Gbureks Geld-Geklimper: Aktien konkurrieren gegen Aktienfonds

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Aktien konkurrieren gegen Aktienfonds

Kolumne von Manfred Gburek

Ist die direkte oder die indirekte Aktienanlage besser? Für Banker steht fest: die indirekte. Wenn sie sich da mal nicht täuschen, denn gravierende Argumente sprechen gegen sie.

Die Deutschen sollen ein Volk von Aktionären werden. So tönt es - wieder einmal - immer lauter nicht allein aus dem Deutschen Aktieninstitut ex Arbeitskreis Aktie ex Arbeitskreis zur Förderung der Aktie. So tönt es auch, und das schon seit mehr als einem halben Jahrhundert, vonseiten der in dem Institut vereinigten Banker und Konzernherren, wenn es darum geht, das gemeine Volk am Aktiensparen zu beteiligen. Dann wird regelmäßig die deutsche Aktienkultur beschworen, die es immer noch nicht gibt. Doch die nächsten Versuche, Aktien unters Volk zu bringen, sind schon so gut wie programmiert. Allerdings mehr auf dem Umweg über Aktienfonds als direkt, denn Banken und Sparkassen können mit Aktien nur in diesem Fall genug Geld verdienen, um mit dem daraus entspringenden Provisionsgeschäft das abflauende Zinsgeschäft ein wenig zu kompensieren.

Den Beginn im Sinn der Kulturbeflissenen machten die Volksaktien Preussag (später TUI), VW und Veba (nach dem Zusammenschluss mit Viag heute Eon). Eine Generation später kam die Deutsche Telekom hinzu, wenn man so will, ebenfalls eine Volksaktie. Der ganze Rummel um sie und ihre Vorgängerinnen spielte sich ab, als hätten frischgebackene Führerscheinbesitzer die Erlaubnis bekommen, es mit einem Porsche mal so richtig krachen zu lassen. Dazu passte, dass der ehemalige Ossi Manfred Krug ihnen mit kessen Sprüchen auf den Lippen vorausfuhr. Bekanntlich endete das Ganze mit einem Aktiencrash.

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Wie man an der Börse die besten Chancen hat

  • Elektronische Retter nutzen

    Stop-Loss-Orders, bei deren Unterschreiten automatisch verkauft wird, disziplinieren und bewahren davor, permanent nach Kursen schauen zu müssen. Sinnvoll aber nur bei sehr liquiden Werten. Bei Aktien unterhalb des Dax gefährlich, weil Profis die Aktien unter das Stopp-Loss drücken und billig abfischen könnten.

  • Gewinne lieben lernen

    Stimmen die Gründe für den Kauf noch, wird eine Aktie nur ihrer Kursgewinne wegen nicht riskanter. Also halten, auch dann, wenn es zwischenzeitlich nach unten geht. Verschlechtern sich wesentliche Parameter: verkaufen.

  • Nicht der Meute folgen

    Angst und Gier treiben die Herde, so entstehen heftige Kursbewegungen, die aber auch schnell wieder drehen und deshalb gute Kauf- und Verkaufschancen bieten. US-Ökonom Robert Shiller zieht Parallelen zum Fußball: „Halte dich von der Meute fern, dann wird der Ball früher oder später zu dir kommen.“

  • Prüfen und kontrollieren

    Wer Unternehmen mit überzeugendem Geschäftsmodell hält, prüft Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Umsatz- und Cashflow-Entwicklung über viele Jahre und vergleicht sie mit den Zahlen der Konkurrenten. Gründe, die zu einem Investment führen, schriftlich festhalten: hilft klarer zu denken und kann, wenn der Wunsch, zu verkaufen übermächtig wird, nachgelesen werden.

  • Sich an eigene Vorgaben halten

    Irren ist menschlich. Wer schon beim Aktienkauf festlegt, welches Minus er maximal akzeptiert, schützt sich vor Illusionen. Etwa der, nur noch Nachrichten wahrzunehmen, die die eigene positive Überzeugung stützen.

Ein ehemaliger Sozialarbeiter macht aus deutschen Sparern Aktionäre

Die Bundesbank ermittelte zuletzt 230 Milliarden Euro, die deutsche Anleger in Aktien investiert haben. Ein ordentlicher Betrag, möchte man meinen. Doch er relativiert sich sofort, wenn man dagegenhält, was Bundesbürger sonst noch auf der hohen Kante haben: zum Beispiel annähernd 2 Billionen Euro in Form von Konten aller Art und fast 1,9 Billionen als Ansprüche auf die Altersvorsorge, also überwiegend Kapitallebensversicherungen, macht zusammen 3,9 Billionen Euro, das Siebzehnfache des Aktienvermögens.

Über die Ursachen dieser gigantischen Schieflage wurde schon viel lamentiert, vielfach am Thema vorbei. Und es muss den vermeintlichen Aktienförderern wie Hohn vorgekommen sein, als sich in den 60er Jahren dies abspielte: Der ehemalige New Yorker Sozialarbeiter Bernard Cornfeld, Herrscher über eine in Panama beheimatete Fondsgesellschaft namens Investors Overseas Services (IOS), schaffte es, biedere deutsche Sparer mithilfe gedrillter Verkäufer innerhalb weniger Jahre massenweise zu Aktienfondsbesitzern zu machen und obendrein den FDP- und späteren CDU-Politiker Erich Mende, einst immerhin deutscher Vizekanzler, als Oberverkäufer einzustellen. Dabei überredeten die Verkäufer ihre Kunden trickreich zum Fondskauf, indem sie ihnen vorschwärmten, wie toll sich Daimler- oder IBM-Aktien über Krieg und Frieden hinweg entwickelt hatten – irreführend, aber wirksam.

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