Fondsgesellschaft: Fairvesta: Hinweise auf Verschiebung von Anlegergeldern

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Fairvesta-Zentrale in Tübingen

von Niklas Hoyer und Melanie Bergermann

Auf dem grauen Kapitalmarkt bahnt sich ein weiterer Skandal an.

Bei der Tübinger Immobilienfondsgesellschaft Fairvesta, der Anleger 866 Millionen Euro anvertraut haben, gibt es nach Informationen der WirtschaftsWoche Hinweise auf interne Verschiebungen von Anlegergeldern. Fairvesta bestreitet solche Verschiebungen.

Im Fokus steht der bislang einzige aufgelöste Fairvesta-Fonds, Fairvesta Zweite Immobilienbeteiligungsgesellschaft. Dieser geschlossene Fonds sollte mit dem günstigen Kauf und teureren Verkauf von Immobilien hohe Renditen erzielen. Er soll bei seiner Auflösung 2011 laut Fairvesta Immobilien für 15,3 Millionen Euro gehalten haben. Den Anlegern sei zusätzlich zum eingesetzten Kapital eine Rendite von 12,4 Prozent pro Jahr ausgezahlt worden. Käufer des vom Fonds gehaltenen Immobilienportfolios soll ein ausländischer Investor gewesen sein, dessen Namen Fairvesta wegen einer Geheimhaltungsklausel nicht nennen will.

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Indizien deuten allerdings darauf hin, dass Fairvesta bei der Fondsauflösung auf das Geld eigener Anleger zurückgegriffen hat. Nach Informationen der WirtschaftsWoche verbirgt sich hinter dem Käufer des Immobilienportfolios, zumindest teilweise, ein auf den Britischen Jungferninseln in der Karibik beheimateter Fonds. Er investierte über eine Liechtensteiner Gesellschaft, die REOPP Real Estate Opportunity Private Placement aus Vaduz. Doch der Karibik-Fonds selbst stellte nur 2,1 Millionen Euro zur Verfügung, berichtete dessen Fondsmanager gegenüber der WirtschaftsWoche.

Zusätzlich nahm REOPP für den Immobilienkauf einen Kredit auf. Dieser aufgenommene Kredit wurde laut REOPP-Geschäftsbericht 2012 "durch erstrangige Briefgrundschulden auf ein Immobilienportfolio im Verkehrswert von 9,005 Millionen Euro abgesichert". Die Fairvesta Europe AG, über die Fairvesta bei Privatanlegern in Form von Anleihen Geld eingesammelt hat, vergab laut Geschäftsbericht 2012 einen Kredit, dem Sicherheiten mit dem selben Verkehrswert – 9,005 Millionen Euro – gegenüberstehen sollen. Würde es sich in beiden Fällen um das gleiche Immobilienportfolio handeln, was äußerst wahrscheinlich ist, wäre über die Anleihen bei Privatanlegern eingesammeltes Geld letztlich zur Auszahlung der Fondsanleger genutzt worden. Fairvesta weist den Vorwurf zurück, dass bei Auflösung des Fonds Gelder aus den Anleihen genutzt worden sind. Die Tübinger Fondsgesellschaft wollte sich auf Anfrage aber nicht im Detail zu den Vorwürfen äußern.

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