FXdirekt: Internetbroker FXdirekt in der Kritik Mitarbeiter sollen Kunden in riskante Produkte treiben BNP Paribas-Tochter kappt Verbindung

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Interne Emails des Internetbrokers FXdirekt belegen erstmals, mit welchen rabiaten Methoden im außerbörslichen Derivatehandel gearbeitet wird.

Einer  der  Geschäftsführer des Oberhausener Brokers treibt seine Mitarbeiter darin mit immensen Druck an, Kunden in riskante Produkte zu jagen, zum Beispiel mehr Kontrakte auf Silber zu verkaufen.  Das berichtet die WirtschaftsWoche in ihrer am Montag erscheinenden Ausgabe.  Fragen dazu hatte die Bank der WirtschaftsWoche nicht beantwortet.  In einer früheren Stellungnahme gegenüber dem Magazin hatte die Bank gesagt,   „die Behauptung, Kunden würden gezielt in Positionen“ wie Silber gelenkt, sei falsch.

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Der WirtschaftsWoche vorliegende Emails erhärten den Verdacht, dass genau dies geschieht.   In einer Mail mit dem  Betreff: Ziel heute („target TODAY !!!“) schreibt Daboussi „SILVER“  in riesigen Buchstaben. Keine drei Stunden später legt er nach: „Was ist los? Es ist 16 Uhr, und wir haben erst 370 Lots...“ Lot ist eine Mengenangabe, in der man das gehandelte Volumen der Silberkontrakte messen kann. Es folgen weitere Mails, in denen Mitarbeiter gezielt aufgefordert werden, mehr Umsatz zu machen. „COME ON>>>> more more more silver... push... push...“, schreibt Geschäftsführer Saber Daboussi in einer späteren Mail.      

Insider packen aus Die zweifelhaften Geschäfte der FXdirekt Bank

Der Internet-Broker soll über Jahre Kunden ausgeplündert haben – unter den Augen der Finanzaufsicht. Gerichtsakten erhärten den Verdacht, die Bank bestreitet Unregelmäßigkeiten. Ein Report.

Börsenhändler vor Monitoren Quelle: dpa/Montage

      

Die WirtschaftsWoche hatte bereits in der vergangenen Woche über zweifelhafte Praktiken des Brokers berichtet.   Die Bank hatte alle Unregelmäßigkeiten abgestritten. Die BNP-Paribas-Tochter Cortal Consors, die bislang mit FXdirekt kooperiert hat und über deren Internet-Seite Consors-Kunden ein Konto bei FXdirekt  eröffnen konnten, hat das Angebot nach dem Bericht der WirtschaftsWoche vom vergangenen Montag von der Homepage genommen. Consors-Kunden können derzeit kein Konto mehr über ihre Direktbank eröffnen.

Der  Münchner Anwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Peter Mattil, sagte der WirtschaftsWoche: „Ruft man einen Kunden an und empfiehlt den Kauf von Silber, ist das Anlageberatung“.  Es reiche dazu bereits aus, dem Kunden nur zu sagen: „Schauen Sie mal auf Silber.“ Wer fehlerhaft berät, der haftet für Verluste. FXdirekt schrieb in der Stellungnahme zum ersten Bericht der WirtschaftsWoche, dass die Bank keine Anlageberatung anbiete: „Zuwiderhandlungen durch Mitarbeiter würden unverzügliche arbeitsrechtliche Konsequenzen für den Mitarbeiter nach sich ziehen.“

Kunden handeln bei FXdirekt auch außerhalb von Börsen – vor allem wetten sie mit Differenzkontrakten (Contracts for Difference, CFDs) auf steigende und fallende Kurse. Beim CFD setzen Anleger nur einen Bruchteil der bewegten Summe ein und überlassen dem Broker nur eine Sicherheit (Margin). Gewinne und Verluste potenzieren sich so rasant. Viele Broker sind wie FXdirekt Market Maker, die Kunden An- und Verkaufskurse stellen.  Stellt ein Broker die Preise beim Verkauf oder Rückkauf schlechter, kann der Kunde mehr verlieren oder weniger gewinnen.

Nach dem ersten Bericht der WirtschaftsWoche hatten sich zahlreiche FXdirekt-Kunden bei dem Magazin gemeldet und von immensen Verlusten berichtet. Ein Steuerberater sagte, er habe den Verdacht, dass Kurse manipuliert worden seien. Er habe oft bei FXdirekt angerufen, aber „deren Standardausrede“ sei gewesen, dass sich der Markt eben bewegt habe. Ein Ehepaar hat nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei bis drei Jahren „mehr als 150.000 Euro“ verloren. „Stetes Kapital-Nachschießen in der Hoffnung, nun doch mal einen Gewinn realisieren zu können, haben zu dem großen Verlust geführt.“

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