Fondsgebühren: Wir sollten Londons Beispiel folgen

KommentarFondsgebühren: Wir sollten Londons Beispiel folgen

von Heike Schwerdtfeger

In Großbritannien zahlen Anleger für Fonds bald nur noch die Hälfte. Deutschland sollte folgen, sonst werden diese hierzulande überflüssig.

Wird der Kampf um die Kunden richtig hart, fallen auch im Finanzgewerbe die Preise. Die Briten führen ab dem 1. Januar 2013 ein neues Bezahlmodell beim Verkauf von Finanzprodukten ein, das dem Anleger dient. Alle Berater bekommen künftig vom Kunden ein Honorar, sie dürfen von Produktproduzenten (zum Beispiel Fondsgesellschaften) keine Provisionen mehr kassieren. Das geht viel weiter als die deutschen Regeln, die Kosten durchschaubar machen wollten, sie tatsächlich aber nur im Kleingedruckten unterbringen.

Briten wie Deutsche zahlen für Aktienfonds bisher jährlich 1,5 bis 2,0 Prozent Verwaltungsgebühren pro Jahr. Künftig bekommen die Briten viele neue Fonds für 0,75 Prozent. Das sind keine Peanuts: Wer 10.000 Euro über zehn Jahre anlegt, hat bei vier Prozent Rendite am Ende 1630 Euro mehr, wenn er statt 2,0 nur 0,75 Prozent Gebühr zahlt. Die Fonds müssen auch bei uns etwas tun, sonst machen sie sich selbst überflüssig. Von den in Deutschland erhältlichen 276 weltweit anlegenden Aktienfonds, die seit zehn Jahren auf dem Markt sind, erzielten in dieser Zeit nur 22 mehr als drei Prozent Plus pro Jahr. Im Schnitt lieferten sie seit 2002 jährlich minus 0,8 Prozent. Mit halb so hohen Kosten hätte mancher nicht so enttäuscht. Die Fondsbranche schob den Schwarzen Peter für den Griff in die Kasse gerne dem gierigen Vertrieb zu. Fondsgesellschaften bezahlen die Finanzverkäufer, und die forderten einen immer höheren Anteil. Bluten musste letztlich der Anleger. Die Vertriebstruppen nehmen heute als Verkaufsprovision den Ausgabeaufschlag (oft fünf Prozent) und etwa die Hälfte der jährlichen Verwaltungsvergütung, also 0,75 bis 1,0 Prozent.

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Saubere Trennung: Honorar und Provision

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Die Briten trennen nun Fondsverkauf und Fondsmanagement sauber. Der Kunde zahlt für die Beratung, im Gegenzug kassiert der Berater keine Provision vom Fonds. Finanzberater werden Fonds nicht mehr nur deshalb anbieten, weil sie von der einen Fondsgesellschaft eine höhere Provision bekommen als von der anderen. Im Idealfall würden Anleger nicht mehr mit schlechten Fonds belästigt. Auf Deutschland übertragen hieße dies: Berater würden auch mal Bundesschatzbriefe oder Dax-Aktien empfehlen, obwohl deren Emittenten (der Bund oder die Dax-Unternehmen) null Provision zahlen. Doch so weit ist es hierzulande noch nicht.

Der Finanzverkauf wurde zwar strenger reglementiert, an der Provisionsschieberei aber nicht gerüttelt. Und das Kleingedruckte liefert längst nicht alle Informationen. In den Jahresdepotauszügen der Deutschen Bank etwa heißt es, dass sich die „Anlageberatung auf die Angebotspalette der Deutschen Bank beschränkt“. Dass diese Palette neben Fonds der Deutsche-Bank-Tochter DWS auch solche etwa von Blackrock, Morgan Stanley oder Pictet umfasst, steht dort nicht ausdrücklich. Es ist aber so: Weil diese Fremdanbieter lukrative Provisionen zahlen, verkaufen Berater der Deutschen Bank eben auch weiterhin deren Fonds.

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