Gbureks Geld-Geklimper: Das große Geldspiel der Banken

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Das große Geldspiel der Banken

Kolumne von Manfred Gburek

Mit hohen Gewinnchancen und ohne eigene Risiken an Börsen spielen, wer möchte das nicht? Geschäftsbanken können es, Notenbanken und Staaten helfen ihnen dabei.

Scheinbar hat in dieser Woche wieder ein Großteil der Finanzwelt Ben Bernanke und seinen Mitstreitern bei der US-Notenbank Fed die Ehre der besonderen Aufmerksamkeit erwiesen. So lautet jedenfalls die Botschaft zur Veröffentlichung angeblich wichtiger, allerdings nicht mehr ganz frischer Fed-Protokolle und deren vermeintlicher Auswirkung auf die Börse. Oder besser gesagt: So ist sie durch die Medien zu uns gedrungen – ein Sommerloch-Thema ebenso wie der so-und-so-vielte Aufguss der Griechenland-Hilfe oder der deutsche Wahlkampf. Denn die Quintessenz lautet wenig aussagekräftig: Irgendwann werden die USA mit ihrer lockeren Geldpolitik aufhören.

Eine solche Unsicherheit ist gefährlich, zumal in Anbetracht der vor noch nicht allzu langer Zeit auf Rekordniveau gestiegenen und deshalb für Gewinnmitnahmen anfälligen amerikanischen Aktienkurse. Gefährlich auch deshalb, weil die Börsianer Ben Bernanke bei Weitem nicht so ins Herz geschlossen haben wie dessen Vorgänger Alan Greenspan, einen wahren Geld-Schauspieler. Der Nebeneffekt von Bernankes seit Jahren eher professoralem statt schauspielerischem Auftreten besteht denn auch in allgemeiner Ratlosigkeit.

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Das Finanzwesen ist primitiv

Gestatten Sie mir, an dieser Stelle nochmals einen Satz des Finanzmathematikers und -philosophen Benoit B. Mandelbrot zu zitieren: „Das Finanzwesen befindet sich heute in dem primitiven Zustand, der die Naturgeschichte vor drei Jahrhunderten kennzeichnete.“ Daraus folgt: Greenspan war und Bernanke ist in Sachen Geldpolitik machtlos, nur dass Letzterer die Machtlosigkeit nicht so gut durch Schauspielerei kaschieren kann, wie sein Vorgänger. Und weil die Notenbanker aus den meisten übrigen großen Wirtschaftsnationen alles andere als den Eindruck vermitteln, sie hätten die Geldpolitik im Griff, bleibt es beim primitiven Zustand des Finanzwesens.

Nun braucht man sich nur noch vorzustellen, ein unerwartetes Ereignis – die nächste große Bankpleite, ein Handelskrieg oder Flash-Crash – erwische die Finanzwelt kalt. Wird es dann so weit kommen wie 2008, als die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers zu wahren Börsenkapriolen führte? Wohl kaum. Stattdessen werden die Notenbanker mithilfe des „moral hazard“ eingreifen. Darunter versteht man das riskante Spiel der Geschäftsbanken und ihrer Partner aus der Finanzwelt im Bewusstsein, der Staat werde bei Schieflagen aus diesem Spiel schon irgendwie einspringen – was er bisher ja auch getan hat, wie die besonders schlimmen Fälle Griechenland- und Spanien-Banken zu Lasten Deutschlands gezeigt haben.

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