Gbureks Geld-Geklimper: Dem Goldpreis und den Goldaktien auf der Spur

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Seit einigen Tagen notiert der Goldpreis nach vielen Monaten enttäuschender Entwicklung wieder über 1.300 Dollar je Feinunze.

Kolumne von Manfred Gburek

Jenseits des allgemeinen Interesses tut sich bei dem Edelmetall einiges. Die Spurensuche beginnt beim Spot- und Terminpreis und endet mit aufgeblasenen Bilanzen der Notenbanken.

Seit einigen Tagen notiert der Goldpreis nach vielen Monaten enttäuschender Entwicklung wieder über 1.300 Dollar je Feinunze, der international gängigen Messlatte. Aber Hand aufs Herz, haben Sie das bewusst registriert? Falls nicht und falls Sie das Edelmetall ohnehin schon abgeschrieben haben, sollten Sie sich zumindest die folgenden Überlegungen durch den Kopf gehen lassen: 1. Der Goldpreis verspricht eine für Anleger besonders interessante Entwicklung. 2. Minenaktien haben nach dem Kurseinbruch der vergangenen Monate viel Erholungspotenzial. 3. Die Bilanzsummen der EZB und der US-Notenbank Fed übersteigen ihre Goldreserven bereits jetzt in einem bedenklichen Ausmaß.

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Zu den Faktoren, die den Goldpreis derzeit stark beeinflussen, hat der Goldhändler Degussa am 19. Juli eine bemerkenswerte Studie vorgelegt. Derzufolge ist der Spotpreis des Goldes, also sein aktueller Preis, Anfang Juli über den Terminpreis gestiegen, der sich auf die Zukunft bezieht und üblicherweise höher als der Spotpreis liegt. Einen solchen Zustand nennt man Backwardation im Gegensatz zum üblichen Contango. Der höhere Spotpreis ist auf eine steigende physische Nachfrage zurückzuführen, nach Degussa-Recherchen durch Leihgold zur Finanzierung von Shorts (Spekulation auf einen fallenden Preis), durch Goldkäufe aus Asien und durch die Absicherung von Minen gegen einen fallenden Preis.

Besonders günstige Kaufchancen

Das Besondere am Backwardation-Status ist, dass er selten vorkommt – und wenn, dass er dann in der Regel mit einem relativ niedrigen Goldpreis einhergeht, wie etwa Anfang März 2001, Mitte November 2008 und zuletzt eben Anfang Juli dieses Jahres. Die genannten Zeitpunkte boten jeweils besonders günstige Kaufchancen. Das ist zwar keine Garantie für die Zukunft, aber ein sehr starkes Indiz und besser durchdacht als all das, was die meisten Kommentatoren aktuell verbreiten, wenn es um die Erforschung der Ursachen für die jüngsten Bewegungen des Goldpreises geht.

Wobei in letzter Zeit als weiteres Argument für dessen möglichen Anstieg die Höhe der Kosten verschiedener Minen in den Vordergrund rückt. Auf einen Nenner gebracht, lautet die Überlegung dazu: Je höher die Kosten, desto eher werden die betroffenen Minen gezwungen sein, einen Teil ihrer Goldförderung aufzugeben - mit dem Effekt, dass das weltweite Angebot an Gold sinkt und dessen Preis steigt.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

  • Goldnachfrage

    Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.

    Quelle: World Gold Council

  • Schmucknachfrage

    Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.

  • Industrienachfrage

    Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.

  • Goldbarren- und Münznachfrage

    Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).

  • EFTs und ähnliche Produkte

    Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.

  • Notenbanken

    Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).

  • Investment gesamt

    Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Yamana kontra Gold Fields

Die Frage ist allerdings, ob die Minenbosse sich tatsächlich so verhalten werden. Laut Degussa klaffen die laufenden Produktionskosten der führenden Goldminenkonzerne zwischen 365 Dollar je Unze für Kanadas Yamana und 860 Dollar je Unze für Südafrikas Gold Fields weit auseinander, die Kosten einschließlich Abschreibungen, Verwaltungskosten und einigen Steuern nicht minder: Yamana 800, Gold Fields 1.360 Dollar. Zwar ist die Aktie von Gold Fields in den beiden vergangenen Jahren folgerichtig tiefer abgestürzt als die von Yamana, aber wenn der Goldpreis weiter steigt, müsste die Hebelwirkung nach oben bei der Gold Fields-Aktie ungleich stärker sein.

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