Gbureks Geld-Geklimper: Anleger in der Falle

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Anleger in der Falle

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Geldsegen dank EZB: Geschäftsbanken bekommen Geld quasi zum Nulltarif - Mit fatalen Folgen.

Kolumne von Manfred Gburek

Das Schuldenproblem der Euroländer ist unlösbar. Anleger sind deshalb gut beraten, den daraus entstehenden Schaden so gering wie möglich zu halten.

Am Mittwoch hat das Bundeskabinett seine sogenannte Demografiestrategie abgehakt, ein Sammelsurium aus längst bekannten Thesen und bestenfalls gut gemeinten, aber nicht unbedingt gut gemachten Verbesserungsvorschlägen. Grund genug, zunächst dieses Thema auf seine Relevanz für die Geldanlage abzuklopfen. Zur Einstimmung: Gunnar Heinsohn, einer der profiliertesten Nationalökonomen und Soziologen, ist überzeugt, in Deutschland als größtem Garantiegeber bezüglich „Euro-Rettung“ sei demografisch bald „Feuer unterm Dach“.
Heinsohn leitet seine Warnung aus der durch nichts mehr zu stoppenden Überalterung ab, derzufolge der beruflich aktive Teil der Bevölkerung im Vergleich zum passiven bis zum Jahr 2030 stark schrumpfen wird. Das heißt, die finanzielle Absicherung der Älteren und Alten steht in den Sternen. Und weil im Zweifel der Staat eingreifen wird, indem er mittels Staatsanleihen immer höhere Schulden macht, besteht die Gefahr, dass er sich damit übernimmt.

Geschacher um viel zu viel Geld

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Doch da springt die Europäische Zentralbank (EZB) ein: Sie verschafft den Geschäftsbanken Geld quasi zum Nulltarif, und die können damit dann munter drauflos Staatsanleihen kaufen. Genug Übung darin hat die EZB ja schon, denn sie hilft den Krisenstaaten in Südeuropa mit derart hohen Beträgen, dass die EZB-Aktiva innerhalb kurzer Zeit auf fast drei Billionen Euro angeschwollen sind. Demgegenüber ist ihr Kapital mitsamt Rücklagen geradezu mickrig. Der Clou bei diesem Geschacher: Die Geschäftsbanken dürfen Staatsanleihen wie Bargeld zum Nennwert bilanzieren und brauchen dafür – anders als etwa im Fall von Aktien - kein Eigenkapital zu hinterlegen.
Das Quasi-Nulltarif-Geld der EZB hat indes fatale Folgen. Um noch einmal Heinsohn zu zitieren: „Bei Zinsverzicht bringt jede Bank ihre Eigentümer um den Gewinn und sich selbst in den Untergang. Es macht keinen Unterschied, ob es sich – wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts – um das Geld einer privaten Zettel-Bank oder um das Geld einer Zentralbank handelt.“ Im Endeffekt sei es jedoch nicht die EZB, „die Bankeigentümern und anderen Akteuren die luftbesicherten Staatspapiere zum vollen Preis abkauft. Im Endeffekt sind es die Bürger, die privat eine solche Entscheidung niemals treffen würden.“

Notoperation am unbekannten Körper

Da drängt sich zunächst die Frage auf, wie lange das, was derzeit zwischen der EZB und den Geschäftsbanken im Euroraum abläuft, noch gut gehen kann. Eine eindeutige Antwort gibt es leider nicht. Japan hat mit der Niedrigzinspolitik zwei Jahrzehnte lang die Staatsverschuldung in abenteuerliche Höhen getrieben, ohne die Wirtschaft nachhaltig stimulieren zu können. Die US-Notenbank Fed hat nach dem Platzen der New Economy-Blase im Jahr 2000 zwar nur drei Jahre gebraucht, um mit niedrigen Zinsen die Börse in Schwung zu bringen, und vier Jahre, damit die Wirtschaft wieder Tritt fassen konnte. Aber dann hat es gerade mal weitere drei Jahre bis zum Platzen der amerikanischen Immobilienblase gedauert, in deren Gefolge die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ausbrach.

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