Fußballaktien: BVB-Aktie hat noch Potenzial

Fußballaktien: BVB-Aktie hat noch Potenzial

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2000 ging der BVB an die Börse und verschuldete sich

von Stefan Hajek

Die BVB-Aktie hat in den letzten drei Jahren rund 250 Prozent zugelegt. Trotzdem hat sie noch Potenzial.

Eigentlich müsste die Aktie von Borussia Dortmund (BVB) jetzt ins Trudeln geraten: Der BVB hat 305 Millionen Euro Umsatz und einen Gewinn (Ebit) von 65 Millionen Euro gemeldet, was macht der Chef? Er kündigt künftig weniger an: "250 Millionen Euro plus x", so sein Umsatzziel, auch der Gewinn werde kleiner sein. Fast jede Aktie würde nach so einer Aussage einbrechen. Das Fußballgeschäft folgt eigener Logik: Der hohe Umsatz des BVB kommt auch aus Transfers. Anders als ein Software- oder Möbelkonzern will ein Fußballclub nicht unbedingt jedes Jahr Umsatz und Gewinn maximieren. Spielerverkäufe schwächen den Verein sportlich – erhöhen so das Risiko, dass ihm künftige Einnahmen entgehen. Sponsoren und TV-Gelder fließen nur üppig bei sportlichem Erfolg.

Die Börse fremdelt oft mit dieser Dialektik; sie ist auf kurzfristige Erfolge, Gewinnoptimierung und Dividendenwachstum programmiert. Fußball und Börse passten nicht zusammen, so Kritiker. Ganz unrecht haben sie nicht: Die meisten Clubs sind Geldverbrenner, immer auf der Jagd nach dem maximalen sportlichen Erfolg und damit dem Seelenheil ihrer Fans. Oft wird das durch Überschuldung erkauft. Dass es anders geht, beweisen die Champions-League-Finalisten München und Dortmund.

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Die Mühen der Ebene

Die Bayern, eine AG, aber nicht börsennotiert, haben sich zu je rund zehn Prozent an Adidas und Audi verkauft, dafür rund 190 Millionen Euro Kapital bekommen. Die Konzerne kriegen Dividende und exklusive Werbeverträge. Dortmund wählte 2000 den damals modischen Weg des Börsengangs, gab aber schnell zu viel Geld aus und war nur fünf Jahre später fast pleite. Seitdem bleiben dem BVB nur die Mühen der Ebene: zwei Kapitalerhöhungen, künftige Einnahmen verpfänden, um das teuer gemietete Stadion zurückzukaufen, auf junge, nicht so teure Spieler setzen.

Das klappte, mit dem sportlichen Erfolg kam auch der wirtschaftliche zurück. Die Bilanz ist weitgehend saniert, rund 100 Millionen Euro Schulden abgebaut und die Eigenkapitalbasis erheblich gestärkt; der Club schreibt schwarze Zahlen. Trotz Rally ist die Aktie nicht zu teuer. Das ist das Verdienst der BVB-Manager. Doch ob der Höhenflug weitergeht, hängt nicht mehr nur von ihnen ab.

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Langfristig das größte Risiko für die wachsenden BVB-Einnahmen sind von Mäzenen gepäppelte Konkurrenten. Denn die Erlöse – vor allem jene, die sowohl Fans als auch Anleger gerne sehen, etwa TV- und Sponsorengelder – hängen davon ab, möglichst weit in den internationalen Wettbewerben zu kommen: Allein durch die Champions League nahm Dortmund 2012/13 rund 50 Millionen Euro mehr ein als etwa Mönchengladbach, das nur Euro-League spielen durfte.

Das entspricht dem gesamten Umsatz eines mittleren Bundesligaclubs. Doch an die internationalen Fleischtöpfe wollen auch all die russischen und arabischen Milliardäre, die sich Vereine wie Manchester City oder Paris kaufen und Hunderte Millionen Euro in die Kader investieren. Auf Dauer wird Dortmund seine Umsätze nur steigern können, wenn die UEFA dem Treiben der Mäzene Riegel vorschiebt. Sonst droht international auf lange Sicht die Bedeutungslosigkeit; der Umsatz würde bestenfalls stagnieren. Ob die UEFA, die neue Regeln ausgeheckt hat, diese ab 2015 ernsthaft umsetzt, ist unsicher.

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