Gbureks Geld-Geklimper: Der ungleiche Dreikampf von Aktien, Gold und Immobilien

kolumneGbureks Geld-Geklimper: Der ungleiche Dreikampf von Aktien, Gold und Immobilien

Kolumne von Manfred Gburek

Die drei Anlageklassen gelten allenthalben als Schutz vor Inflation. Doch das ist längst nicht die ganze Wahrheit. Obendrein hat sich in den Köpfen der Anleger so manches Vorurteil festgesetzt.

Es gibt eine ganze Reihe von Antworten auf die Frage, warum die Inflationsrate 2014 in der Eurozone, in Amerika und Asien steigen wird. Die beste lautet: Weil die Zentralbanken es so wollen und weiterhin alles dafür unternehmen werden, dass es so kommt. Wer daran zweifelt, sollte sich im Internet oder in öffentlich zugänglichen Archiven die Aussagen der Zentralbanker aus den vergangenen Monaten zu Gemüte führen.
Inflation bedeutet Geldentwertung. Landläufige Meinung ist, dass Aktien, Gold und Immobilien einen gewissen Schutz vor vor ihr und vor ihrer neuzeitlichen Folge bieten, der finanziellen Repression, also der Enteignung durch negative Realzinsen. Diese Meinung hat viel für sich. Allerdings sind im Detail einige Unterschiede zu beachten, denn es handelt sich um grundverschiedene Anlageklassen, deren Schutzfunktion nicht immer und überall gilt.

Anleger scheren sich zu wenig um Pro und Kontra

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Aktienkurse schwanken. Im besten Fall gesellen sich zu Kursgewinnen hohe Dividenden. Nach mehr als zehn Jahren liegt eine repräsentative Aktienauswahl erfahrungsgemäß fast immer im Gewinn, auch dann, wenn der Kauf zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt stattfand. Der Goldpreis schwankt ebenfalls, das Edelmetall wirft nicht einmal eine Rendite ab. Doch im Zweifel bleibt seine Kaufkraft und seine Funktion als Versicherung gegen Finanzkrisen auch über Jahrzehnte erhalten. Immobilienpreise schwanken zwar, aber in welchem Ausmaß, das weiß man erst nach einer Transaktion. Die Mietrendite von Immobilien oder ihre Schwester, die Mietersparnis im Fall der Eigennutzung, ist eine weitere spezifische Komponente dieser Anlageklasse.
Seltsamerweise wägen die wenigsten Anleger das Pro und Kontra der drei Anlageklassen ab, bevor sie sich für die eine oder andere entscheiden. Die meisten sind entweder auf Aktien oder auf Gold oder auf Immobilien eingeschworen. Ein großer Fehler. Er hat weniger mit der Verbohrtheit als mit dem Zeitbudget der Anleger zu tun – man kann sich halt nicht um alles kümmern.

Aktien sind nicht mehr alternativlos

Die Kurse der gängigen Aktien, etwa aus Dax oder MDax, müssen nach ihrem fulminanten Anstieg 2012 und 2013 im laufenden Jahr nicht zwangsläufig weiter wie von Zauberhand gezogen steigen, sondern dürften wegen ihrer mittlerweile hohen Bewertung auch mal kräftig fallen. Die häufig vertretene Meinung, Aktien seien alternativlos, ist jedenfalls von gestern.
Aktien sind wunderbare Anlagen, wenn man sie zu niedrigen Kursen kauft und zu hohen wieder verkauft. Ihre leichte Liquidierbarkeit sticht wohltuend von den Schwierigkeiten ab, die der Verkauf von Immobilien bereiten kann. Und die Spekulation mit Aktien kann viel Spaß machen. Doch wehe, wenn man auf die falschen setzt oder wenn das Timing einfach nicht stimmen will, was beides sogar erfahrenen Börsianern immer wieder mal passiert. Wer Anlagefehler jedoch wegzustecken versteht und auf dem Konto Erfahrung verbucht, kann im Lauf der Jahre zu einem erfolgreichen Spekulanten werden.

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