kolumneGbureks Geld-Geklimper: Die kommende Inflation ist programmiert

17. Januar 2013
Kolumne von Manfred Gburek

Die wundersame Geldvermehrung durch Zentralbanken wird immer variantenreicher. Bald sollen Inflationserwartungen sogar künstlich erzeugt werden. Anleger können sich vor dem Schlimmsten schützen.

Plus 4,8 Prozent im Jahresvergleich Dezember 2012 zu Dezember 2011, wenn das keine Inflation ist. Es geht hier nicht etwa um die Preise für Strom und Sprit, sondern für Lebensmittel. Deren Anstieg hat das Statistische Bundesamt zu Wochenbeginn veröffentlicht. Und das Echo? Eher verhalten. Stattdessen allgemeines Rätselraten in den Medien, welchen Gag SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sich wohl noch zusätzlich zur vermeintlich zu hohen Inflation der Mieten und zur zu niedrigen des Kanzlergehalts ausdenken mag.

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Soll man die 4,8 Prozent also gar nicht so ernst nehmen? Eher doch, denn sie dürften eine Vorhut dessen sein, was uns in den kommenden Monaten und Jahren erwartet: eine Inflationsspirale nach oben. Eine andere Vorhut ist schon da, doch ihr mediales Echo bleibt zunächst eher verhalten: der bewusst inszenierte Anstieg der Inflationserwartungen. Die Idee dazu ist zwar nicht neu, aber durch Mark Carney, den nächsten Gouverneur der Bank von England, der sie propagiert, findet sie in Regierungs- und Zentralbankkreisen immer mehr Sympathisanten. Carney gehörte früher ebenso wie Mario Draghi, der jetzige Präsident der Europäischen Zentralbank, zum Führungskreis der US-Investmentbank Goldman Sachs.

Teuerung - Inflation wäre ein Irrweg

  • Um was geht es?

    Die Liquiditätsschwemme, mit der die EZB das Bankensystem stabilisiert hat, schürt in Deutschland die Angst vor einer steigenden Inflation. Zwar gibt es kurz- und mittelfristig keine Anzeichen für einen starken Preisanstieg. Dennoch mahnen Deutschlands Wirtschaftsvertreter Politik und EZB zu Wachsamkeit.

  • Martin Wansleben, Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages

    „Mehr Inflation wäre ein Irrweg.“
    „Noch nie in der Geschichte hat ein großer Preisauftrieb nicht am Ende doch Einkommen und Ersparnisse der Menschen deutlich entwertet.“

  • Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken

    „Bei einer Erholung der Euro-Konjunktur könnte der Prozess schnell außer Kontrolle geraten.“

  • Jörg Asmussen, EZB-Direktor

    „Die Inflationserwartungen im Euro-Raum sind auch nach den außergewöhnlichen Maßnahmen der EZB stabil.“
    „Die Sondermaßnahmen sind befristet. Die EZB kann jederzeit aussteigen, wenn Preissteigerung droht.“

  • Georg Fahrenschon, Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes

    „Die Unabhängigkeit der EZB und ihre Freiheit von Interessenkonflikten müssen gestärkt werden.“

Der Trick mit dem nominalen Wachstumsziel

Hinter der Sache mit den Inflationserwartungen steckt ein ganz einfacher Trick, der auf dem Umweg über das nominale Wachstumsziel für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) funktionieren soll, also über den erwarteten Anstieg der Wirtschaftsleistung eines Landes. Angenommen, dieses von der Zentralbank vorgegebene Ziel liegt bei 6 Prozent und das reale BIP steigt – man kann ja mal träumen – ebenfalls um 6 Prozent, dann ist das Ziel ohne Inflation der Geldmenge erreicht. Soll der erwartete BIP-Anstieg weiterhin bei 6 Prozent liegen, wächst das BIP real jedoch nur um 3 Prozent, verschwindet das 6-Prozent-Ziel nicht von der Agenda, sondern ihm wird mit 3 Prozent Inflationserwartung – und zeitversetzt mit entsprechend hoher Geldmengeninflation - nachgeholfen. Ist es schließlich aus mit dem realen Wachstum, wird die Inflationserwartung – und damit am Ende die Inflation der Geldmenge – auf 6 Prozent hochgeschraubt.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

  • Goldnachfrage

    Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.

    Quelle: World Gold Council

  • Schmucknachfrage

    Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.

  • Industrienachfrage

    Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.

  • Goldbarren- und Münznachfrage

    Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).

  • EFTs und ähnliche Produkte

    Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.

  • Notenbanken

    Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).

  • Investment gesamt

    Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Eine solche Erwartung herbeizuführen, funktioniert natürlich nicht automatisch, sondern hängt auch vom Verhalten der Anleger und Verbraucher ab. Diese werden allerdings nach einer gewissen Zeit allein schon deshalb Inflationserwartungen hegen, weil ihre Zentralbank ihnen über das Geldmengenwachstum keine andere Wahl lässt. Oder um ein populäres Beispiel zu nennen: Anleger aus dem In- und Ausland treiben die Preise deutscher Wohnimmobilien nach oben, weil sie sich von diesen einen gewissen Inflationsschutz versprechen, und dieses Verhalten ist nichts anderes als die Konsequenz aus Inflationserwartungen.

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Analyser to go: Entwertet die EZB unser Geld - Inflationsangst steigt

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20 Kommentare zu Gbureks Geld-Geklimper: Die kommende Inflation ist programmiert

  • 17.01.2013, 09:05 UhrGust

    Na sowas, schon wieder Goldman Sachs.

  • 17.01.2013, 09:18 Uhrchlodwig

    Die Zahlen sind eigentlich beunruhigender.
    Geldmengenwachstum - Wirtschaftswachstum = Inflation,also
    12,5% - 1,5% = 11% Inflation für 2012.
    Mal sehen was 2013 wird. Gedruckt wird auch weiterhin
    um die Staaten zu finanzieren. IIn den Ländern des ClubMed,
    dürfte es noch gravierender aussehen.

  • 17.01.2013, 09:57 Uhrsteuerhilfe.net

    Verlieren tut auf jeden Fall, der einfache Bürger vom Kleinkind bis zum Greis. Die Hochfinanz und ihre willigen Helfer in der Politik, werden dagegen die großen Gewinner sein.

    Jeder kann sich nur selbst, so gut wie möglich schützen.

    Gold & Silber Ahoi

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