Gbureks Geld-Geklimper: Arm an Vorsorge, reich an Kollateralschäden

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Arm an Vorsorge, reich an Kollateralschäden

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Die traditionellen Arten der Altersvorsorge reichen oft nicht aus oder schwanken, wodurch sie unkalkulierbar werden.

Kolumne von Manfred Gburek

Die finanzielle Vorsorge fürs Alter wird immer mehr zum Vabanquespiel. Umso wichtiger ist die Vorsorge. Aber eher individuell statt kollektiv, sonst droht Altersarmut.

Schauspieler Mario Adorf behauptet im neuen Werbespot der Aachen Münchener Versicherung: „Mit Geld spielt man nicht.“ Den Versicherten, die jetzt ihre Kapital- oder Rentenpolicen ausgezahlt bekommen, muss das wie Hohn vorkommen. Denn sie wurden, ebenso wie Millionen von Kunden der Aachen Münchener-Konkurrenten, einst mit der Aussicht auf hohe Auszahlungen zum Geldspiel verlockt. Spiel, weil die Versprechen der Assekuranz Annahmen zur Zinsentwicklung enthielten, die sich nun als haltlos erweisen.

Das ist zwar nicht die einzige Folge des seit über drei Jahrzehnten währenden Abwärtstrends der Zinsen, aber eine mit besonders schlimmen Kollateralschäden. Wer vom Versicherer weniger als ursprünglich erwartet ausgezahlt bekommt, hat die Wahl: Den Gürtel enger schnallen, etwas hinzuverdienen, sonstige Ersparnisse zur Altersvorsorge heranziehen, Verwandte anzapfen, betteln gehen, im Lotto spielen, dem Staat zur Last fallen oder einige von diesen Maßnahmen kombinieren.

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Das mit dem sprichwörtlichen Gürtel – Selters statt Sekt, C&A statt Hugo Boss, Souterrain statt Penthouse - gelingt erfahrungsgemäß nur wenigen Menschen, es sei denn, sie haben sich früh genug auf ein Leben wie Diogenes in der Regentonne vorbereitet. Hinzuverdienst schön und gut, doch ausgerechnet schnell verfügbare Jobs sind am schlechtesten bezahlt. Sonstige Ersparnisse: Ein Glückspilz, wer sie hat, von der gesetzlichen Rente bis zum Aktiendepot; allerdings dürften die meisten Vorsorgesparer stattdessen in die allzu häufig reale Verluste erzeugende Provisionsmaschine der Finanzkonzerne namens Riester-Rente getrieben worden sein. Dass Verwandte bis zu einem gewissen Grad helfen, ehrt sie; ob sie das auf Dauer tun, ist aber zu bezweifeln.

Bleiben übrig: Betteln als besonders entwürdigend, Lotto mit minimalen Aussichten auf Erfolg und der Staat, der die Umverteilung zu Gunsten der Rentner und zu Lasten der jüngeren Beitragszahler vorantreiben dürfte, weil Rentner zu einer immer größeren Wählergruppe werden. Ob das hilft, die Altersarmut erfolgreich zu bekämpfen, ist indes mehr als fraglich. Denn jede Einmischung des Staats in die Altersvorsorge stößt entweder an Finanzierungsgrenzen oder ist, wie die Riester-Rente, so miserabel konzipiert, dass bestenfalls die Anbieter etwas von ihr haben.

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