Gbureks Geld-Geklimper: Der trügerische Schein der Sicherheit

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Die Deutschen legen ihr Geld gerne dort an, wo sie es sicher wähnen. Doch das kann sich schnell als verlustreich erweisen.

Kolumne von Manfred Gburek

Die Deutschen legen ihr Geld gern dort an, wo sie es sicher wähnen. Doch das kann sich schnell als verlustreich erweisen. Nur wer früh genug viel Zeit in Recherchen investiert, geht auf Nummer sicher.

In der Investmentbranche gilt der Spruch: Fonds werden nicht gekauft, sondern verkauft. Das heißt, die Initiative zum Kauf geht in der Regel von Banken, Sparkassen und Finanzvertrieben aus - eben von Verkäufern - und nicht von deren Kunden. Der Spruch lässt sich auf die Versicherungsbranche übertragen, sonst wären die Deutschen nicht bis zum Anschlag mit Lebenspolicen eingedeckt. Um genau zu sein: mit 93,2 Millionen Verträgen per Ende 2012, deren Löwenanteil auf Kapital- und Rentenversicherungen entfällt.

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Dahinter steckt das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen. Oder besser gesagt, es war ausschlaggebend, als der sogenannte Garantiezins noch in luftiger Höhe schwebte, zum Beispiel bei vier Prozent im Jahr 2000. Mittlerweile ist er auf dem harten Boden von 1,75 Prozent gelandet. Die Versicherungsbranche war indes noch nie um Alternativen verlegen, wenn es darum ging, den gesättigten Markt mit neuem Futter zu versorgen: erst mit Fondspolicen, später mit Riesterverträgen, zuletzt mit Policen ohne Garantiezins, angeboten von Branchengrößen wie Allianz und Ergo. Nur löst sich das Sicherheitsmotiv der Anleger bezüglich Lebensversicherungen dadurch allmählich in Luft auf. Also werden sie Sicherheit zunehmend anderswo suchen. Aber wo?

Prozente täuschen Sicherheit vor

Deutsche Anleger haben im Gegensatz zu angelsächsischen oder nordischen ein ganz anderes Verständnis von dem, was sicher ist. Alles, was schwankt, erscheint den meisten von ihnen unsicher bis gefährlich. Also jagen sie vermeintlichen Tages- und Festgeldschnäppchen sowie scheinbar attraktiven Zinsen von Unternehmensanleihen hinterher, statt ihr Heil beispielsweise in Aktien oder Aktienfonds zu suchen. Dass die mit einem Kupon von 5,875 Prozent ausgestattete Anleihe der auf Billigbaumärkte spezialisierten Pleitefirma Praktiker vor gerade mal zwei Jahren doppelt überzeichnet war, spricht da ebenso Bände wie die problemlos untergebrachte Anleihe des pleite gegangenen Solarunternehmens Solen mit einem inzwischen wertlos gewordenen Kupon von 7,5 Prozent. Wem das immer noch nicht Warnung genug ist, sollte einmal intensiv darüber nachdenken, wie es wohl um die Sicherheit der zurzeit in zahlreichen Fernsehspots angepriesenen Anleihen und sonstigen Renditelockvögel bestellt sein mag.

10 Tipps für Börseneinsteiger

  • Volles Risiko oder lieber Nummer sicher - Typ-Analyse

    Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?

  • Gier ist nicht immer gut

    Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.

  • Nur kaufen, was man versteht

    Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.

  • Bankgebühren beachten

    Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.

  • Auf die Mischung achten

    Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.

  • Mischung bei Fonds und Zertifikaten

    Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.

  • Regelmäßige Überprüfung

    Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?

  • Qualität hinterfragen

    Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.

  • Verluste begrenzen

    Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.

  • Einen kühlen Kopf bewahren

    Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.

Feste Prozentzahlen - sei es der Garantiezins von Lebensversicherungen, sei es der Kupon von Unternehmensanleihen - täuschen Sicherheit vor, wo sie nicht ist. Das gilt auch für Aktienanleihen, deren Emittenten früher mit zweistelligen Zinsen warben; heute haben sie das nicht mehr nötig, da reichen Zinsen irgendwo zwischen 5 und 10 Prozent. Und es gilt für Garantiefonds, deren Garantie Anleger teuer bezahlen müssen.

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