Gbureks Geld-Geklimper: Der Gold-Krimi und seine Folgen

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kolumneGbureks Geld-Geklimper: Der Gold-Krimi und seine Folgen

Kolumne von Manfred Gburek

Wie schlimm muss es um Staatsschulden und Währungen, ja um das ganze Finanzsystem bestellt sein, wenn der Goldpreis offenkundig manipuliert wird? Die Antwort birgt Überraschungen.

Der Bild-Zeitung gebührt das Verdienst, für Anleger ein zuverlässiger Kontra-Indikator zu sein. Das war zum Beispiel der Fall, als der Goldpreis an einem heißen Tag im August 2011 zum Höhenrausch ansetzte und die Titelseite des Boulevardblatts vor lauter Degussa-Goldbarren  mitsamt fetter Überschrift erstrahlte. Und kaum war der Preis des Edelmetalls am vergangenen Montag wie vom Blitz getroffen – dazu gleich mehr – abgestürzt, titelte Bild: „“Goldrausch ist am Ende“.

Die vermeintlichen Ursachen waren schnell gefunden: technische Gründe, Chinas Konjunktur schlechter als erwartet, drohende zyprische Goldverkäufe, Schieflagen indischer Investoren, langsamerer Anstieg der Verbraucherpreise, Gold als Anti-Inflationswährung weniger attraktiv, Prognosen der US-Investmentbank Goldman Sachs und so weiter. All das zu diskutieren, hat sich dann gleich am Dienstag und Mittwoch erübrigt, weil inzwischen starke Zweifel aufgekommen sind, ob es beim Preissturz mit rechten Dingen zuging.

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Trotz Preiseinbruch Historische Kaufchance für Gold!

Gold ist der einzig sichere Hafen außerhalb des Finanzsystems. Um diesen für Anleger unattraktiv zu machen, könnte der jüngste Goldpreiseinbruch bewusst herbeigeführt worden sein.

Goldchart Quelle: dpa/Montage

Anomalien, wohin man blickt

Zitieren wir dazu Robert Hartmann, Geschäftsführer des renommierten Edelmetallhändlers pro aurum, über den sehr hohe Edelmetallumsätze – auch von Banken – abgewickelt werden: „Schon seit einigen Wochen ereignen sich Dinge am Goldmarkt, die gelinde gesprochen außergewöhnlich sind.“ Das war bereits Anfang Februar zu beobachten, und zwar bei Puts auf das Edelmetall (Gold-Verkaufsoptionen). Wer Puts kauft, spekuliert auf fallende Preise. Hartmann: „Kurz nach diesem ersten Akt folgten in unregelmäßigen Abständen sehr hohe Verkäufe just zur Eröffnung der Edelmetallbörse in New York. Teils wurden zirka 31 Tonnen Gold und mehr unlimitiert zum Verkauf angeboten. Verkaufsorders in dieser Größenordnung unlimitiert in den Markt zu stellen, ist eher ungewöhnlich, da hier ein erhöhter Preisdruck ausgeübt wird, der sicherlich zu ungünstigeren Erlösen für den Verkäufer führt.“

Der Edelmetallausblick 2013 der Commerzbank

  • Goldangebot

    Die Minenproduktion dürfte 2013 leicht steigen. Nennenswerte Produktionszuwächse soll es jedoch vor allem in China und Russland geben. Allerdings rechnen die Commerzbank-Analysten nicht damit, dass dieses zusätzliche Angebot auf die westlichen Märkte gelangt, weil in diesen Ländern zugleich die Nachfrage stark steigt. Die Goldproduktion in Südafrika leidet hingegen unter abnehmenden Erzgehalt, Streiks der Minenarbeiter und ansteigenden Kosten. Ein steigendes Angebot könnte es beim Altgold geben, das bereits für rund ein Drittel des Gesamtangebots steht.

  • Goldnachfrage der Verbraucher

    2012 hat die Nachfrage bislang abgenommen und wird aller Voraussicht nach am Jahresende untere unter der des Vorjahres liegen. Das wäre der erste Rückgang seit 2009. Nachdem die Nachfrage im zweiten Quartal ungewöhnlich schwach war, fiel sie im dritten Quartal wieder ungewöhnlich stark aus. Nach Steuererhöhungen und Rekord-Goldpreise in heimischer Währung lag die Nachfrage aus Indien bis Ende November 24 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das verlangsamte Wachstum in China bremste auch dort die Nachfrage um acht Prozent im dritten Quartal. Für 2013 rechnet die Commerzbank mit einer Belebung der Goldnachfrage aus Indien und China, die für etwa die Hälfte der globalen Goldnachfrage stehen.. In Indien sollten sich die Goldkäufer an das gestiegene Preisniveau gewöhnt haben, in China mehren sich die Anzeichen einer konjunkturellen Erholung.

  • Goldnachfrage der Investoren

    Die Nachfrage von Investoren sollte von im Umfeld niedriger oder sogar negativer Realzinsen von der Flucht in Gold als wertstabile Anlage und alternative Währung profitieren. Zuletzt war die Investorennachfrage rückläufig und lag im dritten Quartal neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Gold-ETFs sollten jedoch wie im dritten und vierten Quartal weiter Zuflüsse verzeichnen. Unter Berücksichtigung der außerbörslichen Geschäfte, hat die Commerzbank für 2012 eine um sieben Prozent höhere Investmentnachfrage gegenüber 2011 errechnet.  Nachdem spekulative Investoren ihre Wetten auf einen steigenden Goldpreis deutlich reduziert haben, könnte ein Stimmungswechsel der kurzfristig agierenden Finanzanlegern den Goldpreis deutlich steigen lassen. Auch die Nachfrage nach Münzen und Barren sollte 2013 zulegen.

  • Goldnachfrage der Zentralbanken

    Noch im Sommer hielten sich die Notenbanken mit Goldkäufen zurück. Im dritten Quartal kaufte vor allem die Türkei Gold – hauptsächlich, weil dort die Zentralbank Gold von den Geschäftsbanken als Mindestreserve akzeptiert. Seit Oktober ziehen die Goldkäufe durch Zentralbanken allerdings spürbar an, allein in einem Monat flossen den Instituten netto 40 Tonnen Gold zu. Der World Gold Council rechnet damit, dass die Staaten und Notenbanken 2012 den Rekord-Nettokauf von 457 Tonnen im Jahr 2011 nochmals übertreffen. Damit würden die Zentralbanken bereits im vierten Jahr in Folge als Netto-Käufer auf dem Goldmarkt auftreten.

  • Goldpreis

    Der Goldpreis dürfte seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Hauptgründe dafür dürften den Commerzbank-Analysten zufolge die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken und geopolitische Risiken sein, die Gold als wertstabile Anlage und sicheren Hafen aufwerten. Seinen Aufwärtstrend Den Preis für eine Feinunze Gold in US-Dollar erwartet die Commerzbank im ersten Quartal bei 1950 Dollar, im zweiten Quartal bei nur 1900 Dollar und im dritten Quartal erneut bei 1950 Dollar. Für das Gesamtjahr 2013 rechnen die Experten auch mit einem Durchschnittspreis von 1950 Euro.

Also ein wahrer Gold-Krimi, allerdings ein außergewöhnlicher, denn er erstreckt sich über mehrere Tatorte mit „weiteren Anomalien“, wie Hartmann die folgenden Merkwürdigkeiten umschreibt: Seit der vergangenen Woche seien beim Produzenten von Krügerrand-Münzen keine Kaufaufträge mehr möglich. Die niederländische Großbank ABN Amro habe ihren Kunden mitgeteilt, es sei nicht mehr möglich, sich den Edelmetallbestand physisch ausliefern zu lassen. Vor allem Anleger aus Asien haben ihre mit Gold unterlegten Fonds (ETF) massenweise in physisches Gold getauscht. Die Goldbestände an der New Yorker Terminbörse Comex sind zuletzt spürbar zurückgegangen. Seit Wochen notieren die Spotpreise für die sofortige Auslieferung höher als die Preise für die spätere Auslieferung, ein Zeichen dafür, dass Gold knapp geworden ist.

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