Bundesrepublik Deutschland mit 25 Prozent ungeliebter Hauptaktionär. Danach folgen die Allianz mit etwas unter fünf Prozent und Black Rock Inc. mit mehr als drei Prozent. 65 Prozent teilen sich verschiedene institutionelle Investoren.
Quelle: dpaDaimler
Noch im Vorjahr war die Dividende mit 1,85 Euro je Aktie höher als beim Konkurrenten BMW. In diesem Jahr fällt der Autokonzern Daimler in diesem Vergleich hinter den Bayern zurück. Der Vorstand hat eine Dividende von 2,20 Euro je Aktie vorgeschlagen. Bei der Dividendenrendite sind die Stuttgarter mit 4,8 Prozent jedoch besser. Hauptversammlung ist am 4. April.
Auch bei Daimler sind mehr als 60 Prozent im Besitz diverser institutioneller Investoren. Private Investoren halten 20,9 Prozent der Aktien, danach kommen als Einzelaktionär die Aabar Investments mit neun Prozent, Kuwait mit 6,9 Prozent und Renault/Nissan mit 3,1 Prozent.
Quelle: dpaDeutsche Bank
Auch der Branchenprimus bewegt sich in schwierigem Umfeld, zumindest die Dividende soll wie im Vorjahr 0,75 Euro je Aktie betragen und die Anleger so über den schwachen Aktienkurs hinwegtrösten. Hauptversammlung der Deutschen Bank ist am 31. Mai.
Die Deutsche Bank-Aktie befindet sich fast vollständig in Streubesitz. Großaktionäre sind die Credit Suisse Group mit 3,86 Prozent und BlackRock Inc. mit 5,14 Prozent.
Dax
In Deutschland ist Bilanzsaison, die börsennotierten Konzerne legen sich auf eine Dividende für ihre Aktionäre fest. Ausgezahlt wird diese am ersten Handelstag nach der Hauptversammlung. Bis auf ThyssenKrupp und Siemens, die beide bereits im Januar dran waren, halten alle Dax-Konzerne ihre Aktionärstreffen im April oder Mai ab. So manches Unternehmen hat die Dividende nach einem Rekord-Geschäftsjahr deutlich erhöht
Hier erfahren Sie, von welchen Dax-Konzernen die Aktionäre wie viel Dividende erwarten dürfen, wann die Hauptversammlung (HV) stattfindet und wer die größten Aktionäre der Konzerne sind. Alles in alphabetischer Reihenfolge.
Die Dividendenrendite bezieht sich auf den Kurs zum Zeitpunkt der Bilanzpräsentation, bei der auch die Dividendenvorschläge des Vorstands veröffentlicht wurden.
Quelle: Bloomberg, Statista, eigene Recherche.
Wird der Kampf um die Kunden richtig hart, fallen auch im Finanzgewerbe die Preise. Die Briten führen ab dem 1. Januar 2013 ein neues Bezahlmodell beim Verkauf von Finanzprodukten ein, das dem Anleger dient. Alle Berater bekommen künftig vom Kunden ein Honorar, sie dürfen von Produktproduzenten (zum Beispiel Fondsgesellschaften) keine Provisionen mehr kassieren. Das geht viel weiter als die deutschen Regeln, die Kosten durchschaubar machen wollten, sie tatsächlich aber nur im Kleingedruckten unterbringen.
Briten wie Deutsche zahlen für Aktienfonds bisher jährlich 1,5 bis 2,0 Prozent Verwaltungsgebühren pro Jahr. Künftig bekommen die Briten viele neue Fonds für 0,75 Prozent. Das sind keine Peanuts: Wer 10.000 Euro über zehn Jahre anlegt, hat bei vier Prozent Rendite am Ende 1630 Euro mehr, wenn er statt 2,0 nur 0,75 Prozent Gebühr zahlt. Die Fonds müssen auch bei uns etwas tun, sonst machen sie sich selbst überflüssig. Von den in Deutschland erhältlichen 276 weltweit anlegenden Aktienfonds, die seit zehn Jahren auf dem Markt sind, erzielten in dieser Zeit nur 22 mehr als drei Prozent Plus pro Jahr. Im Schnitt lieferten sie seit 2002 jährlich minus 0,8 Prozent. Mit halb so hohen Kosten hätte mancher nicht so enttäuscht. Die Fondsbranche schob den Schwarzen Peter für den Griff in die Kasse gerne dem gierigen Vertrieb zu. Fondsgesellschaften bezahlen die Finanzverkäufer, und die forderten einen immer höheren Anteil. Bluten musste letztlich der Anleger. Die Vertriebstruppen nehmen heute als Verkaufsprovision den Ausgabeaufschlag (oft fünf Prozent) und etwa die Hälfte der jährlichen Verwaltungsvergütung, also 0,75 bis 1,0 Prozent.
Saubere Trennung: Honorar und Provision
Die Briten trennen nun Fondsverkauf und Fondsmanagement sauber. Der Kunde zahlt für die Beratung, im Gegenzug kassiert der Berater keine Provision vom Fonds. Finanzberater werden Fonds nicht mehr nur deshalb anbieten, weil sie von der einen Fondsgesellschaft eine höhere Provision bekommen als von der anderen. Im Idealfall würden Anleger nicht mehr mit schlechten Fonds belästigt. Auf Deutschland übertragen hieße dies: Berater würden auch mal Bundesschatzbriefe oder Dax-Aktien empfehlen, obwohl deren Emittenten (der Bund oder die Dax-Unternehmen) null Provision zahlen. Doch so weit ist es hierzulande noch nicht.
Der Finanzverkauf wurde zwar strenger reglementiert, an der Provisionsschieberei aber nicht gerüttelt. Und das Kleingedruckte liefert längst nicht alle Informationen. In den Jahresdepotauszügen der Deutschen Bank etwa heißt es, dass sich die „Anlageberatung auf die Angebotspalette der Deutschen Bank beschränkt“. Dass diese Palette neben Fonds der Deutsche-Bank-Tochter DWS auch solche etwa von Blackrock, Morgan Stanley oder Pictet umfasst, steht dort nicht ausdrücklich. Es ist aber so: Weil diese Fremdanbieter lukrative Provisionen zahlen, verkaufen Berater der Deutschen Bank eben auch weiterhin deren Fonds.








