Bild: dpaAktuell drückte der überraschend starke Stellenaufbau in den USA den Goldpreis am Freitag auf ein Acht-Wochen-Tief. Eine Feinunze verbilligte sich auf bis zu 1695,20 Dollar. Investoren zogen sich angesichts der verbesserten Konjunkturaussichten aus dem "sicheren Hafen" Gold zurück und steckten ihr Geld in vermeintlich renditeträchtigere Anlagen wie Aktien. Das passt zu der Stimmung, die Anfang des Jahres bereits einmal bei den institutionellen Investoren herrschte:
Bild: dpa/dpawebSchon Mitte Mai dieses Jahres schien der Glanz des Goldes verblasst. Mit einem Preisrückgang von 20 Prozent gegenüber dem Allzeithoch vom September 2011 schien der Bärenmarkt erreicht. Der Preis für die Unze Gold verbilligte sich am Kassamarkt auf 1.526,97 Dollar. Dabei hatten Experten, etwa von der US-Bank Goldman Sachs, dem Edelmetall noch für weitere fünf Jahre steigende Preise prophezeit. Nur die großen Investoren schienen sich nicht darauf zu verlassen. Sie stießen schon seit Februar 2012 peu a peu ihre Goldbestände ab und investierten statt dessen in den Dollar.
Bild: dpaNachdem der Goldpreis elf Jahre in Folge stetig gestiegen ist und sich letztlich sogar versiebenfachte, sanken die Gold-ETFs auf einmal. Von einem Rekordvolumen von 2.410,2 Tonnen ging es um mehr als 30 Tonnen nach unten, internationale Banken kassierten ihre Prognosen.
Bild: APJetzt erklärte US-Starinvestor Jim Rogers, er setze weiterhin auf Gold. "Ich werde mein Gold und mein Silber nicht verkaufen. Beide Metalle4 werden im Bullenmarkt noch vie, viel weiter im Kurs steigen", sagte er.
Noch Ende August hatte er das Edelmetall Silber als deutlich renditestärker gelobt. Silber sei ein Schnäppchenmit einem deutlich volatileren Kurs, als es bei Gold der Fall sei. Das mache Silber viel interessanter, weil es höhere Gewinnaussichten verspreche.
Bild: REUTERSAuch Hedgefonds-Manager John Paulson glaubt an die Bedeutung des Edelmetalls. "Jatzt ist der richtige Augenblick, sich auf Gold zu konzentrieren", sagte er im Hinblick auf eine sich weiter verschärfende Inflation. Vielleicht sollten Anleger den Worten Paulsons zumindest Gehör schenken. Paulson hatte als einer der wenigen vor der Finanzkrise auf einen Zusammenbruch des US-Häusermarktes gewettet. Seinem guten Riecher verdankt er immerhin ein Vermögen von elf Milliarden Dollar.
Bild: dpaAuch der britische Star-Investor Jeremy Grantham hält Gold für den besten Inflationsschutz. "Bei steigender Inflation steigt auch der Goldpreis", ist er sich sicher.
Bild: dpaUS-Investor George Soros hat seine Anteile am Goldfonds SPDR Gold Trust bereits bis Ende Juni annähernd verdoppelt. Zuvor war er im großen Stil aus den Goldinvestments ausgestiegen, weil er "die ultimative Blase" befürchtete. Diese Gefahr sieht er nun nicht mehr - Gold sei wieder ein Kauf.
Aktuell drückte der überraschend starke Stellenaufbau in den USA den Goldpreis am Freitag auf ein Acht-Wochen-Tief. Eine Feinunze verbilligte sich auf bis zu 1695,20 Dollar. Investoren zogen sich angesichts der verbesserten Konjunkturaussichten aus dem "sicheren Hafen" Gold zurück und steckten ihr Geld in vermeintlich renditeträchtigere Anlagen wie Aktien. Das passt zu der Stimmung, die Anfang des Jahres bereits einmal bei den institutionellen Investoren herrschte:
Während die Ankündigungen der Gelddrucker-Troika (Fed, EZB und Bank of Japan), nun „all-in“ gehen zu wollen, den Aktienmärkten im September trotz bereits verstärkt aufkeimender Konjunktursorgen nochmals sprichwörtlich Flügel verleihen konnten, hielten sich die liquiditätsfokussierten „Anlagenotstands-Investoren“ im Oktober mit weiteren kurstreibenden Aktienkäufen erst einmal zurück. Schließlich werden sich die vielfach sehr ambitionierten Unternehmensbewertungen eben nicht auf Dauer ohne fundamentale Untermauerung durch Wachstumsaussichten, Gewinne und Dividenden halten lassen, zumal sich über Europa hinaus in nahezu sämtlichen Regionen die Konjunkturdaten zusehends weiter deutlich abschwächen.
Auch beim vermeintlichen Weltkonjunktur-Retter China verlangsamte sich das offiziell vermeldete Wirtschaftswachstum im 3. Quartal 2012 auf „nur“ noch 7,4 Prozent, während Japans Notenbank gar feststellen musste, dass sich das Land mit Blick auf die Exporte, die im September auf Jahressicht nach China um 14,1 Prozent, nach Italien um 31,0 Prozent oder nach Deutschland um 12,9 Prozent zurückgingen, nicht mehr in einer Erholung, sondern in einer – Achtung! Neuer Euphemismus - „pausierenden“ Entwicklung befinde.
Aber auch die in den USA angelaufene Berichtssaison der Unternehmen brachte erhebliche Enttäuschungen und kann relativ zu den Erwartungen gar als die schlechteste Bilanzsaison der vergangenen Jahre angesehen werden. Zwar wurden die zuvor reduzierten Gewinnerwartungen dank eingeleiteter Kostensenkungsprogramme vielfach noch übertroffen. Aber nur noch rund zwei Fünftel der S&P-500-Unternehmen, die ihre Zahlen bisher vorgelegt haben, konnten ihre zuvor ebenfalls reduzierten durchschnittlichen Umsatzprognosen überbieten. Branchenübergreifend verspüren jenseits des Atlantiks bedeutende Weltkonzerne wie FedEx, Caterpillar, DuPont, Alcoa, Google, Intel und selbst Apple inzwischen jenen heftigen Gegenwind, der auch in den Bilanzen europäischer Konzerne wie Daimler, Scania, Burberry oder Danone tiefe Spuren hinterließ.

Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die nach den Verschuldungs-Boom-Jahren fällige Rezession, die nur mit am PC „produzierten“ Geld der Notenbanken um fast vier Jahre hinausgeschoben wurde, in naher Zukunft eintreten könnte. Mittelfristig dürfte die Weltwirtschaft dann zusätzlich mit den unvermeidlichen Nebenwirkungen der lockeren Geldpolitik der Notenbanker konfrontiert werden. Das wird der Dauerkrise eine neue Dramatik verleihen.
So werden die jeweiligen Regierungen und Notenbanker dieser Welt nicht mit unendlicher Geduld dabei zusehen können, wie zum Beispiel die Fed, die EZB oder die BoJ ihre Währungen immer weiter künstlich herunter manipulieren, um so ihre wirtschaftlichen Probleme per Exportwachstum auf Kosten der Nachbarn lösen zu wollen. „Wir machen jetzt ´dirty floating´ wie alle“, bestätigte jüngst Brasiliens Finanzminister Guido Mantega wie zum Beweis, so dass der vom ihm bereits im September 2010 gebrandmarkte „internationale Währungskrieg“ spätestens seit der konzertierten Aktion der Notenbanken im September 2012 nunmehr als voll entbrannt gelten darf.
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