Gbureks Geld-Geklimper: China rettet die Weltwirtschaft

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kolumneGbureks Geld-Geklimper: China rettet die Weltwirtschaft

Kolumne von Manfred Gburek

Derzeit ist es üblich, der chinesischen Wirtschaft und Börse den Niedergang zu prophezeien. Doch schon nach dem Gasgeschäft mit Russland zeigt sich: Für Anleger führt kein Weg an China vorbei.

Kaum ein Tag vergeht, an dem China nicht in die Schlagzeilen gerät, auch in solche, die für Anleger von größter Bedeutung sind. War es zuletzt der Streit um die sogenannte Cyberspionage zwischen China und den USA, so ließ zur selben Zeit auch eine Aussage des Schweizer Vermögensverwalters Felix Zulauf aufhorchen, als er China „das große Monster“ nannte. Damit spielte er auf die „strukturell massiv verschlechterte“ chinesische Zahlungsbilanz an, um mit den markigen Worten zu schließen: „Der Investitions- und Kreditboom der vergangenen Jahre, nicht weniger als der größte der Geschichte, ist vorbei.“


Doch für Anleger weitaus interessanter ist die Antwort auf die Frage: Was kommt danach? Wir stecken global in einem massiven Abwertungswettlauf und regional wie auch national in einer Übergangsphase, die konkret so aussieht: Europa mit dem Kern Eurozone wartet auf die nächsten Geldspritzen der EZB. Während Deutschland mit der zu Recht umstrittenen Rentenreform eine große nationale Umverteilung probt, warten die anderen Euroländer sehnsüchtig darauf, dass es zulasten Deutschlands – direkt wie auch indirekt über die EZB - noch etwas zu verteilen gibt. Dafür liefert die Einwanderungsdebatte ja gerade Stoff genug. Derweil schwanken die USA zwischen Konjunktur-Hoffen und Geldspritzen-Bangen, was die amerikanischen Aktienkurse schon verdächtig nahe in die Überbewertung getrieben hat. Japan setzt unbeirrt die Kamikaze-Geldpolitik fort. China – das ist für die Weltwirtschaft entscheidend – bleibt die globale Wachstumslokomotive und steht vor gigantischen Investitionen in die Infrastruktur. Das Gasgeschäft mit Russland kommt da gerade recht.

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Konsequenzen für die Aktienkurse

Also Grund genug, China über die Schlagzeilen hinaus unter die Lupe zu nehmen, um daraus auf die Weltwirtschaft und die Börsenentwicklung zu schließen. Wie aus einer aktuellen Studie der Investmentbank Morgan Stanley hervorgeht, dürfte der Rückgang des Wirtschaftswachstums in China um einen Prozentpunkt das Wachstum der Weltwirtschaft um 0,6 Prozentpunkte schrumpfen lassen. Die Investmentbanker gehen, zum aktuellen Dollarkurs gerechnet, für 2014 und 2015 von 3 Prozent Weltwirtschaftswachstum aus. Würde die chinesische Wirtschaft 2014 jedoch nicht wie vielfach angenommen um 7,4 Prozent, sondern nur um 5,4 Prozent wachsen, erhielte die Weltwirtschaft einen kräftigen Dämpfer: nur noch 1,8 Prozent Wachstum. „Dies wiederum könnte erhebliche Konsequenzen für die internationalen Aktienmärkte haben“, so lautet das Fazit von Morgan Stanley.


Die Investmentbanker geizen nicht gerade mit weiteren Daten, um ihre Thesen zu untermauern. Zum Beispiel geben sie zu bedenken, dass mittlerweile über 20 Prozent aller Kredite in China – entsprechend 40 Prozent der Wirtschaftsleistung im Vergleich zu 12 Prozent vor fünf Jahren – von Schattenbanken stammen, das heißt, von zum Teil nicht kontrollierten Geldverleihern aller Art. Ferner, dass bis zu einem Drittel aller neuen Kredite dazu dienen, alte Kredite abzulösen, und dass Zinszahlungen fast 17 Prozent der chinesischen Wirtschaftsleistung ausmachen.

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