Indien: "Einzelhandel, Baustoffe, Logistik profitieren"

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InterviewFondsmanager Nilang Mehta: "Profitieren werden Einzelhandel, Baustoffe, Logistik"

Fondsmanager Nilang Mehta managt von Hongkong aus mehrere Indienfonds. Warum er trotz Steuerchaos und Bargeldabschaffung an Indiens Wachstumskurs glaube und in welchen Branchen er die höchsten Chancen sieht.

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Nilang Mehta ist Portfolio Manager des HSBC GIF Indian Equity.

Wie beurteilen Sie aktuell ganz allgemein die wirtschaftlichen Perspektiven in Ihrem Land?
Indiens Wirtschaft erlebt einen Aufschwung. Dieser fällt aber langsamer aus, als es im Jahr 2014 erwartet wurde, als Modi an die Macht kam. Dieses langsamere Wachstum kann teilweise auf die hohe Verschuldung im Privatsektor, die schwächere Auslandsnachfrage und, vor allem in letzter Zeit, auf Übergangsfaktoren wie die Abschaffung des Bargelds und die Einführung der Mehrwertsteuer zurückgeführt werden.

Die Wachstumsrate von zuletzt stolzen sieben Prozent scheint Sie zu enttäuschen?

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Mit der Zeit nimmt das Wirtschaftswachstum an Fahrt auf, da der Einfluss dieser vorübergehenden Faktoren sich abschwächt und die positiven Auswirkungen der Zinssenkungen und der gestiegenen Staatsausgaben sich langsam bemerkbar machen.

Zur Person

  • Nilang Mehta

    oNilang Mehta arbeitet als Portfolio Manager of HSBC Asset Management (India) Pvt. Ltd., HSBC Global Asset Management (Hong Kong) Ltd., HSBC Global Investment Funds - Indian Equity, die Abteilung Equity von HSBC Mutual Fund - HSBC MIP – Savings und HSBC Mutual Fund - HSBC MIP - Regular. Sein Arbeitsort ist Hongkong, China.

Welche Branchen und Unternehmen werden Ihrer Meinung nach die größten Gewinner sein?
Wir können keine spezifischen Unternehmen nennen, aber wir erwarten positiven Einfluss auf Branchen wie Industrie, Finanzen und langlebige Konsumgüter.

Welche Schwierigkeiten und Hemmnisse sehen Sie?
Herausforderungen oder Risiken können durch externe Wirtschaftsschocks oder Beeinträchtigung der innenpolitischen Stabilität entstehen.

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Trotz vieler Analphabeten, verbreiteter Korruption und Steuerchaos wächst Indiens Wirtschaft schneller als die von China. Mumbais Börse läuft und läuft und läuft. Mit Fonds können Anleger mitverdienen.

Indien ist das wachstumsstärkste Schwellenland. Quelle: Getty Images

Wie macht sich die geplante Abschaffung des Bargelds in Indien bemerkbar?
Die Bargeldabschaffung ist ein heiß diskutiertes Thema in den lokalen und internationalen Medien, wobei die erwarteten Vorteile dieser Maßnahme hinterfragt werden. Wir möchten uns nicht über die Vor- und Nachteile dieser Maßnahme auslassen, da die Entscheidung gefallen ist und die Wirtschaft sich bereits gut umstellt. Dennoch, wenn es auch nur eine leichte Verhaltensänderung hin zu organisierteren Geschäftsformen gibt und digitale Zahlungen stärker genutzt werden, hat sich der Aufwand langfristig schon gelohnt.

Welche Branchen profitieren nach Ihren Erfahrungen am nachhaltigsten von der Steuerreform, bekannt unter dem Kürzel GST?
Branchen mit einem hohen Anteil an eher minder organisierten Akteuren werden am meisten profitieren. Branchen, die von GST profitieren können, sind der Einzelhandel und die Baustoffe und Logistik. Mittelfristig wird der positive Einfluss von GST auf die Volkswirtschaft stärker sein als auch einzelne Branchen. Die Reform wird die Formalisierung der Wirtschaft unterstützen, indem Steuerquote am BIP verbessert wird, Mehrphasensteuern und Schwachstellen im freien Warenverkehr beseitigt werden.

Können Sie das an einem Beispiel deutlich machen?
In Indien müssen LKW staatliche Kontrollstationen passieren, wenn sie von einem Staat in den nächsten wollen. Es wurde in verschiedenen Studien geschätzt, dass LKW etwa 20 bis 25 Prozent der Zeit mit dem Anfahren dieser Kontrollstationen verbringen. Durch die Umsetzung von GST wurden diese Kontrollstationen abgeschafft, was zu einer Verkürzung der Transportzeiten geführt hat.

Erkennen Sie weitere strukturelle Maßnahmen ihrer Regierung zur Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds? Wie beurteilen Sie diese und was erwarten Sie davon?
Wir sehen weitere strategische Privatisierungen von Staatsunternehmen und auch eine Vereinfachung der Arbeitsgesetze als wünschenswert an. Die Neukapitalisierung und Privatisierung der staatlichen Banken sind ebenfalls wichtige Reformen, die angedacht werden sollten.

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