Gbureks Geld-Geklimper: Der Staat schröpft Anleger, die Kirchen helfen mit

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kolumneGbureks Geld-Geklimper: Der Staat schröpft Anleger, die Kirchen helfen mit

Kolumne von Manfred Gburek

Von der Abgeltungssteuer werden nach dem Staat bald auch die Kirchen profitieren. Demagogen machen sich breit, die freiwillige finanzielle Vorsorge fürs Alter bleibt auf der Strecke.

Wer über ein Wertpapierdepot oder ein verzinsliches Konto verfügt, wird demnächst steuerlich noch weniger zu lachen haben als bisher. Schuld daran ist die unselige Verbindung von Staat, Kirchen sowie Banken, Sparkassen und sonstigen Kapitalerträge verbuchenden Instituten. Seit Anfang 2009 gilt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Soli plus Kirchensteuer.

Wer diese auf Kapitalerträge nicht zahlen wollte, brauchte seinem Institut bisher nur die eigene Religionszugehörigkeit zu verschweigen, und schon entfiel sie als Aufschlag zur Abgeltungssteuer. Bei der Zugehörigkeit zu einer Religion handelt es sich ja schließlich um eine ganz persönliche Angelegenheit.

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Doch damit ist wegen Kistam bald Schluss, in Langfassung: Kirchensteuerabzugsmerkmal. Es wird seine Wirkung zwar erst von 2015 an entfalten; aber wer Einkommen aus Zinsen, Dividenden oder Kursgewinnen (Letztere von seit 2009 gekauften Wertpapieren) bezieht, sollte schon einen früheren Termin beachten. Dazu das Zitat aus einer aktuellen Bankmitteilung an Kunden: „Zur Vorbereitung des Kirchensteuerabzugs sind wir gesetzlich verpflichtet, einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) für alle Kunden die Religionszugehörigkeit abzufragen.“ Das soll zum ersten Mal vom 1. September bis 31. Oktober 2014 erfolgen. Aber: „In bestimmten Fällen sind auch Abfragen außerhalb dieses Zeitraums möglich.“

Wie sich die Kirchen in Europa finanzieren

  • Zahlende Mitglieder

    Diese Lösung gibt es außer in Deutschland auch in der Schweiz, in Österreich, Dänemark und Schweden. In der Bundesrepublik zieht der Staat über die Finanzämter Steuern von Kirchenmitgliedern ein. Die Einnahmen gibt er an die Kirchen weiter, lässt sich diesen Service aber mit zwei bis vier Prozent des Steueraufkommens vergüten. Den Steuerservice können allerdings nur Kirchen nutzen, die als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt sind. Neben Evangelischer und Katholischer Kirche sind das unter anderem Alt-Katholiken, freireligiöse und jüdische Gemeinden. Dazu kommen freiwillige Spenden. In Frankreich oder den Niederlanden, wo es keine Kirchensteuer gibt, finanzieren sich die Kirchen ebenfalls fast ausschließlich durch ihre Mitglieder, zum Beispiel durch Spenden und Kollekten.

  • Staatliche Finanzierung

    Der Staat unterhält die Kirche. Dieses System gibt es zum Beispiel in Belgien, Griechenland und Norwegen.

  • Mandats- und Kultussteuer

    Für diese Lösung haben sich Italien und Spanien entschieden. Steuerpflichtige können hier selbst entscheiden, ob ein festgelegter Teil ihres Einkommens der Kirche zufließen oder dem Staat für soziale Zwecke zur Verfügung stehen soll.

  • Eigene Ressourcen

    In Großbritannien erhalten die beiden Staatskirchen wie die katholische Kirche keine Staatsgelder. Sie besitzen aber viele Immobilien, Wertpapiere und andere Vermögenswerte, aus deren Erträgen sie ihre Ausgaben bestreiten. Dazu kommen Einnahmen aus Gebühren und Kollekten. In Portugal gehört dem Klerus rund ein Fünftel des Grund und Bodens.

Da rege sich noch jemand über die Schnüffelei durch den amerikanischen Geheimdienst NSA auf.

Demagogische Dummschwätzer

Offenbar ist den Kirchenfürsten spät, aber nicht zu spät eingefallen, dass sie sich jetzt dank kräftiger staatlicher Unterstützung an den seit 2009 aufgelaufenen hohen Kursgewinnen der Aktionäre und Fondsbesitzer beteiligen können, falls die ihre Aktien oder Fonds verkaufen. Und falls nicht? Halb so schlimm, ist aus einschlägigen Kreisen zu hören, dann steht den Kirchen halt später kleckerweise die Beteiligung an Dividenden und sonstigen laufenden Erträgen zu. Das kann auf Dauer, nämlich wenn Aktienkurse und Fondspreise deutlich fallen würden, für die Kirchen sogar lukrativer sein.

Die Abgeltungsteuer wird von interessierter Seite als ungerecht kritisiert – nur dass die Kritiker in erster Linie nicht, wie man meinen könnte, aus der Geldbranche stammen, sondern überwiegend demagogische Dummschwätzer sind. Ihr Argument: Der Steuersatz auf Kapitalerträge sei im Verhältnis zur Steuerprogression auf laufende Erträge aus Lohn oder Gehalt viel zu niedrig. Dass Wertpapiere, verzinste Konten oder Kursgewinne nicht mal eben angeflogen kommen, sondern aus bereits versteuertem Einkommen stammen, lassen die Demagogen einfach außen vor. Ja sie stören sich obendrein sogar an dem äußerst mickrigen Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro je Person und Jahr.

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